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Pallottinische Exerzitien sind geistliche Übungen, mit geistlichen Impulsen aus der Spiritualität Vinzenz Pallottis (ital. Vincenzo Pallotti ). Der Heilige lebte von 1795 bis 1850 in Rom und schuf eine Apostolats-Bewegung (UNIO) aus Klerikern und Laien. Die Pallottiner, eine weltweit tätige, Apostolische Gemeinschaft aus Männern, führen das Werk Vinzenz Pallottis bis heute fort. In den Pallottinischen Exerzitien sollen die existentiellen Gotteserfahrungen Pallottis nachvollziehbar und eigene spirituelle Erfahrungen oder Gotteserfahrungen ermöglicht werden.

Entstehung

In Vinzenz Pallottis Schriften findet sich der von den Franziskanern (nach Franziskus von Assisi) übernommene Begriff der „Sacri Ritiri“, in der Bedeutung: „Orte der Einsamkeit um des Apostolates willen“. Die Häuser der Pallottiner sollen solche Orte der Zurückgezogenheit sein, mitten im Trubel der Seelsorge und dem Dienst am Nächsten.[1] Für Vinzenz Pallotti gehörten Arbeit und Gebet, Aktion und Kontemplation zusammen. Er sah Gott in allem. Für ihn hatte beten und arbeiten immer etwas mit Begegnung zu tun. Begegnung mit Gott. So sah er auch die Arbeit, als Begegnung mit Mitmenschen und über sie – als Abbilder Gottes - als Begegnung mit Gott[2]. Trotzdem waren ihm Stille und Exerzitienzeiten sehr wichtig. Er wurde in frühester Jugend bereits von den Ideen der Salesianer (Franz von Sales) und der Jesuiten (Ignatius von Loyola) beeinflusst. Deshalb folgten seine Exerzitien den Grundzügen der ignatianischen Geistlichen Übungen, aber auch der salesianischen Praxis des Gebetes „Einatmen – Ausatmen“ und dem sogenannten Jesusgebet[3].

Gegenwart

Pallottinische Exerzitien sind sogenannte Kontemplative Exerzitien, sie werden von den Pallottinern angeboten und gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ständig weiterentwickelt.

Dabei gibt es eine gemeinsame Basis für jedes Exerzitien-Angebot: 1. Professionelle, erfahrene Anleitung und individuelle Begleitung durch Kleriker und Laien. 2. Fünf bis sieben Tage, durchgehendes Schweigen. 3. Tägliche Eucharistiefeier, gemeinsame und persönliche Gebetszeiten, pallottinische Impulse. 4. Anleitung zur Meditation (z.B. mit dem Jesusgebet / Herzensgebet), Übungen zur Körperwahrnehmung.

Pallottinische Exerzitien finden derzeit nur in pallottinischen Häusern und im Provinzialat der Pallottiner statt.

Literatur

  • Josef Danko, Mitverantwortung aller, Pallotti Verlag, Friedberg 1999, ISBN 3-87614-063-3
  • Pat Jackson, Die Liebe Christi drängt uns, Pallotti Verlag, Friedberg 2001, ISBN 3-87614-064-1
  • Brigitte Proksch, Spiritualität für die Gegenwart, Pallotti Verlag, Friedberg 2016, ISBN 978-3-87614-038-4

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Josef Danko, Mitverantwortung aller, S. 56ff.
  2. vgl. Josef Danko, Mitverantwortung aller, S. 120ff., vgl. Brigitte Proksch, Spiritualität für die Gegenwart, S. 80ff.
  3. vgl. Pat Jackson, Die Liebe Christi drängt uns, S. 118 f.
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