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Vernon George Wentworth Harrison (* 15. März 1912 in Sutton Coldfield, Warwickshire, England; † 14. Oktober 2001) war Präsident der Royal Photographic Society,[1] Fälschungsexperte, Schriftsachverständiger und Mitglied der Society for Psychical Research.

Leben

Harrison besuchte die Bishop Vesey's Grammar School in Sutton Coldfield und promovierte an der Universität Birmingham.

Er war Forschungsphysiker in der Printing & Allied Trades Research Association (PATRA). 1957 wurde er zum Director of Research of PATRA ernannt und war für die Personalverwaltung verantwortlich. 1967 wechselte er als Research Manager in das Forschungszentrum Thos, De La Rue & Co., die Banknoten, Briefmarken, Ausweise und andere Arten von Sicherheitsdokumenten herstellen. Ein Teil seiner Arbeit lag im Bereich Erhöhung der Dokumentsicherheit und Erkennen von Fälschungen.

Nach seiner Pensionierung 1977 machte er sich als Prüfer von fraglichen Dokumenten selbstständig und wurde als Fälsschungsexperte gelegentlich als Zeuge vor Gericht hinzugezogen.

Von 1974 bis 1976 war er Präsident der Royal Photographic Society of Great Britain. Er war ein großer Fan der Musik von Franz Liszt und Vorsitzender der (englischen) Liszt-Gesellschaft.[2]

Wirken

Harrison beschäftigte sich mit dem Hodgson Report, der 1884 zu dem Ergebnis kam die Okkultistin Blavatsky habe die Mahatma-Briefe in betrügerischer Absicht selbst verfasst, was diese stets bestritt. Harrison zeigte auf, dass Hodgsons Schlussfolgerungen auf methodologisch fragwürdigen Methoden beruhten. So habe Hodgson alle belastenden Beweise, unabhängig davon wie trivial und fragwürdig diese waren, gesammelt und entlastendes Beweismaterial ignoriert.[3]

1984 veröffentlichte Harrison in der Zeitschrift der Society for Psychical Research (SPR) einen Artikel, in dem er darlegte, dass der 1884 von der SPR in Auftrag gegebene Hodgson Report mit untauglichen Methoden erstellt wurde und ein Beweis für die Fälschung der Mahatma-Briefe nicht erbracht wurde.[4] Harrison konnte einen gemeinsamen Ursprung der Schriften der Meister mit der Handschrift Blavatskys nicht beweisen. Er räumte jedoch ein, dass Blavatsky die Meister-Briefe möglicherweise durch ihre eigene Hand in Trance, Verrückung oder anderen veränderten Bewusstseinszuständen geschrieben haben könnte, was seiner Meinung nach nicht als Betrug klassifiziert werden könne.[3]

Bis heute ist nicht geklärt worden, was sich hinter der Materialisation der Mahatma-Briefe verbirgt.[5]

Publikationen

  • H. P. Blavatsky und die SPR. Eine Untersuchung des Hodgson Berichts aus dem Jahre 1885. Theosophischer Verlag, Hundsangen 1998, ISBN 3-930623-21-8.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Presidents of The Royal Photographic Society August 2009
  2. Vernon Harrison: H. P. Blavatsky und die SPR. Eine Untersuchung des Hodgson Berichts aus dem Jahre 1885. S. 83 f. (Über den Autor).
  3. 3,0 3,1 Ursula Keller, Natalja Sharandak: Madame Blavatsky. Eine Biographie. Insel Verlag Berlin 2013. 227-229.
  4. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens (= Esoterik. Bd. 12179). Original-Ausgabe; sowie 3. aktualisierte Auflage, beide Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 298.
  5. Ursula Keller, Natalja Sharandak: Madame Blavatsky. Eine Biographie. Insel Verlag Berlin 2013. 228.

Fairytale kdmconfig Profil: Harrison, Vernon George Wentworth
Beruf englischer Physiker und Experte für Fälschungsfragen
Persönliche Daten
Geburtsdatum 15. März 1912
Geburtsort Sutton Coldfield
Sterbedatum 14. Oktober 2001


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