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Das Zentrum für Erlebnispädagogik und Umweltbildung (ZERUM) Ueckermünde ist ein barrierefreies Schullandheim und Umweltbildungseinrichtung, Heimathafen der barrierefreien Segelyacht Wappen von Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern. Es befindet sich an der Mündung der Uecker[1] in das Stettiner Haff. Zudem ist das ZERUM eine Stätte für internationale Jugendbegegnungen, Freiwilliges-Ökologisches-Jahr-Stelle und Fortbildungsstätte für soziale Fachkräfte. Ziel ist, gemeinsame Erlebnisse, Naturerleben für alle jungen Menschen mit ihren verschiedenen Bedürfnissen, Ausgangslagen und Fähigkeiten zu ermöglichen. Dabei liegen die Schwerpunkte der Arbeit der Einrichtung in der handlungsorientierten Umweltbildung und der Erlebnispädagogik.

Geschichte

Vom 18. bis 20. Jahrhundert befand sich an der Stelle des heutigen ZERUM am Lauf der Alten Uecker eine Gastwirtschaft namens Kamigkrug.[2][3] 1963 wurde in dem Gebäude eine Station Junger Naturforscher eingerichtet, eine Einrichtung für Umweltbildung, die ihre Arbeit auch nach 1990 in Trägerschaft des Landkreises fortführte, bis die Finanzierung nicht mehr gesichert war. Als Freier Träger übernahm 1993 der Verein zur Förderung von bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. (bjs e.V.) Marburger die Einrichtung.

1995 startete ein Projekt zur Integration von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen. Das Angebot umfasst mehrtägige Aufenthalte, Schullandheimaufenthalte, Ferienfreizeiten, regelmäßig stattfindende Praxistage, Eintagesbesuche und Aktionstage, möglichst mit gemeinsamer Vor und Nachbereitung, oft unter Einbeziehung der Eltern. Darüber hinaus erfolgt eine beständige Kooperation mit Einrichtungen der Behinderten- und Jugendhilfe. Fachtagungen, Fortbildungsveranstaltungen und Seminare dienen dem Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen.

Seit der Eröffnung wurden die materiellen Bedingungen weiter verbessert, beispielsweise mit der Fertigstellung dreier rollstuhlgerechter Bettenhäuser im Jahre 2005 und dem barrierefreien Ausbau des hauseigenen Hafens im Jahre 2014. Auch das Konzept wird beständig weiterentwickelt und es werden neue Projekte erarbeitet, wie das Projekt Ein Rollstuhl geht in die Luft, bei dem seit 2013 gemeinsam mit Schülern einer Regelschule und einer Förderschule in deren Freizeit eine Station des Hochseilgartens so umgebaut wird, dass sie auch von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen genutzt werden kann.

Ausstattung

Gebäude

ZERUM Ueckermuende Bettenhaus

Bettenhaus

Übernachtung
  • In drei rollstuhlgerecht gebauten Bettenhäusern sind 97 Betten in Zweibett- bis Sechsbettzimmern, es stehen jeweils mehrere Spezialbetten zur Verfügung. In jedem der drei Häuser befinden sich sechs separate Toiletten und drei Duschmöglichkeiten, auch behindertengerechte Duschen, weitere Sanitäranlagen im Hauptgebäude.
  • In 10 Ukranen-Hütten mit zentraler Feuerstelle sind Übernachtungsplätze für je zwei Personen, mehrere Stellplätze bieten zudem die Möglichkeit, eigene Zelte auf dem Gelände aufzuschlagen. Übernachtungsgäste mit eigenen Zelten und Gäste aus den Ukranenhütten können die Sanitäranlagen im Hauptgebäude nutzen.
Seminarräume

Im Hauptgebäude befimden sich 3 Seminarräume. Diese können für Fortbildungsveranstaltungen, Gruppenaktivitäten, Besprechungen etc. genutzt gegebenenfalls auf Anfrage mit Beamer, Laptop, Moderationskoffer und Flipchart ausgestattet werden: Der berrierefreie Rote Seminarraum bietet Platz für mindestens 15 Personen, der Gelbe Seminarraum bietet Platz für mindestens 25 Personen und der Blaue Seminarraum bietet Platz für mindestens 30 Personen.

Der Hafen

ZERUM Ueckermuende Naturhafen

Naturhafen (2013)

Das ZERUM verfügt über einen eigenen Naturhafen. Dieser wird seit Februar 2014 ausgebaut und die Zugänglichkeit verbessert. Nach dem Ausbaggern des Fahrwassers auf 2,50 bzw 3,00 Meter können künftig auch größere Segler den barrierefreien Hafen anlaufen. Im Bau sind derzeit zwei Liegeplätze für Großsegler, ein Schwimmsteg mit vier Auslegern zum Festmachen für Jollenkreuzer und Jollen, ein Schwimmsteg für Kajaks und Kanadier sowie ein neuer Kanu-Einstieg.[4]

Boote

Impressionen von der 22. Hansesail 2012 (7764796022)

Wappen von Ueckermünde

Zur Durchführung erlebnis- und abenteuerorientierter Programme zu Wasser dienen mehrere Kajaks, Kanadier und Katamarane, zwei Jollen, zwei Optimisten, ein Segelkutter und die zwei Großsegelschiffe Greif von Ueckermünde und Wappen von Ueckermünde.

  • Greif von Ueckermünde: Die Jugendsegelyacht Greif von Ueckermünde, ein Zweimaster mit Kielschwert, wird seit 1962 eingesetzt, um Tagesfahrten mit Schulklassen zu unternehmen und kann von Anfang Mai bis Ende Oktober von Gruppen für einen Törn zu den Häfen im Stettiner Haff, dem Greifswalder Bodden oder der Ostsee gebucht werden.
  • Wappen von Ueckermünde: Das 2007 fertiggestellte Segelschiff bietet Platz für insgesamt bis zu 14 Personen, davon bis zu vier Rollstuhlfahrer mit bordeigenen Rollstühlen (wenn die eigenen Rollstühle eine Gesamtbreite von 63 cm überschreiten).

Weiteres

  • Die Farm am Kolk ist ein Biwakplatz, der ausschließlich per Wasserweg erreichbar ist und der im Rahmen von Schullandheimaufenthalten und Projektwochen für das Bildungsprogramm Erfahrungsraum Wasser zu Experimenten und Lebensraumerkundungen angesteuert werden kann, um dort einige Stunden zu verweilen oder auch mehrere Tage und in der freien Natur übernachten.
  • Niedrig- und Hochseilgarten mit Kletterturm
  • Naturlehrpfad, Streuobstwiese

Netzwerk Inklusion am Stettiner Haff

Seit 2010 arbeitet das ZERUM daran, ein regionales Netzwerk zu knüpfen mit Vereinen, Organisationen und Privatpersonen, die sich mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen. Es entstand das Netzwerk Inklusion am Stettiner Haff (InKaHa) mit dem Ziel, Lebensbereiche in der Region wie Freizeit und Bildung inklusiv zu gestalten. Mehr als 50 Personen erarbeiteten gemeinsam gleichberechtigt in etlichen Netzwerk- und Arbeitsgruppentreffen das Konzept zu dem Projekt InKaHa.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hafenplan, abgerufen am 27. Juli 2014
  2. Kamigkrug Ückermünde. In: KLEKs-Online. Abgerufen am 28. Juli 2014.
  3. Hans-Jörg Wilke: Ueckermünde 1885 – 1985. Sutton Verlag GmbH, 2010, ISBN 3866806000, S.24, Foto des Restaurants Kamigkrug 1909 (online).
  4. Pressemeldung zum Hafenausbau am Zerum, abgerufen am 26. Juli 2014
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