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Spanien, spanisch España [εsˈpaɲa], amtlich Reino de España [ˈrrεino de -], deutsch Königreich Spanien, Staat in Südwesteuropa, auf der Iberischen Halbinsel, grenzt im Nordosten an Frankreich und Andorra, im Westen an Portugal und im Süden an Gibraltar. Zu Spanien gehören auch die Balearen und die Kanarischen Inseln sowie die nordafrikanischen Besitzungen Ceuta und Melilla.

Landesnatur

Kerngebiet ist das vom Kastilischen Scheidegebirge durchzogene Hochland (Meseta), das im Norden, Nordosten und Süden von Gebirgen begrenzt wird. Im Nordosten sind zwischen dem Iberischen Randgebirge und den Pyrenäen die steppenhaften Trockenlandschaften des Ebrobeckens eingesenkt. Im Südwesten öffnet sich das Guadalquivirbecken zum Golf von Cádiz.

Das Klima ist im Innern heiß und trocken und im Winter kalt, während das Küstenklima im Westen und Norden feucht und mild und im Süden und Osten mediterran ist.

Wirtschaft

An den Küsten und in den künstlich bewässerten Flusstälern werden Getreide, Hülsen- und Zitrusfrüchte, Olivenöl, Wein, Zuckerrüben, Baumwolle und Tabak angebaut. In der südspanischen Provinz Almería entstand das größte Gemüseanbaugebiet Spaniens mit Unterplastikkulturen. Der Fischfang spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Auf den Hochflächen wird Viehzucht betrieben. Spanien ist reich an Rohstoffen (Quecksilber, Eisenerz, Steinkohle, Erdöl). Wichtigste Industriezweige sind Hütten-, Metall-, Auto-, Textil- und Papierindustrie. Große wirtschaftliche Bedeutung hat der Fremdenverkehr.

Die ethnische Herkunft der Bevölkerung ist vielfältig. Über 72 % machen den kastilisch sprechenden Anteil aus; es sind vorwiegend Kastilier, Asturier, Aragonier und Andalusier (mit stärkerem afrikanisch-orientalischem Einschlag). Basken (2,3 %), Katalanen (16 %) und in geringerem Maß auch die den Portugiesen nahestehenden Galicier (8 %) nehmen in Kultur und Sprache eine Sonderstellung ein.

Geschichte

Wahrscheinlich ab der Jungsteinzeit wurde die Iberische Halbinsel von Iberern, ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. auch von Kelten besiedelt. Etwa ab 1100 v. Chr. entstanden an der Südwestküste phönikische Kolonien, ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. siedelten hier auch Griechen, später Karthager und Römer, die im Anschluss an den 1. Punischen Krieg das Land allmählich unterwarfen.

Während der Völkerwanderungszeit gründeten die Westgoten in Spanien ein Reich, das 711 n. Chr. den muslimischen Arabern (Mauren) unterlag. Ab dem frühen 10. Jahrhundert erlebte Spanien eine Blütezeit islamisch-maurischer Kultur. Ab dem 11. Jahrhundert verzeichneten die seit dem 8./9. Jahrhundert im Norden des Landes entstandenen christlichen Reiche Erfolge bei der Zurückdrängung der Araber (Reconquista = Rückeroberung), die 1492 mit der Eroberung Granadas abgeschlossen war. 1469 wurde durch die Heirat von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragonien die Einheit Spaniens vorbereitet.

Nach den Entdeckungsfahrten von Kolumbus wuchs Spanien im 16. Jahrhundert zur größten europäischen Kolonialmacht heran. Die Ehe zwischen Philipp dem Schönen, einem Sohn Kaiser Maximilians I., und Johanna der Wahnsinnigen, Erbin von Kastilien, brachte die Vereinigung der spanischen und der habsburgischen Besitzungen. Dieses Weltreich wurde durch die Abdankung Karls V. (König von Spanien 1516–56, ab 1519 auch deutscher König, ab 1530 Kaiser) geteilt in die habsburgischen Erblande einerseits, Spanien mit seinen burgundischen und italienischen Besitzungen sowie den Kolonien andererseits.

Karls Sohn Philipp II. machte das absolutistisch regierte und streng katholische Spanien zur Vormacht der Gegenreformation in Europa; zugleich verlor Spanien jedoch an politischem Einfluss: Die nördlichen Niederlande fielen ab, die spanische Seeflotte (Armada) wurde 1588 von den Engländern vernichtet. Im Krieg gegen Frankreich musste Spanien 1659 den unvorteilhaften Pyrenäenfrieden schließen.

Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701–14), in dem die österreichischen Habsburger gegen die spanischen Bourbonen um den spanischen Thron kämpften, fielen die südlichen Niederlande und die spanischen Besitzungen in Italien an Österreich, den Thron erhielten die Bourbonen, Gibraltar kam an England.

1808 besetzte Napoleon I. das Land. 1810–25 errangen die lateinamerikanischen Kolonien Spaniens die Unabhängigkeit. Im Innern herrschten im 19. Jahrhundert Thronwirren und Bürgerkriege. Durch den Krieg mit den USA (1898) verlor Spanien Kuba, Puerto Rico und die Philippinen.

Im Ersten Weltkrieg blieb Spanien neutral, seine innere Lage jedoch war sehr gespannt. Ein Aufstand gegen die gewählte sozialistische Regierung, den das Militär unter General Francisco Franco Bahamonde begonnen hatte, stürzte Spanien in einen blutigen Bürgerkrieg (1936–39), den Franco mit deutscher und italienischer faschistischer Hilfe siegreich beendete und der dem Land bis 1976 eine autoritär-zentralistische Diktatur brachte. Spanien trat nicht in den Zweiten Weltkrieg ein. Nach dem Tod Francos (1975) wurde König Juan Carlos I. Staatsoberhaupt. Spanien kehrte zur Demokratie zurück. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Felipe González Márquez führte das zuvor isolierte Land in den 1980er-Jahren an die europäischen Staaten heran. 1986 trat Spanien der EG bei. 2014 dankte König Juan Carlos zugunsten seines Sohns Felipe (* 1968) ab. Ministerpräsident ist seit Juni 2018 der Sozialist Pedro Sánchez (* 1972).

Spanien wurde von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2011 schwer getroffen. Die Arbeitslosigkeit, vor allem unter den Jugendlichen, stieg rasant an. Die von der Regierung verhängten Sparmaßnahmen führten immer wieder zu Demonstrationen.

Basisdaten

Spanien, Königreich Spanien, ein Staat in Europa; Mitgliedschaft: EU, NATO u. UN; Amtssprache: Spanisch; Hauptstadt: Madrid; Regierungssitz: Madrid; Staatsform: Parlamentarische Erbmonarchie; Regierungssystem: Parlamentarische Demokratie; Staatsoberhaupt: König; Regierungschef: Regierungspräsident; Fläche: 505.970 km²; Einwohnerzahl: Über 45 Mill.; Währung: Euro; Wahlspruch: Plus Ultra (dt. Darüber hinaus; Nationalhymne: Marcha Real; Zeitzone: UTC+1 MEZ u. UTC+2 MESZ (Mär. bis Okt.); Kfz-Kennzeichen: E; Internet-TLD: .es; Telefonvorwahl: +34.

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