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Das Willicher Friedenskreuz ist ein fünf Meter hohes Flurkreuz aus Holz mit der Inschrift „Männer beten um den Frieden“ an der Kreuzung Martin-Rieffert-Straße, Neusser Straße und Ritterstraße in Willich.

Historische Hintergrund

Geprägt von den zuvor erlebten Jahren des Schreckens während des zweiten Weltkrieges, besinnen sich die Willicher Bürger auf ihre Traditionen und religiösen Werte. Im März 1946 wird der Ortsverein der Kolpingfamilie wieder ins Leben gerufen und im August 1947 folgt die Gründung eines Ortsverein der Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB).[1] Im nahen Krefeld ruft der Bischof von Aachen, Johannes Joseph van der Velden, zusammen mit den kurz zuvor durch ehemalige Kriegsgefangene gegründete Katholische Männerbewegung (KMB) zum „Kreuzzug des Friedens“ auf. Aus diesem Aufruf entstammt das Aachener Friedenskreuz.[2] Dieser Aufruf kommt auch in Willich an und bildet die Grundlage für die Aufstellung des Friedenskreuzes.

Aufstellung 1947

In der Messe am Morgen des Passionssonntag, dem 23. März 1947, verliest Bischof Johannes Joseph van der Velden in der Pfarrkirche St.Katharina in Willich den Aufruf zur Teilnahme an der Kreuzwallfahrt nach Aachen. Dies vergrößert den Teilnehmerkreis der bereits geplanten Kreuzprozession in Willich. In der folgenden Nacht um 23 Uhr trugen mehrere Männer, unter der Führung des Pfarrgeistlichen, ein fünf Meter hohes und sieben Zentner schweres Holzkreuz von der Kirche, durch den Ort bis zur Wegkreuzung Martin-Rieffert-Straße, Neusser Straße und Ritterstraße. Ihnen folgte singend ein Gruppe von 800 Männern, viele von ihnen Kriegsversehrte. Vor einer Baumgruppe wird das Glaubenssymbol von Hand aufgerichtet. Wilhelm Brandenburg, Kaplan in Willich von 1946 bis 1948 erläutert die Inschrift im Querbalken "Männer beten um den Frieden". In der von Hunger und Not geprägten Nachkriegszeit sei das Kreuz ein Symbol für die Sehnsucht der Menschen nach innerem und äußerem Frieden. Pfarrer Schuwerack segnet das Kreuz und die Gruppe, bestehend ausschließlich aus Männern, zieht zurück zur Kirche.[3]

Dieser symbolische Akt wurde initiiert von der katholischen Kirchengemeinde und Pfarrer Schuwerack und sollte, zwei Jahre nach Kriegsende, auf Dauer zum Frieden mahnen. Das Eichenholz stiftete Hans Binge, das Kreuz wurde vom Stellmacher Peter Dohmganz gestaltet. In der Folgezeit war das Kreuz vor allem Etappenziel der jährlichen Fronleichnam Prozession.[4][5] Seit der Zusammenlegung der Gemeinden Willich und Schiefbahn wurde diese nur noch alle zwei Jahre in Willich vollzogen, im Wechsel mit dem Ortsteil Schiefbahn. In den geraden Jahren, findet die Prozession in Willich statt. Jedes Jahr ziehen aber die Pilgergruppen, die von Köln nach Kaevelaer (und umgekehrt) laufen, am Kreuz vorbei.

Restaurierung und Wiederaufstellung 2015

Im Sommer 2014 wurde das Kreuz abgebaut. Die Wiederaufstellung war aufgrund des verwahrlosten Grundstück fraglich. Durch Einsatz der Anwohner und Straßengemeinschaft, in Zusammenarbeit mit der Stadt Willich, konnte erreicht werden, dass der Grundstückseigner die Fläche zur Verfügung stellt und neu gestaltet werden konnte. Am Karsamstag, den 4. April 2015, wurde das Kreuz, nachdem es von Willicher Handwerkern restauriert wurde, von der Freiwilligen Feuerwehr wieder aufgestellt. Der Bürgermeister der Stadt hält eine Rede und erinnert an den Grund der Aufstellung.[6]

Einzelnachweise

  1. Willich Kompakt, Juni 2015, Dr.Hans Kaiser
  2. Das Aachener Friedenskreuz wurde vor 60 Jahren geschaffen, Joachim Peters
  3. Willich Kompakt, Juni 2015, Dr.Hans Kaiser
  4. Rheinische Post, 26. März 1947
  5. Auskunft des Stadtarchivs Willich, 11. Februar 2015
  6. Rheinische Post, 8. April 2015
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