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Württembergisches Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 120
Aktiv 2. August 1914 bis Mitte Dezember 1918
Land Königreich Württemberg
Streitkräfte Württembergische Armee
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung Siehe Gliederung
Stationierungsort Siehe Garnisonen
Leitung
Kommandeure Siehe Liste der Kommandeure

Das Württembergische Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 120 war ein Regiment der Württembergischen Armee.

Geschichte

Das Regiment wurde am 2. August 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs gemäß Mobilmachungsplan in der Kanzleikaserne in Ludwigsburg mit I. bis III. Bataillon aufgestellt und war seit 26. August 1914 mobilisiert. Der Regimentsstab, das I. und II. Bataillon wurde durch das Infanterie-Regiment „Alt-Württemberg“ (3. Württembergisches) Nr. 121 gebildet, das III. Bataillon durch das Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments „Großherzog Friedrich von Baden“ (8. Württembergisches) Nr. 126 und das Bezirkskommando Ludwigsburg.[1]

Garnisonen

Als Kriegsformation hatte das Regiment keine Friedensgarnison. Das Ersatzbataillon war in Ludwigsburg stationiert.

Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen

Im Ersten Weltkrieg wurde das Regiment ausschließlich an der Westfront eingesetzt.

Nach dem Ausmarsch am 8. und 9. August 1914 verlegte das Regiment an die Vogesenfront. Dort erhielt es am 29. August 1914 bei Ban-de-Laveline die Feuertaufe und übernahm ab September 1914 den Grenzschutz im Raum Markirch und Schirmeck.

Ab 3. Oktober 1914 verlegte der Verband in die Woëvre-Ebene in Lothringen und lag ab Mitte Oktober 1914 für 14 Monate in Stellung bei Savonnières-en-Woëvre.

Von Mitte Dezember 1915 bis Mitte September 1916 beteiligte sich das Regiment an den Kämpfen um Verdun. Nach einer kurzen Ruhepause hinter der Front wurde es bis Ende August 1917 im Stellungskampf im Wald von Cheppy an der Maas eingesetzt. Ab November 1916 hatte es verstärkt unter der Abgabe von Offizieren und Mannschaften jüngerer Jahrgänge an aktive Regimenter zu leiden. Deren Ersatz durch Soldaten älterer Jahrgänge aus Landsturmbataillonen und Landwehr-Feldrekrutendepots konnte diese Verluste nicht ausgleichen und reduzierten die Einsatzfähigkeit der Truppe nachhaltig.

Anfang September 1917 verlegte das Regiment in den Abschnitt Bolante in den Argonnen und wurde in die Herbstschlacht und die Rückzugskämpfe an der Aisne bei Saint Juvin verwickelt. Allein in der Zeit vom 26. September bis 19. Oktober 1918 hat das Regiment 2.075 tote, verwundete und an Grippe erkranke Soldaten zu beklagen. Mitte Oktober 1918 wurde es Korpsreserve der Gruppe Metz in Lothringen. Dort erlebte es den Waffenstillstand am 11. November 1918.

Am 12. November 1918 trat das Regiment seinen Rückmarsch in die Heimat an. Über das Saargebiet und die Pfalz erreichte es am 1. Dezember 1918 schließlich Mergentheim und wurde dort über die Abwicklungsstelle des Füsilier-Regiments „Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn“ (4. Württ.) Nr. 122 demobilisiert und Mitte Dezember 1918 schließlich aufgelöst.[2]

Auftrag

Zunächst war das Regiment als immobile Kriegsbesatzung der Festung Straßburg vorgesehen, wurde jedoch wenige Tage nach Kriegsbeginn zu Grenzsicherungsaufgaben herangezogen.

Organisation

Verbandszugehörigkeit

Nach der Aufstellung zunächst der 52. (Württ.) Landwehr-Infanterie-Brigade unterstellt, wechselte das Regiment anschließend zur 42. gemischten Landwehr-Infanterie-Brigade im Verbund der Division Ferling.

Ab 3. Oktober 1914 war das Regiment der Stellvertretenden 59. Infanterie-Brigade[A 1] der bayerischen Ersatz-Division unterstellt.

Im Dezember 1915 erfolgte ein Unterstellungswechsel zur bayerischen 9. gemischten Landwehr-Infanterie-Brigade und kurz darauf zur 54. (Württ.) Landwehr-Infanterie-Brigade. Damit wurde es Teil der neu aufgestellten 2. (Württ.) Landwehr-Division. Dort verblieb das Regiment, vom 4. März bis 1. April 1916 von einer kurzen Unterstellung[3] unter das Kommando der bayerischen 11. Infanterie-Division unterbrochen bis zur Auflösung im Dezember 1918.

Gliederung

Das Regiment bestand aus drei Bataillonen zu jeweils vier Kompanien. 1915 erhielt jedes Bataillon eine Maschinen-Gewehr-Kompanie. Eine Minen-Werfer-Kompanie wurde im April 1917 aufgestellt.

Gliederung im September 1914

  • Regimentsstab
  • I. Bataillon mit 1. bis 4. Kompanie
  • II. Bataillon mit 5. bis 8. Kompanie
  • III. Bataillon mit 9. bis 12. Kompanie

Gefechtsstärke am 19. Oktober 1918

  • 6 Offiziere und 75 Unteroffiziere und Mannschaften.

Gliederung am 20. Oktober 1918

  • Regimentsstab
  • I. Bataillon mit 1. bis 3. Kompanie
  • II. Bataillon mit 4. bis 6. Kompanie
  • Maschinen-Gewehr-Kompanie
  • Minen-Werfer-Zug
  • Nachrichten-Zug

Kommandeure

Nr. Name Beginn der Berufung
1. Oberstleutnant Alfred Breyer 2. August 1914
2. Oberstleutnant Oskar Nick 15. April 1915
3. Major Ziegler 14. Juni 1917

Bewaffnung und Ausrüstung

Hauptbewaffnung

Das Gewehr war bei Kriegsbeginn die einzige Waffe der Landwehreinheiten. Anfang 1915 erhielt das Regiment Handgranaten, leichte Minenwerfer und das Maschinengewehr 08.

Sonstige Ausrüstung

Als immobile Festungsbesatzung vorgesehen, hatte das Regiment 1914 keine Feldküchen, keine Schanzzeugwagen, keine Nachrichtenmittel, keine Entfernungsmesser und keine Maschinengewehre. Nur einige wenige, landesüblich bespannte Fahrzeuge standen zur Verfügung, Tragtierkolonnen gab es nicht.

Uniform

Zunächst mit wurden die Landwehrmänner mit Friedensuniformen, also blauen Litewken, schwarzen Hosen und blauen Mänteln eingekleidet. Nachdem das II. Bataillon am 26. August 1914 die feldgraue Uniform erhalten hatte wurden nach und nach auch die anderen beiden Bataillone umgekleidet.

Siehe auch

Verweise

Quellen

Literatur

  • Fritz von Graevenitz: Die Entwicklung des württemb. Heerwesens und Die deutsche oberste Führung im Weltkrieg in ihrer Bedeutung für die württ. Streitkräfte (Württembergs Heer im Weltkrieg, Heft und 2. [Doppelband]), Bergers Literar. Büro und Verlagsanstalt, Stuttgart 1921
  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 2. Verlag Militaria, Wien 2012. ISBN 978-3-902526-52-6.
  • Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkriege, Belser-Verlag, Stuttgart 1927
  • Gustav Strohm: Das Württembergische Landw.-Inf.-Regiment Nr. 120 im Weltkrieg 1914–1918 (Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914–1918, Band 25), Chr. Belsersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1922

Einzelnachweise

  1. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918 Teil VI: Infanterie Band 2: Reserve- und Landwehr-Regimenter, Verlag Militaria, Wien 2012, ISBN 978-3-902526-52-6, S. 388
  2. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918 Teil VI: Infanterie Band 2: Reserve- und Landwehr-Regimenter, Verlag Militaria, Wien 2012, ISBN 978-3-902526-52-6, S. 389
  3. Siehe Strohm, S. 67.

Anmerkungen

  1. Am 28. November 1914 in 59. Landwehr-Infanterie-Brigade umbenannt.

Weitere Regimenter

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