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Der Medinetz Dresden e. V. ist eine Menschenrechtsinitiative in Dresden, die anonym und kostenlos medizinische Hilfe für Flüchtlinge und Migranten ohne Aufenthaltsstatus vermittelt. Sie ist eines von rund 30 Medinetzen und -büros in Deutschland.

Verein Bearbeiten

Der Verein ist ein unabhängiges Netzwerk, das u. a. aus Ärzten, Psychotherapeuten, Hebammen, Dolmetschern und Medizinstudenten besteht.

Ursprünglich aus der Dresdner Studentengruppe des Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW) hervorgegangen, wurde der Verein 2005 gegründet. Patienten ohne Papiere werden von den Mitgliedern von Medinetz an Ärzte, Krankenhäuser oder Hebammen vermittelt, welche sie ggf. kostenlos behandeln. Der Verein schützt dabei die Menschen vor Abschiebung, indem keine Behörden in den Behandlungsprozess eingebunden werden und somit die Übermittlungspflicht entfällt. Zu diesem Zweck arbeitet der Verein mit mehr als 70 niedergelassenen Ärzten und zwei Hebammen zusammen. Deutschlandweit gibt es rund 20 solcher Netzwerke.[1]

Gegenwärtig (2013) hat der Verein rund 15 aktive Mitglieder, vorwiegend Medizinstudenten, aber auch Studenten anderer Fachrichtungen, Ärzte sowie eine Juristin.

Im Jahr 2009 stellte der Radeburger NPD-Stadtrat Simon Richter einen Strafantrag gegen das Medinetz Dresden wegen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt. [2]

Der Verein wurde 2009 mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet, ein Vertreter des Vereins erhielt 2011 die Reader’s Digest-Auszeichnung „Ehrenamt des Jahres“ [3], ein weiterer wurde im selben Jahr zu einem der „Dresdner des Jahres“ gewählt.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Sächsische Landesärztekammer: Treffen der Medinetze in Leipzig – Medizinische Versorgung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus
  2. addn.me: NPD stellt Strafanzeige gegen Medinetz Dresden e.V., 28. September 2009
  3. dnn-online.de: Dresdner Medizinstudent wird mit dem Preis „Ehrenamt des Jahres 2011“ ausgezeichnet, 6. Juni 2011
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