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Wilhelm Ramm (* vor 1848; † nach 1881) war ein deutscher Porzellanmaler und -händler in Hannover.[1] Als Hofmaler war der renommierte Künstler unter anderem für das Haus der Welfen tätig.[2]

Leben

Zur Biographie Wilhelm Ramms ist wenig publiziert. Als Porzellanmaler betrieb er in der Residenzstadt des Königreichs Hannover ab 1848 bis in die Zeit des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1881 zugleich eine eigene Porzellanhandlung, ebenso wie die hannoverschen Porzellanmaler Johann Freund, Josef Liebsch oder Ferdinand Liebsch. Sie signierten ihre Stücke selten.[1]

Ramm beschäftigte in seinem Atelier Künstler wie Heinrich Glindemann im Jahr 1843, ab 1861 Christoph Wilhelm Pauli (1825–1883) oder Greiner im Jahr 1864.[1] Laut dem Adressbuch der Stadt Hannover von 1866 betrieb Ramm sein Geschäft in der seinerzeitigen Schmiedestraße 37.[3]

Nach dem Tode des Porzellanherstellers Johann Gottlob Nathusius kaufte Ramm von dessen Söhnen 1847 zahlreiche "weiße" Porzellanvasen, die er dann später, zum Teil als Auftragsarbeiten, bemalte.[2]

Werke (Auswahl)

Zu den wohl bekanntesten Werken Wilhelm Ramms zählt ein Paar Prunkvasen im Stil des sogenannten „Zweiten Rokokos“ aus der Manufaktur, der Porzellanfabrik Nathusius, das Ramm 1850 als Auftragsarbeit in Hannover bemalt hatte. Unter der Inschrift

„Zur Erinnerung an den Einmarsch der Königl. Kaiserlichen Truppen zu Altenburg. Am [1] _ten October 1848“

findet sich in einer anspruchsvoll vergoldeten Kartusche ein Bildnis von Schloss Altenburg in stilisierter Landschaft mit den Kirchtürmen der umliegenden Orte. Unter weiteren Rocaillen und Ornamenten findet sich eine Obst- und Blumenmalerei am Sockel. Eine der beiden Vasen zeigt auf der Rückseite ein Porträt des blinden Kronprinzen und späteren Königs Georg V. von Hannover in Altenburgischer Uniform, der Uniform seines Gastgebers und Schwagers Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg. Das selbe Bild zeigt im Hintergrund die Waterloosäule. Unter dem Fuß ist die selbe Vase signiert W. Ramm, Hannover und Hübenthal. Das Vasenpaar war ein Geschenk des hannoverschen Königspaars an das mit ihnen verwandte Adelsgeschlecht von Berlepsch.[2] Das Gegenstück der Vase mit einem Bildnis der Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg, der späteren Königin Marie von Hannover, wurde zeitweilig im Schlossmuseum Altenburg ausgestellt.[4]

In einer Versteigerung wurde mit einer aus zwölf Tellern bestehenden Chinoiserie, „im Spiegel in außerordentlich feiner polychromer Malerei Chinesenfigürchen auf Landschaftsinsel“, verso eisenrot datiert 1875, eine bronzene Medaille mit der Aufschrift GEWERBE - VEREIN FÜR DAS KÖNIGREICH HANNOVER - W. RAMM IN HANNOVER angeboten.[5]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Alheidis von Rohr: Malerisch-idealisiert: Stadtansichten Hannovers vom 16. Jahrhundert bis 2000 (= Schriften des Historischen Museums Hannover, Heft 17), Hannover: Historisches Museum Hannover, 2000, ISBN 3-910073-18-2, S. 42; teilweise online über Google-Bücher
  2. 2,0 2,1 2,2 Fernsehsendung Kunst & Krempel vom Bayerischen Rundfunk, ausgestrahlt am 31. Januar 2015; online zuletzt abgerufen am 7. Januar 2015
  3. Adreßbuch der Königlichen Haupt- und Residenz-Stadt Hannover für 1866, Abt. I: Alphab. Verz. der Einwohner, Seite 289; online über GenWiki
  4. N.N.: Prunkvase Hannover / Welfen helfen auf der Seite br.de, dauerhaft abgespeichert im Internet Archive
  5. Lot 45 auf der Seite kunstversteigerer.de, zuletzt abgerufen am 7. Februar 2015



Fairytale kdmconfig Profil: Ramm, Wilhelm
Namen Ramm, W.
Beruf deutscher Porzellanmaler und -händler in Hannover
Persönliche Daten
Geburtsdatum vor 1848
Sterbedatum nach 1881
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