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Wintarnaht
Wintarnaht Live 2014 Austria
Wintarnaht Live 2014 Österreich
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pagan Metal, Black Metal
Gründung 1997
Website wintarnaht.de
Gründungsmitglieder
Grimwald
Aktuelle Besetzung
Gesang, E-Gitarren, Akustische Gitarren, E-Bass, Keyboard, germanische Leier, Maultrommel
Grimwald
Schlagzeug
Goatruler (ab 1998)
Ehemalige Mitglieder
E-Gitarre
Muzgash (1998–2000)
E-Bass
Thule (1999–2001)

Wintarnaht ist eine 1997 im Umkreis von Stuttgart, Baden-Württemberg gegründete Pagan Black Metal-Band. Bis 2012 war die Gruppe unter dem englischen Bandnamen "Winternight" bekannt.

Geschichte

Die Band ist 1997[1][2] von Grimwald (Gitarre) gegründet worden. Es zwar war nicht geplant dass dieser auch den Gesang übernehmen sollte, doch fand sich im Laufe der Zeit kein passender Sänger also übernahm er selbst auch den Gesang. Im Frühjahr 1998 stieß der Gitarrist Muzgash hinzu und noch im selben Jahr fand man in Goatruler, welcher sich damals noch Flatulenzer nannte einen passenden Schlagzeuger. 1999 wurde das Lineup mit Thule am E-Bass vervollständigt. Die damals eingeschlagene Stilrichtung sollte in die Richtung der Bands Falkenbach, Isengard, frühe Darkthrone und Helheim tendieren und heidnische Themen behandeln. Der Bandname selbst wurde laut Grimwald von Falkenbachs Lied "Winternight" und dem heidnischen Opferfest Winternacht (siehe Vetrnóttablót) inspiriert. Bis zu dieser Zeit kam es zu keinerlei Veröffentlichungen von Winternight. Kurz vor den geplanten Aufnahmen zum ersten Demo verließ der Gitarrist Muzgash die Band. Bis 2001 wurde in der damaligen Dreierbesetzung nur ein einziges Konzert bestritten, nach diesem löste Grimwald die Band aufgrund mangelhaftem Vorankommen derselben auf.

Grimwald Wintarnaht 1998

Im Jahre 2004 wurde die Band von Grimwald und Goatruler wiederbelebt. Zunächst plante man die frühen Lieder aufzunehmen und als Demo zu veröffentlichen, bevor man sich mit neuen Werken beschäftigen wollte. 2007 erschien dann das Demo "Rache...". Dasselbe wurde als handnummerierte CD-R (auf 96 Stück limitiert) und als Splittape mit der Black Metal Band Trollzorn veröffentlicht. Das Demo enthielt frühe Lieder von 1997 bis 2004. Auf der CD-R Version ist ein Bonus Lied vorhanden, ein damals neues Rehearsal "Der Thron aus Eis" von 2007. Im Jahr 2010 wurde dann das erste Album "Pestilenz" veröffentlicht. Dieses sollte eigentlich eine Split Veröffentlichung mit der befreundeten Band Todgeweiht werden. Veröffentlicht wurde diese Album über das Plattenlabel Obscure Abhorrence Productions. Das Album wurde mit einer Erstauflage von 1000 Cds produziert.

Da es mehrere Bands gab welche denselben Namen verwendeten, entschied sich Grimwald 2012 dafür "Winternight" in "Wintarnaht" umzubenennen. Zudem wurde geplant alle folgenden Veröffentlichungen nur noch in der althochdeutschen Sprache zu halten um sich von anderen Bands abzusetzen. Die Texte Wintarnahts sind laut Grimwald keine überlieferten sondern selbst verfasste, womit man sich von allen anderen Bands des Genres unterscheiden dürfte.

Ein Jahr später 2013 wurde das althochdeutsche Album "Tôdhên Uoþal" veröffentlicht. Diese CD wurde in einer Erstauflage von 500 Stück produziert. Hiervon wurde eine limitierte Version von nur 29 handnummerierten Cds angefertigt welche ein Blutbuchenblatt enthielt, welches mit den althochdeutschen Namen des älteren Futharks beschrieben wurde. Wintarnaht war bis Dato vertraglich nie an ein bestimmtes Label gebunden. Bis dahin spielte man keine Konzerte mehr aufgrund der Unmöglichkeit dass man lediglich zwei Bandmitglieder hatte. Im Jahr 2014 wurden Drei Gastmusiker (Gitarren und Bass) verpflichtet. In dieser Besetzung wurde schon mehrfach europaweit Live gespielt.

Musikstil

Der Musikstil des Erstlingswerkes "Rache..." kann wohl laut verschiedenen Rezessionen als urtöniges Werk des frühen Pagan Metals bezeichnet werden mit heroischen Männerchören, akustischen Gitarren, Maultrommel vermischt mit primitivem Black Metal. Verglichen wurde das Demo mit Isengard und Storm[3]. Das erste Album "Pestilenz" hatte einen weitaus stärkeren Hang zum traditionellen norwegischen Black Metal der 90er Jahre. Die Chöre wurden minimiert und die Geschwindigkeit angehoben. Akustische Gitarren kamen nur noch am Rande zum Einsatz. Auf dieser CD war bereits das erste Lied mit einem althochdeutschen Text vorhanden, welches "Siohhi" hieß, was Siechtum bedeutet. Auch die germanische Leier kam hier im Lied "Fahler Frost-Untergang" zum ersten mal zum Einsatz. Das besondere hierbei war das die Band eine der beiden germanischen Leiern wie eine E-Gitarre über einen Verzerrer einspielte.

Das folgende Album "Tôdhên Uoþal" wurde nun konsequent weiterentwickelt. Bis auf einen Text wurden alle in Lieder in Althochdeutsch vorgetragen. Musikalisch ging man hier wieder mehr zum Pagan Metal zurück und hat diesen Stil mit dem brachialeren Black Metal des Vorgängerwerkes verfeinert. Der Gesang ist sehr abwechslungsreich gehalten. Hauptsächlich verwendet man Black Metal Screams in allen möglichen Ausprägungen, dazu normaler auch leicht heroischer Gesang und auch Death Metal Growls[4]. Je ein Lied wurde mit akustischen Gitarren und eines wieder mit mehrenen Leiern eingespielt, auch die Maultrommel ist wieder zu hören. Die hierbei verwendeten germanischen Leiern baut die Band selbst[5]. Ein angekündigtes neues Album soll rein akustisch sein und mit diesen neuen Leiern eingespielt werden. Auf dem Album "Tôdhên Uoþal" verwendete die Band das erste mal ein Keyboard zur Unterstreichung der Musik.

Texte

Mit den Texten der Gruppe soll laut Wintarnaht der Versuch unternommen werden eine frühe unnormierten Form des Althochdeutschen zu kreieren. Dass es sich hierbei um eine authentische Version dieser alten Sprache handelt wird von der Band abgelehnt, da Althochdeutsch sowieso nur eine Zusammenfassung verschiedener Dialekte ist und niemals so gesprochen wurde. Die Texte wurden alle veröffentlicht, doch leider wurden bisher nur die Liedtitel in das heutige Deutsch übersetzt. Laut Grimwald wird es keine Übersetzungen geben da es ihm wichtig sei dass niemand dieselben falsch interpretiere. Hier ein Textauszug des Liedes "Tôdhên Uoþal" (Sterbende Heimat)[6]:

niouuiht scato fliogan ubar þin grunt
ioana sin lant þer scato
ana aro fart ein spel eban, lango alt
tôdhên geist, sioh sêl
bistumbalôn lant, tôdhên uoþal...

Die Thematik der Texte beschäftig sich mit der Natur, antitheistischem Heidentum bzw. Naturreligion, Geschichte, antichristlichem Gedankengut, Misanthropie und verschiedenen Gefühlen. Allgemein überwiegt meist der dunkle Aspekt aller hier verwendeten Themen. Die Band gibt an völlig apolitisch zu sein und dass sie Politik im Metal, speziell in der eigene Musik strikt ablehne.

Diskografie

Alben

  • 2010: Pestilenz
  • 2013: Tôdhên Uoþal

Sonstiges

  • 2007: Rache... (Demo CD-R)
  • 2007: Rache... (Splittape mit Trollzorn)

Einzelnachweise

  1. Schattenweihe Zine 2007
  2. Interview "Mortuus Litterae" auf Wintarnaht Facebook
  3. Review Schwermetall
  4. Review Hateful Metal
  5. Bau verschiedener Leiern
  6. Offizielle Bandcampseite

Weblinks

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