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Württembergisches Landsturm-Infanterie-Regiment Nr. 39
Aktiv 9. September 1916 bis Ende Mai 1918
Land Königreich Württemberg
Streitkräfte Württembergische Armee
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung Siehe Gliederung
Stationierungsort Siehe Garnisonen
Leitung
Kommandeure Siehe Liste der Kommandeure

Das Württembergische Landsturm-Infanterie-Regiment Nr. 39 war ein Infanterieregiment der Württembergischen Armee im Ersten Weltkrieg.

Geschichte

Bei der Mobilmachung anlässlich des Ersten Weltkriegs wurden u. a. bereits im August 1914 die Landsturm-Bataillone XIII/11 Calw, XIII/5 Horb und XIII/11 Hall aufgestellt und ab Oktober im Bahn- und Grenzschutz im Generalgouvernement Belgien eingesetzt.

Am 7. Juli 1916 wurde zur Ablösung von Fronttruppen an der Yser-Stellung aus den Landsturm-Bataillonen Hall, Essen und Potsdam das Landsturm-Regiment von Schellerer gebildet. Am 9. September des gleichen Jahres kam für das ausscheidende Landsturm-Bataillon Essen das Landsturm-Bataillon XIII/11 Calw hinzu und das Regiment erhielt den Namen Landsturm-Infanterie-Regiment Nr. 39. Am 10. Juni 1917 wurde das Landsturm-Bataillon Potsdam gegen das Landsturm-Bataillon XIII/5 Horb ausgetauscht, so dass das Regiment ganz aus württembergischen Truppen bestand und nun Württembergisches Landsturm-Infanterie-Regiment Nr. 39 hieß.

Das Regiment wurde Ende Mai 1918 aufgelöst, seine Bataillone wieder als selbstständige Bataillone der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht in Belgien zugeteilt. Die drei MG-Kompanien kamen zum Maschinengewehr-Scharfschützen-Ausbildungskommando West in Tongern und wurden dort in württembergische Truppenteile eingegliedert. Die Minenwerfer-Kompanie wurde aufgelöst, die Waffen und alles Gerät an das 2. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 77 abgegeben.

Garnisonen

Als reiner Mobilmachungstruppenteil hatte das Regiment keine Friedensgarnison.

Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen

Das Regiment besetzte ab 22. Juli 1916 einen ca. 2.500 m breiten Frontabschnitt westlich Woumen (südlich Dixmude), dessen Stellungen aus einzelnen Stützpunkten in dem zuvor durch belgische Truppen überschwemmten Gebiet lagen. Jeweils ein Bataillon war in der Stellung, ein Bataillon in Bereitschaft (zugleich eingesetzt zum Ausbau der Stellungen) und ein Bataillon in Ruhe (zugleich weiter in Ausbildung und eine Kompanie Bahnschutz und Wachdienst beim Divisionsstab in Kortemark). Ab Dezember 1916 wurde der Frontabschnitt bis Diksmuide verbreitert und zwei Bataillone in den Stellungen eingesetzt. Am 19. April wurde das Regiment durch das Landwehr-Regiment Nr. 388 abgelöst.
Anschließend wurde das Regiment als Stellungsbautruppe verschiedenen Frontregimentern am Wytschaete-Bogen zugeteilt und baute ab Juli im Rahmen der Brigade die Flandern I-Stellung aus, die es im Verlauf der Dritten Flandernschlacht im Abschnitt der 204. (Württ.) Infanterie-Division auch besetzte. Dort wurde das Regiment am 4. August abgelöst.
Ab 6. August 1917 wurde das Regiment im Rahmen der Brigade nach Lothringen verlegt. Vom 7. August 1917 bis zum 14. Februar 1918 war es im Mulsach-Abschnitt bei Avricourt, vom 16. Februar 1918 bis zum 15. April im Cirey-Abschnitt bei Harbouey und vom 16. April bis zum 10. Juni im Mailly-Abschnitt bei Rouves eingesetzt.

Verluste des Regiments in dieser Zeit:: 63 Gefallene, 230 Verwundete, 48 Vermisste, 40 Gaskranke und 2 Gefangene.

Organisation

Verbandszugehörigkeit

Das Regiment war zunächst der 19. Infanterie-Division unterstellt. Ab Juli 1917 bildete es zusammen mit den Landsturm-Regimentern Nr. 38 und Nr. 47 die 1. Landsturm-Brigade. Diese war als Stellungsbautruppe unmittelbar dem Armee-Oberkommando 4 unterstellt. In Lothringen war die Brigade der Armeeabteilung A (48. Landwehr-Division) unterstellt. Ab 16. Februar 1918 gehörte das Regiment zur 5. Kavallerie-Brigade. Vom 16. April bis Ende Mai 1918 war es der 84. Landwehr-Brigade unterstellt.

Gliederung

Das Regiment bestand aus

  • I. Bataillon Hall
  • II. Bataillon Horb
  • III. Bataillon Calw

zu je vier Infanterie-Kompanien und einer MG-Kompanie, dazu hatte jedes Bataillon eine Minenwerfer-Abteilung und einen Fernsprech- und Nachrichtentrupp.

Kommandeure

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
1. Oberstleutnant Theodor Freiherr von Schellerer [A 1] 7. Juli 1916 9. September 1916
2. Oberstleutnant Paul Hoffmann 9. September 1916 † 13. August 1917
3. Oberstleutnant z. D. Heinrich Ziegler 16. August 1917 28. April 1918
4. Major Karl von Neubronner 28. April 1918 Ende Mai 1918 [A 2]

Bewaffnung und Ausrüstung

Leichtes MG 08/15. Bei der Aufstellung der Landsturm-Bataillone 1914 wurden diese noch mit alten blauen Uniformen, Mützen und Rucksäcken ausgestattet. Erst vor ihrem Einsatz an der Front erhielten sie die feldgraue Uniform, Stahlhelme, Gasmasken und Tornister.

Die Bewaffnung der Landsturmsoldaten war zunächst das Gewehr 88, vor dem Fronteinsatz erhielten sie das Gewehr 98. Im Frühjahr 1917 wurde bei jedem Bataillon eine Maschinengewehr-Kompanie aufgestellt.

Verweise

Literatur

  • Heinrich Ziegler, Adof Schaal: Landsturm vor! Der mobile württembergische Landsturm in Weltkrieg 1914–1918, Chr. Belser A.G, Stuttgart 1919, S. 32 ff
  • Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkrieg, Verlagsbuchhandlung Chr. Belser A.G. Stuttgart, 1927, Seite 625 ff

Anmerkungen

  1. Kommandiert, eigentlich Kommandeur Ulanen-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Württembergisches) Nr. 20
  2. Gefallen am 27. September 1918 als Kommandeur Dragoner-Regiment „König“ (2. württembergisches) Nr. 26
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