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Als Munzinger-Express wurden die von 1965 bis 1979 verkehrenden Eilzüge zwischen Zweibrücken Hauptbahnhof und Mainz Hauptbahnhof im Volksmund bezeichnet. Ihren Namen erhielten sie durch den früheren Zweibrücker Oberbürgermeister Oskar Munzinger (1911–1983), der sich maßgeblich für sie eingesetzt hatte.

Geschichte

Oskar Munzinger wurde 1959 für die Dauer von zehn Jahren Oberbürgermeister von Zweibrücken. Vier Jahre später zog er in den Landtag Rheinland-Pfalz ein. Dabei hatte er ein Interesse daran, zwischen seinen beiden Arbeitsplätzen umsteigfreie Zugverbindungen zu schaffen. Die kürzest mögliche Verbindung zwischen diesen beiden Städten hatte zu diesem Zeitpunkt bereits an Bedeutung verloren. Eine wesentliche Rolle hatte dabei gespielt, dass die Bahnstrecke Homburg–Zweibrücken und die sich anschließende Glantalbahn teilweise im Saarland und teilweise in Rheinland-Pfalz befanden. Diese Grenzziehung führte zu einer Verlagerung der Verkehrsströme. So war Zweibrücken entlang der erstgenannten Bahnstrecke der einzige Ort in Rheinland-Pfalz und die Glantalbahn litt neben der dünnen Besiedlung der Region darunter, dass sich die Verkehrsströme innerhalb der nordwestlichen Pfalz zunehmend in Richtung Kaiserslautern orientierten. Betroffen war vor allem der südliche Abschnitt Homburg–Glan-Münchweiler, der die Grenze zwischen den beiden Bundesländern passierte. Beide Strecken hatten nach dem Zweiten Weltkrieg deshalb ihr zweites Gleis verloren. Der nördliche Glantalbahnabschnitt OdernheimBad Münster wurde gar 1961 stillgelegt und in den beiden Folgejahren vollständig abgebaut.[1]

Eine Verbindung sollte beide Strecken – vor allem die Glantalbahn – beleben. 1965 wurden zwei entsprechende Eilzüge eingerichtet. Aufgrund der bereits fehlenden Verbindung Odernheim–Bad Münster mussten sie nach Staudernheim fahren und dort die Fahrtrichtung wechseln. Bis Bad Kreuznach benutzten sie anschließend die Nahetalbahn, danach die Bahnstrecke Gau Algesheim–Bad Kreuznach und schließlich die Linke Rheinstrecke. Im Volksmund wurden diese Züge aufgrund des Engagements ihres Initiators auch als „Munzinger-Express“ bezeichnet. 1967 gab es ein weiteres Paar zwischen Homburg und Gau Algesheim. Ab 1970 waren diese Verbindungen offiziell nur noch Nahverkehrszüge, ehe sie 1979 komplett eingestellt wurden.[2][3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Skriptfehler
  2. Skriptfehler
  3. Skriptfehler
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