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Weapons of Mass Migration (engl., deutsch: Waffen der Massenmigration) ist ein Sachbuch der US-amerikanische Politikwissenschaftlerin Kelly Greenhill , indem sie den strategische, grenzübergreifende Einsatz von absichtlich erzeugten oder manipulierten Bevölkerungsbewegungen beschreibt, mit der Zielsetzung in dem attackierten Staat, oder in den attackierten Staaten, ohne die Zuhilfenahme von konventionellen, militärischen Mitteln, politische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen zugunsten des anwendenden Staates herbeizuführen.

Buchtitel

Der Titel des im Jahr 2011 veröffentlichten Werkes Weapons of Mass Migration: Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy der US-amerikanische Politikwissenschaftlerin Kelly Greenhill wurde in Analogie zu Weapons of Mass Destruction (Massenvernichtungswaffen) gewählt.[1]

Inhalt

In dem Buch Weapons of Mass Migration: Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy wird, nachdem sich Greenhill bereits seit längerem mit dem Themenbereich Migration als Waffe auseinandergesetzt hatte[2], anhand von mehreren Fallbeispielen aus der Geschichte, wie der Mariel-Bootskrise[3][4] und des Bürgerkrieges in Libyen[5], die systematische Untersuchung des weitverbreiteten aber selten bekannten Instruments der gegenseitigen Einflussnahme von Staaten durch den strategischen Einsatz von Flüchtlingsströmen analysierend dargelegt. Des Weiteren beschreibt Greenhill die beteiligten Akteure, deren politischen Zielsetzungen und Methoden, einschließlich der Auswirkungen auf die betroffenen Staaten und Flüchtlinge.[6][1][7][8]

Rezeption

Gregor Schöllgen von der FAZ schreibt im März 2011 in seiner Rezension, dass die Autorin „über die Dilemmata von Demokratien im Zeitalter der Globalisierung“ berichte.[1] Im Jahr 2011 wurde Weapons of Mass Migration: Forced Displacement, Coercion and Foreign Policy als bestes Buch des Jahres 2011 von der International Studies Association (ISA) ausgezeichnet.[9] Die Zeitschrift Cicero führte im November 2015 ein Interview mit der Autorin des Buches, Kelly Greenhill, in der sie die in ihrem Buch vertretene Theorie von Flüchtlingen als politisches Instrument auf das Verhältnis der Türkei gegenüber Europa überträgt.[10]

Literatur

  • Kelly Greenhill, Weapons of Mass Migration: Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy. Cornell University Press, März 2010, ISBN 978-0801448713.
  • Kelly Greenhill, Strategic Engineered Migration as a Weapon of War, Civil Wars März 2008 doi:10.1080/13698240701835425

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gregor Schöllgen, FAZ: Migration & Erpressung Die neue Superwaffe. 22. März 2011, abgerufen am 28. November 2015.
  2. Kelly Greenhill, Belfer Center: "Strategic Engineered Migration as a Weapon of War". März 2008, abgerufen am 28. November 2015.
  3. Spiegel: "Kuba: Recht des Stärkeren". , abgerufen am 28. November 2015.
  4. Gretchen Bolton, University of Texas: "Immigration Emergencies: Learning from the Past,Planning for the Future. Februar 1994, abgerufen am 28. November 2015.
  5. Kelly Greenhill, The New York Times: Using Refugees as Weapons. 11. April 2011, abgerufen am 28. November 2015.
  6. Kelly Greenhill, Tufts University: Weapons of Mass Migration: Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy. März 2010, abgerufen am 28. November 2015.
  7. Luedthke, Adam, Weapons of mass migration: forced displacement, coercion, and foreign policy (Cornell studies in security affairs), 2012 doi:10.1080/00905992.2012.708126, abgerufen am 28. November 2015
  8. Belton, Kristy, Weapons of Mass Migration: Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy, Political Studies Review, 2012 doi:10.1111/j.1478-9302.2012.00262_12.x, abgerufen am 28. November 2015
  9. International Studies Association (ISA): Past Recipients. 2011, abgerufen am 28. November 2015.
  10. Interview mit Kelly M. Greenhil: Massenmigration als Waffe: .„Die Türkei hat ein großes Druckmittel in der Hand“. 17. November 2015, abgerufen am 28. November 2015.
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