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Der Wiener Verein Footprint – Betreuung, Freiraum & Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt wurde 2011 von Hannah-Isabella Gasser (Mag.) und Hannah Lux (B.Sc.) gegründet. Footprint ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO) und bietet ein umfassendes Angebot für Betroffene von Frauenhandel und/oder Gewalt: Räumlichkeiten für den emotionalen Rückzug, Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten, alternative Therapie-Möglichkeiten, Fortbildungs- und Work-Out-Kurse, sowie Unterstützung bei der Re-Integration in die Gesellschaft. Das Vereinsteam besteht aus rund 27 gemischtgeschlechtlichen und qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen aus unterschiedlichen Herkunftsländern.[1]

Gründung

Die Idee zur Gründung einer eigenen NGO kam Hannah-Isabella Gasser während ihrer Diplomarbeit zum Thema „Zwangsprostitution afrikanischer Migrantinnen in Österreich“ und der Auseinandersetzung mit dem Thema Frauenhandel in diversen Praktika. 2011 entwickelte sie schließlich gemeinsam mit Hannah Lux eine Projektidee, welche schließlich zur Gründung von Footprint führte. Durch die Auszeichnungen mit dem Social Impact Award und den „Ideen gegen Armut“ Preis 2011 wurde die finanzielle Grundlage für die Gründung des Vereins geschaffen.[2][3][4]

Ziel

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen von Footprint wollen Frauen und Mädchen in Österreich, die von Frauenhandel und Gewalt betroffen sind, zu ihren Rechten verhelfen und ein gesellschaftliches Randthema ins öffentliche Blickfeld rücken. Den Betroffenen sollen Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden, außerdem besteht für sie die Möglichkeit Sozial- und Rechtsberatung, sowie Weiterbildungskurse, in Anspruch zu nehmen. Footprint soll einen Ort des emotionalen Rückzugs darstellen. Frauen und Mädchen werden auf ihrem Weg in eine möglichst selbstbestimmte Zukunft begleitet.

Footprint liegt besonders die Niederschwelligkeit der Betreuungsangebote am Herzen: Frauen können ihre Anonymität wahren und während der Öffnungszeiten jederzeit ohne Terminvereinbarung vorbeikommen.

Ein gemischtgeschlechtliches, qualifiziertes Team aus diversen Herkunftsländern unterstützt die Betroffenen bei der Integration in die österreichische Gesellschaft. Bewegung wird nicht nur als alternative Therapieform angeboten, sondern damit wird auch der Austausch zwischen Betroffenen und nicht-betroffenen österreichischen Teilnehmerinnen gefördert.

Footprint spricht sich nicht gegen Prostitution per se aus, insofern diese freiwillig und ohne andere Personen dahinter ausgeübt wird.[5][6]

Angebote und Kurse

Neben Sozial- und Rechtsberatung haben die Betroffenen von Frauenhandel und Gewalt die Möglichkeit an Sprach-, Sport-, und Selbstverteidigungskursen im 3. Wiener Gemeindebezirk (Nähe Bahnhof Wien Mitte) teilzunehmen.[7] Der Besuch der Kurse ist für Betroffene kostenlos, Nicht-Betroffene leisten für die Teilnahme an den Sportkursen einen finanziellen Beitrag, der wiederum den Betroffenen zu Gute kommt. Somit haben die Frauen auch die Möglichkeit, neue soziale Kontakte zu knüpfen und bekommen das Gefühl, ein gleichwertiges Mitglied der österreichischen Gesellschaft zu sein.[8]

Sozialberatung

Die Sozialberatungen stellen einen Teil des niederschwelligen Konzepts dar. Die Klientinnen können diese demnach in Anspruch nehmen, verpflichtet werden sie allerdings nicht dazu. Die Beratungen können demnach auch anonym erfolgen. Themen der Sozialberatung sind unter anderem: Finanzielle Grundlage/Versorgung, Jobsuche, Wohnungssuche, Ausbildung und Sprachkurse, Verarbeitung emotional belastender und/oder traumatischer Erfahrungen, Probleme mit Aufenthaltsstatus, uvm.

Deutschkurse

Der Verein bietet den Klientinnen kostenlose Deutschkurse für die Niveaustufen A1 bis B1 an. Dies soll die Integration der Frauen in die Gesellschaft unterstützen, welche oft durch Sprachbarrieren gehindert wird.

Bewegungskurse

Ein besonderer Schwerpunkt von Footprint bildet das Angebot von Sport- und Bewegungskursen mit Unterstützung des österreichischen Sportministeriums. Viele Betroffene von Frauenhandel und Gewalt sind durch ihre schwierigen Arbeits- und Lebensverhältnisse traumatisiert. Bewegung in der Gruppe kann helfen, Vertrauen in sich selbst und andere Menschen wieder aufzubauen oder zu stärken. Deshalb werden in den Vereinsräumlichkeiten Bewegungskurse angeboten, an denen Betroffene kostenlos und nicht-betroffene Frauen gemeinsam trainieren können. Dabei wird ein Raum zum gegenseitigen Kennenlernen von Menschen aus verschiedenen Kulturen geschaffen und gleichzeitig eine niederschwellige Therapiemöglichkeit geboten.[9]

Finanzierung

Der Verein wird in erster Linie durch Spenden finanziert. Diese können auch in Form einer Mitgliedschaft, den sogennanten „Footprint Friends“, erbracht werden. Weitere Gelder werden durch Charity-Events, Preisgelder, Sponsoring und diverse Kurse z.B. Bewegungskurse eingenommen.[10]

Kooperationspartner

  • NotrufBeratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen
  • peppa – interkulturelles Mädchenzentrum
  • Solwodi – Solidarität mit Frauen in Not
  • Herzwerk – eine Initiative für Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel
  • Hemayat – Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende
  • Caritas Österreich

Auszeichnungen & Awards

  • 2011: Social Impact Award
  • 2011: Ideen gegen Armut (2011)in Kooperation mit Coca Cola, Der Standard, Wirtschaftsuniversität Wien
  • 2013: Integrationspreis Sport: 2.Platz [11]
  • 2014: Nominierung: Orte des Respekts Eine Initivative des Verein Respekt.Net

Publikationen

Einzelnachweise

  1. Footprint- Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt Über uns [zuletzt aufgerufen Mai 2015]
  2. Unique Ausgabe 10/2013: „Für einen Fußabdruck muss man sich nicht schämen“[erschienen Okt.2013]
  3. ökonews – Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit: „Ideen gegen Armut – Innovationspreis 2011“ [erschienen 22. November 2011]
  4. Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt: Jahresbericht Footprint 2014
  5. Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt: Unsere Mission[zuletzt aufgerufen April 2015]
  6. Unique Ausgabe 10/2013: „Für einen Fußabdruck muss man sich nicht schämen“ [erschienen Okt.2013]
  7. Wiener Bezirkszeitung: "Wir sagen Danke zu Footprint[erschienen 16. Mai 2014]
  8. Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene und Gewalt: Jahresbericht Footprint 2014
  9. Radio Stimme – Orange 94,0: „Bewegungsfreiheiten – Sportprojekte mit und für Migrantinnen“[ausgestrahlt 19. November 2014]
  10. Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt: Jahresbericht Footprint 2014
  11. WiG – Wiener Gesundheitsförderung: „Bewegte Integration – Bewegungsangebote für von Frauenhandel betroffene Frauen“ [2013]
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