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Das menschliche Gehirn ohne rechtes Großhirn, Frontallappen sind rot markiert. Mensch, eine Unterart des Homo sapiens sapiens der Art des Homo sapiens [lat. f. »vernunftbegabter Mensch«]; er ist das einzige noch lebende Mitglied der menschlichen Gattung Homo u. gehört mit den Halbaffen und Affen dem Zweig der Primaten (Primates) an. Die wichtigsten Eigenschaften des M. sind der aufrechte Gang u. der Wegfall des tierischen Haarkleids sowie die hohe Entwicklung seines Gehirns, mit dem er in der Lage ist, zu denken, zu sprechen u. seine Umgebung bewusst zu verändern. Diese Fähigkeiten machen den Menschen zum höchstentwickelten Lebewesen auf der Erde.

Anthropologie

Der Mensch ist das geistig höchstentwickelte ird. Lebewesen; in der zoolog. Systematik ein Säugetier der Ordnung Primaten, nach morpholog., anatom., serolog., genet. u. a. Befunden näher mit dem Schimpansen verwandt als dieser mit dem Orang-Utan. Aufgrund seiner Fähigkeit, sachorientiert u. abstrakt zu denken u. zu sprechen und dadurch seine Umwelt gezielt zu gestalten, nimmt der M. in der Natur eine Sonderstellung ein. Der für die M.-Werdung, d. h. die Entwicklung des M. aus einem gemeinsamen Primatenstamm, entscheidende Zeitraum war vor etwa 5 bis 2 Mio. Jahren; vor etwa 4 bis 3 Mio. Jahren lebten die Ur-M., frühe Vorläufer des Jetzt-M. Die Entwicklungsstadien sind im Einzelnen strittig, fest steht aber, dass die Aufrichtung zur zweibeinigen Körperhaltung und Fortbewegung früher erfolgte als die Entwicklung des Gehirns, v. a. der Großhirnrinde, über das bei den Menschenaffen erreichte Maß hinaus. Mit dem Übergang zur Zweibeinigkeit verbunden war auch eine funktionale Änderung der Hand vom Greifen zum Ergreifen und »Handhaben«; die Zusammenarbeit zw. Händen u. Gehirn war für die Weiterentwicklung des M. außerordentlich bedeutsam. Das wesentl. Merkmal des M. ist seine Sprachfähigkeit mitsamt den anatom. Voraussetzungen dafür (Sprachzentrum im Gehirn, Kehlkopf-, Mund- u. Rachengestaltung). Der Jetzt-M. (Homo sapiens sapiens) erschien nach dem Früh-M. (vor etwa 600.000 Jahren) und dem Alt-M. (Neandertaler, vor etwa 300.000 bis 30.000 Jahren) relativ unvermittelt vor etwa 40.000 Jahren.

Aufgrund der Größe u. Leistungsfähigkeit seines Gehirns ist der M. außerordentlich lernfähig u. durch seine Sprachbegabung auch imstande, das Gelernte weiterzugeben, sowohl direkt von Individuum zu Individuum, als auch indirekt durch Aufzeichnung. Der sozialisierenden u. kulturbildenden Bedeutung der Information u. der Kommunikation für den M. entsprechen gewisse seiner Eigentümlichkeiten. So hat er als Phase intensiven Lernens eine vergleichsweise lange Kindheit, u. seine Sexualität ist nicht nur biologisch, sondern auch sozial und kulturell geprägt. Das Heranwachsen des M. zu einem reifen Geschlechtswesen, einer Frau oder einem Mann, unterliegt andauernden steuernden Einflüssen, von der genet. Geschlechtsbestimmung zum Zeitpunkt der Befruchtung (Geschlechtschromosomen: XXweiblich, XYmännlich) über die Steuerung vieler Körperfunktionen (v. a. die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale im Embryonalstadium u. in der Pubertät) durch Geschlechtshormone, über die unbewusste, gesellschaftlich bedingte Aneignung von Vorstellungen über die Geschlechterrollen bis zu bewusst-rationalen Entscheidungen über das eigene Verhalten im Erwachsenenalter. Aus der innigen gegenseitigen Durchdringung von Natur u. Kultur in der Sexualität resultieren persönl. und gesellschaftl. Konflikte (z. B. Patriarchat u. Frauenbewegung).

Der Körper des M. besteht zu etwa 60 % aus Wasser, 20 % aus Eiweißstoffen, 15 % Fett und 5 % Mineralstoffen; etwa 8 % des Körpergewichts entfallen auf das Blut. Die Eingeweide umfassen: Atmungssystem, Herz-Kreislauf-System, Harnsystem, innersekretor. Drüsen (Hormondrüsen), Geschlechtsorgane. Alle Lebensvorgänge werden vom Nervensystem in Verbindung mit dem Hormonsystem gesteuert u. geregelt. Die Wiss. vom M. ist die Anthropologie.

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