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Württembergisches Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 122
Aktiv 1914 bis 1918
Land Königreich Württemberg
Streitkräfte Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung Siehe Gliederung
Standort Siehe Garnisonen
Leitung
Kommandeure Siehe Liste der Kommandeure

Das Württembergische Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 122 war von 1914 bis 1918 ein Regiment des württembergischen Heeres.

Geschichte

Das Regiment wurde Anfang August 1914 aus eingerückten Soldaten der Landwehr II und rund 700 Oberelsässern in Ulm an der Donau aufgestellt. Das Ersatzbataillon des Regiments war in Ulm stationiert. 1918 war es auch für den Personalersatz des Württ. Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 125 zuständig.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Regiment an der Westfront eingesetzt. Nach der Aufstellung am 14. August 1914 folgte bis September der Vormarsch in Lothringen, dabei kam es am 28. August 1914 bei Einville zum ersten Patrouillengang gegen den Feind. Das Regiment 1914 in Lothringen. Ab Oktober 1914 befand sich das Regiment im Stellungskampf im Raum Nancy-Luneville-Saarburg in Lothringen. Dieser dauerte auch das ganze Jahr 1915 an, 1916 verlagerte sich der Kampf in den Wald von Cheppy an der Maas in Lothringen. Dort war die Einheit auch 1917 bis in den August hinein stationiert, in dieser Zeit kämpften die Soldaten auch bei Verdun in Lothringen.

Im September 1917 wurde das Regiment in die Argonnen versetzt, wo es bis zu den letzten Kämpfen von 10. bis 17. Oktober 1918 blieb. Im November 1918 machte es sich auf den Rückmarsch nach Württemberg. Die Demobilisierung in Kirchheim unter Teck konnte bis zum 11. Dezember 1918 abgeschlossen werden.

Insgesamt verlor das Regiment während des Krieges 621 tote, 2037 verwundete und 158 vermisste Soldaten.

Auftrag

Zunächst war das Regiment als immobile Kriegsbesatzung der Bundesfestung Ulm vorgesehen, wurde jedoch Mitte August 1914 nach Lothringen an die Front in Marsch gesetzt.

Organisation

Verbandszugehörigkeit

Im August 1914 der bayerischen 5. Landwehr-Infanterie-Brigade unterstellt, wechselte das Regiment bereits im September zur bayerischen 14. Landwehr-Infanterie-Brigade. Ab Januar 1916 war es der 54. (Württ.) Landwehr-Infanterie-Brigade unterstellt und damit Teil der im Dezember 1915 neu aufgestellten 2. (Württ.) Landwehr-Division.

Gliederung

1914 bestand das Regiment aus drei Bataillone zu jeweils vier Kompanien.

Gliederung September 1914

  • Regimentsstab
  • I./L. 122 mit 1. bis 4. Kompanie
  • II./L. 122 mit 5. bis 8. Kompanie
  • III./ L. 122 mit 9. bis 12. Kompanie

Ab August 1915 eine Maschinen-Gewehr-Kompanie.

Gliederung Januar 1918

  • Regimentsstab
  • I./L. 122 mit 1. bis 4. Kompanie und 1. Maschinen-Gewehr-Kompanie
  • II./L. 122 mit 5. bis 8. Kompanie und 2. Maschinen-Gewehr-Kompanie
  • III./L. 122 mit 9. bis 12. Kompanie und 3. Maschinen-Gewehr-Kompanie

Gefechtsstärke am 10. Oktober 1918

  • 13 Offiziere, 60 Unteroffiziere, 324 Mannschaften, dazu die Infanterie-Minen-Werfer-Kompanie mit 1 Offizier, 8 Unteroffizieren und 38 Mannschaften.
  • An Ausrüstung war vorhanden: Zwei Flachbahn- und zwei Steilfeuerwerfer, vier Tankgewehr M1918 (dazu vier in Reserve), 22 leichte und 14 schwere Maschinengewehre (dazu zwölf in Reserve).

Gliederung 26. Oktober 1918

  • Regimentsstab
  • I./L. 122 mit 1. bis 3. Kompanie
  • II./L. 122 mit 4. bis 6. Kompanie
  • III./L. 122 mit 7. bis 8. Kompanie

Die vorherige 4., 8. und 12. Kompanie wurden aufgelöst und auf die übrigen Kompanien verteilt. Jede Kompanie erhielt vier leichte Maschinengewehre 08/15.

Kommandeure

Nr. Name Beginn der Berufung
1. Oberst Eugen Glück 2. August 1914
2. Generalmajor Karl von Göz 24. September 1914
3. Oberstleutnant Reinhold Stühmke 23. August 1915
4. Oberstleutnant Freiherr Alfred von Lützow 11. Oktober 1915
5. Major Max Schmidt 11. Januar 1918
6. Major Freiherr Friedrich von Gültlingen-Schlepegrell 1. November 1918

Bewaffnung und Ausrüstung

Bewaffnung

Bis Herbst 1915 war das Gewehr die einzige Waffe der Landwehrmänner. Erst dann erfolgte die Ausstattung der Soldaten mit Handgranaten. Im Januar 1915 erhielt das Regiment die ersten drei schweren Maschinengewehre 08, im September waren neun im Einsatz.

Ebenfalls im Januar 1915 erhielt das Regiment die ersten sechs Infanteriefernsprechgeräte. Im Februar 1915 wurden 15 Kriegshunde zugeführt, kamen jedoch nie zur Verwendung.

Uniform

Nachdem das III. Bataillon im Oktober 1915 die feldgraue Uniform erhalten hatte, war nun das ganze Regiment auch äußerlich zur Feldtruppe geworden.

Siehe auch

Verweise

Quellen

  • Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 117, M 411, M 433/2, M 486

Literatur

  • Hermann Kling: Das Württembergische Landw.-Inf.-Regiment Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918 (Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914–1918, Band 27), Stuttgart 1923.
  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 2. Verlag Militaria, Wien 2012. ISBN 978-3-902526-52-6.
  • Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkriege. Stuttgart 1927.

Weitere Regimenter

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