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Portugal, amtlich portugiesisch República Portuguesa [-ˈgesa], deutsch Portugiesische Republik, Staat im Südwesten Europas, umfasst den Westteil der Iberischen Halbinsel (grenzt an den Atlantischen Ozean und Spanien), die Azoren und Madeira.

Das größtenteils gebirgige Land ist im Norden, wo die Gebirge Höhen von fast 2 000 m erreichen, dünn besiedelt und verkehrstechnisch wenig erschlossen. Nach Süden hin überwiegt das Flachland, durchzogen von einzelnen Mittelgebirgen. Entlang der Küste ziehen sich schmale, nach Süden breiter werdende Flachlandstreifen. Portugal hat maritimes bis subtropisches Klima; besonders im Norden fällt reichlich Niederschlag.

Wirtschaft Bearbeiten

Die Landwirtschaft nutzt knapp 50 % der Staatsfläche; angebaut werden Weizen, Mais, Roggen, Wein, Oliven, Zitrusfrüchte, Feigen und Reis; außerdem gibt es Schaf-, Schweine- und Rinderzucht. In den Wäldern wird vor allem Kork gewonnen. Große Bedeutung besitzen auch Fischfang und Fischverarbeitung (besonders Sardinen). Wichtigster Industriezweig ist die Textil- und Lederindustrie. Eine bedeutende Einnahmequelle ist der Tourismus.

Geschichte Bearbeiten

Die Iberische Halbinsel war seit der Altsteinzeit besiedelt. Die wichtigste Kultur der Jungsteinzeit war die Glockenbecherkultur, die sich von hier über Mittel- und Westeuropa ausbreitete. Unter Augustus wurde die römische Kolonisation abgeschlossen (26–19 v. Chr.). Seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. herrschten germanische Stämme, zu Beginn des 8. Jahrhunderts fiel Portugal an die Araber. Die Rückeroberung begann unter Ferdinand I. von Kastilien-León in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts; Alfons III. (1245–79) beendete die Herrschaft der Mauren in Portugal.

Seit Beginn des 15. Jahrhunderts unternahmen die Portugiesen Entdeckungsfahrten zur afrikanischen Küste, nach Indien und China. Portugal wurde zur bedeutenden Kolonialmacht. Das Aussterben des portugiesischen Königshauses Avis 1580 führte zur Personalunion mit Spanien. Erst nach einem Volksaufstand (1640) wurde Portugal wieder selbstständiges Königreich.

Innere Unruhen, Partei- und Verfassungskämpfe erschütterten im 19. Jahrhundert das Land. 1910 wurde die Republik ausgerufen, die wiederum durch soziale Auseinandersetzungen, Finanz- und Regierungskrisen gefährdet war. Nach einem militärischen Staatsstreich entstand 1926 eine Diktatur; die Macht lag jahrzehntelang in den Händen von General Oscar Antonio de Fragoso Carmona als Staatspräsident (1928–52) und António de Oliveira Salazar als Ministerpräsident (1932–68), die eine autoritäre Herrschaft nach faschistischem Muster errichteten. 1974 wurde das Regime in der »Nelkenrevolution« unblutig gestürzt, Portugal wurde nun eine Demokratie. In den Folgejahren entließ es seine Kolonien in Afrika in die Unabhängigkeit. 1986 wurde Portugal Mitglied der Europäischen Gemeinschaften. Im Zuge der Weltwirtschafts- und Finanzkrise ab 2010 beantragte Portugal finanzielle Hilfe aus dem EU-Rettungsschirm (2012–14). Aufgrund drastischer Sparmaßnahmen der Regierung kam es 2012 zu landesweiten Demonstrationen.

Basisdaten Bearbeiten

Portugal, Republik Portugal, ein Staat in Europa; Mitgliedschaft: EU, NATO u. UN; Amtssprache: Portugiesisch; Hauptstadt: Lissabon; Regierungssitz: Lissabon; Staatsform: Einheitsstaatliche Republik; Regierungssystem: Semipräsidentielle Demokratie; Staatsoberhaupt: Staatspräsident; Regierungschef: Premierminister; Fläche: 92.212 km²; Einwohnerzahl: Über 10 Mill.; Währung: Euro; Unabhängigkeit: 1143; Nationalhymne: A Portuguesa; Zeitzone: UTC±0 u. UTC+1 (Mär. bis Okt.); Kfz-Kennzeichen: P; Internet-TLD: .pt; Telefonvorwahl: +351.

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