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Der Reihenschieber wurde 1957 von der Zentralstelle für das Chiffrierwesen in Bonn in Zusammenarbeit mit der Abteilung des Bundesnachrichtendienstes in Mehlem und der Fernmeldedienststelle der Bundeswehr entwickelt. Hiermit sollte der dringende Bedarf der 1956 gegründeten Bundeswehr nach einem neuen Verschlüsselungsverfahren erfüllt werden. Deutschland war es nach dem Zweiten Weltkrieg verboten worden, eigene Verschlüsselungssysteme zu entwickeln, so dass sie die Systeme C-52 und CD-57 von Hagelin nutzen mussten.[1]. Das System sollte Zahlenreihen generieren, die zur Verschlüsselung und Entschlüsselung von Nachrichten genutzt wurden. Das wie ein Rechenschieber aussehende Gerät verwendete 26 Stäbe, von denen 10 eingesteckt wurden. Vom Konstruktionsprinzip her liegt es zwischen Vigenère-Verschlüsselung und One-Time-Pad. Sender und Empfänger der Nachricht benötigen baugleiche Reihenschieber mit identischen Einstellungen.

In der Praxis hat sich der Reihenschieber nicht durchgesetzt, da die manuelle Codierung und Decodierung der Nachricht sehr aufwändig ist.[2]

Literatur

  • Michael van der Meulen: Reihenschieber. In: Cryptologia. Vol. 20, No. 2, 1996, S. 141–154.

Weblinks

  • Reihenschieber auf Kryptologicum vom Institut für Theoretische Informatik (ITI), Arbeitsgruppe Kryptographie und Sicherheit

Einzelnachweise

  1. Reihenschieber, abgerufen am 8. Januar 2016
  2. Klaus Schmeh: Der gescheiterte Westentaschen-Zufallsgenerator auf scienceblogs.de
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