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Der Pontos-Aufstand oder die Pontos-Erhebung (türkisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value)) war von Dezember 1920 bis zum 6. Februar 1923 während des Türkischen Befreiungskrieges ein Aufstand in ganz Nordanatolien mit dem Ziel der Errichtung eines unabhängigen Staates Pontos für die Pontosgriechen und dem Ende der Griechenverfolgungen im Osmanischen Reich.

Die 1904 im damals osmanischen Trapezunt errichtete Pontus Cemiyeti (‚Gesellschaft für den Pontos‘) und die Mukaddes Anadolu Rum Cemiyeti (‚Heilige anatoliengriechische Gesellschaft‘) wurden nach dem Ersten Weltkrieg aktiv, um einen lang ersehnten, von Batumi bis İnebolu reichenden und teilweise die Gegenden von Kastamonu, Çankırı, Yozgat, Sivas, Tokat, Amasya, Çorum, Gümüşhane und Erzincan umfassenden Staat für die pontosgriechische Bevölkerung zu errichten. Die Bevölkerung von Pontos war mit Waffen der während des Ersten Weltkrieges nach Ostanatolien eindringenden und sich später (1917) zurückziehenden russischen Armee ausgestattet, die beim Rückzug ihre Waffen einfach an Ort und Stelle beließ. Zusätzlich erhielten sie Waffenunterstützung aus England und Griechenland.

Zusammen mit Freiwilligen aus Griechenland, die zu Hilfe kamen, erhöhte sich die Zahl der Angehörigen der Pontos-Irregulären auf 25.000 Personen.[1] Es kam zu Übergriffen auf türkische Dörfer, in denen sich ihrerseits wieder bewaffnete Gruppen gründeten. Bei den Zusammenstößen mit Topal Osman, der seine Karriere als Bandenchef begonnen hatte, später aber offizielle Unterstützung erlangte, und seinen Waffenbrüdern mit den Rebellen konnte Topal Osman 2.500 Gewehre und 1.200.000 Stück Munition erbeuten. Topal Osman standen beim Aufstand Sakallı Nurettin Pascha und İpsiz Recep Emice bei. Im Jahr 1921 konnte die Türkische Nationalbewegung noch 10.000 Mann[2] gegen den Aufstand zur Verfügung stellen, von 1922 bis 1923 verdopplte sich die Zahl auf 20.000.[2] Insgesamt wurden 11.188 Aufständische[2] der griechischen Minderheit getötet und 10.886 gefangengenommen.[2] Allein in der Region Samsun wurden im April 1920 mehr als 700 Zivilisten getötet.[2] Auf türkischer Seite gab es bis Ende 1921 nach anderen Angaben 1.641 Verwundete,[3] 3.723 verbrannte Häuser,[3] gestohlene Tiere im Wert von 2 Millionen Türkischer Pfund[3] sowie gestohlenes Bargeld im Wert von 2 Millionen Goldpfund.[3] Zudem fanden Plünderungen und Zerstörungen großer Mengen an Waren und Gütern statt.[3]

Der Aufstand wurde bis zum 6. Februar 1923 niedergeschlagen. Ein Teil der orthodoxen Geistlichen, die in den Aufstand verwickelt waren, wurde ausgewiesen, ein anderer durch die sogenannten „Unabhängigkeitsgerichte“ (İstiklâl Mahkemeleri) abgeurteilt. Die griechischen Dörfer der Region wurden entvölkert und ihre Einwohner nach Inneranatolien deportiert. Durch den nachfolgenden Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei, bei dem die Angehörigen der pontosgriechischen Minderheit aus Anatolien nach Griechenland zwangsweise umgesiedelt wurden, wurde weiteren Unabhängigkeitsbestrebungen die Grundlage entzogen.[1][2][3]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 kurtulussavasi.org, Savaşlar ve Antlaşmalar: Batı Cephesi Savaşları
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 kurtulussavasi.org, Savaşlar ve Antlaşmalar: TBMM'ne karşı ayaklanmalar
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Dr. Yunus Kobal: Milli Mücadelede İç Ayaklanmalar, Hacettepe-Universität
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