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Rumänien, amtlich România [romiˈnia], Staat in Südosteuropa, grenzt im Norden und nördlich des Donaudeltas im Osten an die Ukraine, im Osten entlang des Pruth an Moldawien, im Südosten mit einem 194 km langen Küstenabschnitt ans Schwarze Meer, im Süden an Bulgarien (größtenteils mit einem 470 km langen Abschnitt der unteren Donau), im Südwesten an Serbien und im Nordwesten an Ungarn.

In einem weiten Bogen durchziehen die Ost- und Südkarpaten (Karpaten) das Land. Innerhalb des Karpatenbogens liegt das Siebenbürgische Hochland. Im Westen öffnet sich Rumänien zum Großen Ungarischen Tiefland. Zwischen Südkarpaten und Donau liegt die Walachei, zwischen Ostkarpaten und Pruth das Hügelland der Moldau. – Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Rumänen, daneben gibt es zahlreiche Ungarn und andere Minderheiten.

In den Agrarzentren Donau- und Theißtiefland, Siebenbürgen, Moldauhochland und Dobrudscha werden Mais, Weizen, Zuckerrüben, Gemüse und Kartoffeln angebaut. Neben Obst- und Weinbau (im südlichen Karpatenvorland und in Siebenbürgen) ist auch die Viehzucht von Bedeutung. Wichtige Bodenschätze sind Erdöl und Erdgas, daneben werden Kohle, Eisenerz und Buntmetallerze gefördert. Schwerindustrie und Maschinenbau dominieren im Industriebereich. Fremdenverkehr findet sich vor allem in den Schwarzmeerbädern sowie in den Heilbädern und Wintersportorten der Karpaten.

Geschichte

Ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. waren die Thraker im Gebiet des heutigen Rumänien ansässig, ab dem 7./6. Jahrhundert hatte Rumänien Anteil an der griechischen und ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. an der römischen Geschichte. Vom 3. bis 11. Jahrhundert war Rumänien von zahlreichen Wandervölkern beherrscht. Im 10./11. Jahrhundert folgte die Landnahme der Magyaren. Im 14. Jahrhundert bildeten sich die rumänischen Donaufürstentümer Walachei und Moldau, die im 15. und 16. Jahrhundert unter türkische Oberhoheit gerieten. 1859 wurde Oberst Cuza (1820–73) zum Fürsten von Moldau und Walachei gewählt, er rief 1862 die Vereinigung der beiden Fürstentümer unter dem Namen Rumänien aus.

Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Rumänien die westlich angrenzenden Gebiete. 1941 trat das Land auf deutscher Seite in den Zweiten Weltkrieg ein. Nach dem Sturz der Regierung kapitulierte Rumänien 1944 bedingungslos. In der neu gebildeten Regierung erlangten die Kommunisten immer stärkeren Einfluss, 1947 musste König Michael (1927–30 und ab 1940 auf dem Thron) abdanken. Rumänien geriet nun in den Einflussbereich der Sowjetunion.

Im Dezember 1989 beendete ein Volksaufstand die kommunistische Herrschaft. Nicolae Ceaușescu, seit 1965 Parteichef und seit 1974 Staatspräsident, wurde gestürzt und hingerichtet, die kommunistische Partei verboten. 1991 trat eine neue Verfassung in Kraft. Die politische Lage blieb zunächst instabil. 2001–08 verzeichnete die Wirtschaft Rumäniens ein relativ stabiles Wachstum, das aber mit dem Einsetzen der internationalen Finanzkrise abrupt endete. Die Überschuldung des Staatshaushalts erforderte drastische Einschnitte bei den öffentlichen Ausgaben. Der Anteil der Schattenwirtschaft ist hoch. Seit 1. 1. 2007 ist Rumänien Mitglied der Europäischen Union.

Basisdaten

Rumänien, rum. România, Republik Rumänien, ein Staat in Europa; Amtssprache: Rumänisch; Hauptstadt: Bukarest; Regierungssitz: Bukarest; Staatsform: Republik; Regierungssystem: Semipräsidentielles System; Staatsoberhaupt: Präsident; Regierungschef: Premierminister; Fläche: 238.391 km²; Einwohnerzahl: Knapp 20 Mill.; Währung: Leu (RON); Unabhängigkeit: 9. Mai 1877 (vom Osmanischen Reich); Nationalhymne: Deșteaptă-te, române!; Nationalfeiertag: 1. Dez.; Zeitzone: UTC+2 OEZ u. UTC+3 OESZ (Mär. bis Okt.); Kfz-Kennzeichen: RO; Internet-TLD: .ro; Telefonvorwahl: +40.

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