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Das Zeitalter der Segelschiffe (engl. Age of sail) entspricht etwa der Frühen Neuzeit, in der der Internationale Handel und der Seekrieg von Segelschiffen dominiert wurde. Es reichte vom 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit trugen mit Rahsegeln versehene Segelschiffe europäische Siedler während der größten Migrationsbewegung der Geschichte in viele Teile der Erde.

Zeitraum

Wie bei den meisten Zeitaltern ist die Definition des Zeitraumes nicht exakt einzugrenzen. Die Ära der Galeere ging nach der Seeschlacht von Lepanto im Jahre 1571 zu Ende und das Segelschiff trat an seine Stelle.[1] Schon 1588 bei dem Seegefecht zwischen der Royal Navy und der Spanischen Armada im Ärmelkanal bekämpften sich zwei Flotten, die fast ausschließlich aus Segelschiffen bestanden.[2] Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Segelschiffe von den Wetter unabhängigeren Dampfschiffen nach und nach verdrängt. Ein Ereignis was als Wendepunkt gesehen wird ist die Schlacht von Hampton Roads im Jahre 1862, bei der das dampfgetriebene Panzerschiff Virgina die Segelschiffe Cumberland und Congress zerstörte. Andere setzen als Ende der Segelschiff-Ära die Seeschlacht von Lissa im Jahre 1866, die erste Seeschlacht, in der in größerem Umfang Panzerschiffe eingesetzt wurden.[3]

Ende

Bis 1920 blieben Segelschiffe für den Transport zu entfernten Zielen noch ökonomisch interessant, da sie weder Treibstoff noch komplizierte Maschinen benötigen. Sie brauchten keine speziellen Anlagen in den Häfen. Dafür waren Dampfschiffe schneller und wurden seltener von ungünstigen Winden aufgehalten und die Routen mussten sich nicht mehr nach den Windverhältnissen richten. So erreichten die Güter in der halben Zeit ihr Ziel. Dies ist der Hauptgrund für das Verschwinden der Segelschiffe. Die Segelschiffe wurden immer weiter verdrängt. Heute werden Segelschiffe nur noch im kleinen Stil für die Fischerei und für Freizeitaktivitäten wie Segelsport und Segelausflüge betrieben. In vielen Ländern gibt es noch heute Segelschulschiffe.

Goldenes Zeitalter der Segelschiffe

Das Goldene Zeitalter der Segelschiffe (auch Blütezeit der Segelschiffahrt) wird allgemein ins 19. Jahrhundert datiert, als die Effizienz und die kommerzielle Nutzung der Segelschiffe den Zenit erreichte (Klipper, Großsegler usw.) und bevor die Dampfschiffe den Handel dominierten. Manche setzen das Goldene Zeitalter der Segelschiffe mit der Klipper-Ära gleich, also etwa von 1830 bis 1870. Andere sehen es zwischen 1850 und 1910, als die größten und aufwändigsten Segelschiffe zum Einsatz kamen.[4]

Literatur

  • David S. T. Blackmore: Warfare on the Mediterranean in the Age of Sail. A History, 1571-1866. McFarland, London 2011, ISBN 978-0-7864-4799-2 (Digitalisat, abgerufen 27. Dezember 2015)

Einzelnachweise

  • Dieser Artikel ist größtenteils eine Übersetzung des Artikels en:Age of sail, Version vom 28. Dezember 2015, Autoren und Versionsgeschichte siehe Artikel oder Teile des Artikels en:Age of sail
  1. Alexander Meurer: Seekriegs-Geschichte in Umrissen, Leipzig 1925, S. 73−74 ([1] online)
  2. Helmut Pemsel: Seeherrschaft. Eine maritime Weltgeschichte von den Anfängen bis 1850, Bd. I, Koblenz 1985, S. 166
  3. Holger Afflerbach: Mit wehender Fahne untergehen in Vierteljahrsheft für Zeitgeschehen, München 2001, S. 601 (online)
  4. Alfred Dudszus, Alfred Köpcke: Das große Buch der Schiffstypen. Augsburg, Weltbild Verlag (Lizenzausgabe, transpress, Berlin), 1995. ISBN 3-89350-831-7, S. 158−160
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