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Die sogenannte Patriotismus-Debatte war eine in Deutschland geführte politische Debatte um Patriotismus in der Politik. Vor allem aus Kreisen der CDU/CSU kam die Forderung, dass Patriotismus wieder eine stärkere Rolle in der Öffentlichkeit spielen sollte. Oft wurde der Begriff umformuliert als „moderner Patriotismus“ oder „aufgeklärter Patriotismus“, um sich von nationalistischem Gedankengut abzugrenzen.

Die Debatte erreichte im Jahre 2004 einen vorläufigen Höhepunkt, nachdem am 19. September 2004 die rechtsextremen Parteien NPD mit 9,2 % der Stimmen in den sächsischen Landtag und DVU mit 6,1 % in den brandenburgischen Landtag gewählt worden waren.

Der damalige CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sagte am 6. Dezember 2004 im ZDF-Morgenmagazin: „Patriotismus ist eine emotionale Grundhaltung, die man mitbringt, wenn man etwas tun will für sein Land. Wir brauchen schon in Deutschland ein bisschen mehr Selbstbewusstsein.“[1]

Den Befürwortern des Patriotismus wurde vorgeworfen, nicht weit vom Nationalismus entfernt zu sein. Zudem wurde daran erinnert, dass unter Bismarck den Sozialdemokraten vorgeworfen wurde, sie seien „vaterlandslose Gesellen“, und somit eine vergleichbare Argumentation vorliege. Es wurde die Inhaltsleere der Forderung beklagt.

Laut einer Umfrage unter 2331 Wahlberechtigten, die das ZDF-Politbarometer am 10.  Dezember 2004 veröffentlichte, hielten 57 Prozent der Deutschen das Thema für ein nicht so wichtiges oder überhaupt nicht wichtiges, 40 Prozent für sehr wichtig oder wichtig. 75 Prozent waren der Meinung, dass man als Deutscher genauso stolz auf sein Land sein kann wie andere Nationen; 22 Prozent waren nicht dieser Meinung.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/union-wirtschaftsfluegel-wettert-gegen-patriotismus-debatte-a-331159.html
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