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Württembergisches Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 121
Aktiv 1914 bis 1919
Land Königreich Württemberg
Streitkräfte Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung Siehe Gliederung
Stationierungsort Siehe Garnisonen
Leitung
Kommandeure Siehe Liste der Kommandeure

Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 121 war von 1914 bis 1919 ein Regiment des württembergischen Heeres.

Geschichte

Am 2. August 1914 wurde das Regiment gemäß dem Mobilmachungsplan aufgestellt und sogleich mobilgemacht: der Regimentsstab und die Maschinengewehrkompanie durch das Württ. Infanterie-Regiment Nr. 121 und die Bataillone I bis III durch die entsprechenden Bezirk-Kommandos an ihren Mobilmachungsstandorten in Ludwigsburg, Heilbronn und Schwäbisch Hall.

Am 13. August 1914 trat das Regiment schließlich bei Rust erstmals zusammen. [1]

Nach Ende des Krieges erfolgt ab 5. Dezember 1918 in Schwäbisch Gmünd die Demobilisierung durch das dort stationierte Ersatzbataillons. Letztendlich ausgelöst wurde das Regiment Mitte Januar 1919 durch die Abwicklungsstelle des Württ. Infanterie-Regiment Nr. 180. [2]

Garnisonen

Als Kriegsformation hatte das Regiment keine Friedensgarnison. Das Ersatzbataillon war in Schwäbisch Gmünd stationiert. [3]

Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen

Datei:Deutsche Stellungen 1918.jpg

Im Ersten Weltkrieg wurde das Regiment ausschließlich an der Westfront eingesetzt:[4]

Nach der Überquerung des Rheins am 14. August 1914 marschierte das Regiment im Elsass auf. Dort erhielt es am 18. August 1914 bei Breuschtal seine Feuertaufe. Bis Ende September 1914 im Raum Nancy und Epinal in den Vogesen eingesetzt, verlegte es am 27. September 1914 nach Nordfrankreich an die Somme.[5] Nach heftigen Kämpfen lag es von Mitte Oktober 1914 bis Ende Juni 1916 über 20 Monate im Artois westlich Bapaume in Stellung.

Von Ende Juni bis November 1916 wurde das Regiment im Rahmen der Schlacht an der Somme eingesetzt.[6] Nach Abbruch der Schlacht verblieb es dort bis Mitte März 1917 als Stellungstruppe.

Am 16. März 1917 wurde das Regiment auf die Siegfriedslinie zurückgezogen[7] und war dort im Einsatz bis zur Frühjahrsschlacht bei Arras im Mai 1917.[8] Anschließend wurde es bis August 1917 in Stellungskämpfe im Artois verwickelt. Mitte August 1917 verlegte die Truppe nach Flandern in Belgien. Es kämpfte in der Dritten Flandernschlacht[9] und verblieb anschließend über den Winter bis Mitte März 1918 in Stellung.

Im März 1918 wurde das Regiment wieder verlegt. Es nahm an der Großen Schlacht um Frankreich teil. Bis Ende August 1918 folgten Kämpfe zwischen Arras und Albert, sowie Gefechte bei Hébuterne und die Schlacht bei Monchy–Bapaume.[10] Im September 1918 wurde es an der Front bei Ypern und La Bassée eingesetzt und es kämpfte bei Armentières und Lens. Aufgrund schwerster Verluste mussten die 4., 6. und 12. Kompanie aufgelöst werden.[11] Nach der Abwehrschlacht zwischen Cambrai und St. Quentin Ende September 1918 waren das I. und III. Bataillon auf jeweils eine Kompanie zusammengeschmolzen. Erst am 29. Oktober 1918 erhielt das Regiment Ersatz, so dass wieder drei Bataillone gebildet werden konnten.[12] Daran schlossen sich bis zum Eintritt des Waffenstillstandes am 11. November 1918 heftige Rückzugsgefechte.

Ab 12. November 1918 räumte die Truppe das besetzte Gebiet und trat den Rückmarsch in die Heimat an. Anfang Dezember 1918 rückten die Bataillone schließlich in Schwäbisch Gmünd ein, wo ein Großteil der Offiziere und Mannschaften entlassen wurden. Die Demobilisierung fand letztendlich im Januar 1919 ihren Abschluss.

Organisation

Verbandszugehörigkeit

Datei:Württ. RIR, Mittagessen in der Bereitschaftstellung, Anfang 1917.jpg

Zeit seines Bestehens war das Regiment der 51. (Württ.) Reserve-Infanterie-Brigade unterstellt und damit Teil der 26. (Württ.) Reserve-Division.

Gliederung

1914 war das Regiment in drei Bataillone à vier Kompanien gegliedert.

Zunächst stand nur eine Maschinen-Gewehr-Kompanie für das ganze Regiment zur Verfügung. Im Herbst 1916 wurden zwei weitere Kompanien aufgestellt und den einzelnen Bataillonen unterstellt.

Aus Teilen der aufgelösten Württ. Minen-Werfer-Kompanie Nr. 226 wurde zum 8. September 1918 eine Minenwerfer-Kompanie aufgestellt.

Gliederung im August 1914[13]

  • Regimentsstab
  • I./R. 121 mit 1. bis 4. Kompanie
  • II./R. 121 mit 5. bis 8. Kompanie
  • III./ R. 121 mit 9. bis 12. Kompanie

Kommandeure

Datei:Württ. RIR 121 Regimentsstab, April 1917.jpg
Nr. Name Beginn der Berufung
1. Oberst Adolf Josenhanß[A 1][14] 2. August 1914
2. Major Max Schmidt[A 2] 19. September 1916
3. Oberstleutnant Friedrich Freiherr von und zu Hemmingen 11. Januar 1918
4. Major Ludwig von Breuning 17. Mai 1918[15]
5. Major Eugen Voelter 9. Juli 1918[16]

Bewaffnung und Ausrüstung

Hauptbewaffnung

Bei Kriegsbeginn waren das Gewehr K 98 und sechs Maschinengewehre 08 die Hauptwaffen der Reserveregimenter. Mit Fortschritt des Krieges erfolgte nach und nach die Ausstattung mit Handgranaten und im Sommer 1918 mit Minenwerfern.

Siehe auch

Verweise

Quellen

Literatur

  • G. Deschler (Bearbeitung): Ehrenbuch des Württ. Res.-Inf.-Reg. 121, herausgegeben von der Offiziersvereinigung des Res.-Inf.-Reg. 121 und dem allgemeinen Regimentsverein R.-I.-R. 121, Verlagsdruckerei Holzinger & Co., Stuttgart 1931
  • Fritz von Graevenitz: Die Entwicklung des württemb. Heerwesens und Die deutsche oberste Führung im Weltkrieg in ihrer Bedeutung für die württ. Streitkräfte (Württembergs Heer im Weltkrieg, Heft und 2. [Doppelband]), Bergers Literar. Büro und Verlagsanstalt, Stuttgart 1921
  • Freiherr Georg vom Holtz: Das Württembergische Reserve.-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918 (Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914–1918, Band 20), Chr. Belsersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1922
  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918. Teil VI: Infanterie. Band 2 Reserve- und Landwehr-Infanterie. Verlag Militaria. Wien 2012. ISBN 978-3-902526-52-6.
  • Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkriege, Belser-Verlag, Stuttgart 1927

Einzelnachweise

  1. Siehe vom Holtz, S. 1.
  2. Siehe Kraus, S. 131.
  3. Siehe Moser, S. 159.
  4. Siehe vom Holtz, S. 82f.
  5. Siehe Moser, S. 234ff.
  6. Siehe Moser, S. 398ff.
  7. Siehe Moser, S. 507ff.
  8. Siehe Moser, S. 528.
  9. Siehe Moser, S. 564f.
  10. Siehe Moser, S. 710.
  11. Siehe Kraus, S. 131.
  12. Siehe vom Holtz, S. 77f.
  13. Siehe vom Holtz, S. 81.
  14. Siehe Ernst Reinhardt; Die 54. (württ.) Reserve-Division im Weltkriege 1914-1918 (Württembergs Heer im Weltkrieg, Heft 7), Bergers Literar. Büro und Verlagsanstalt, Stuttgart 1934, S. 172.
  15. Siehe vom Holtz, S. 73.
  16. Siehe vom Holtz, S. 74.

Anmerkungen

  1. Am 15. September 1916 zum Kommandeur der Württ. Reserve-Infanterie-Brigade Nr. 107 ernannt.
  2. Am 11. Januar 1918 zum Kommandeur des Württ. Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 122 ernannt.

Weblinks

Verlustliste der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften

Weitere Regimenter

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