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Selektoren sind festgelegte Suchmerkmale, mit denen Geheimdienste für Sicherheitsfragen relevante Informationen aus Datenströmen abgreifen.[1]

Ein Selektor kann Metadaten wie eine einzelne E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Keyword, URL, Geokoordinate, MAC-Adresse betreffen oder die Kommunikation eines ganzen Landes. Der gesamte Nachrichtenverkehr aus den abgehörten Datenströmen eines Selektors kann gezielt abgehört und gespeichert werden. Die Datenströme kommen aus geheimdienstlichem Abzapfen eines Tiefseekabels unter dem Atlantik (über das ein Großteil der deutschen Übersee-Kommunikation läuft), Internetknotenpunkten, Satellitenkommunikation bzw. Telefon- und Onlineanbietern.[2]

In Deutschland erstellen NSA und BND solche Selektoren-Listen unter anderem in der Abhörstation des Bundesnachrichtendienstes im bayerischen Bad Aibling. Etwa 40.000 der sechseinhalb Millionen erfassten Selektoren werden in Deutschland inhaltlich überwacht und gespeichert.[3] Diese Selektoren bekam der BND von der NSA über den Verlauf von zehn Jahren automatisch zugewiesen; mehrmals am Tag hat sich ein BND-Server mit einem NSA-Server verbunden und neue Selektoren heruntergeladen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden dann an die NSA weitergeleitet.[4]

Die Auswertung der Daten erfolgt durch Programme wie Tempora oder PRISM.

Einzelnachweise

  1. http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/spionage-mit-selektoren-100.html
  2. http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/spionage-mit-selektoren-100.html
  3. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/bnd-affaere-wie-selektoren-datenstroeme-fuer-die-nsa-filtern-13583940.html
  4. http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2015-04/bundesnachrichtendienst-bnd-nsa-selektoren-eikonal
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