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Dies ist eine Liste ehemaliger prominenter AfD-Mitglieder. Es werden bekannte Personen aufgeführt, die vor allem aufgrund der politischen Entwicklungen innerhalb der Partei aber auch anderen Beweggründen seit 2013 aus der Alternative für Deutschland (AfD) ausgetreten sind. Wiederholt und seit längerer Zeit berichteten die Medien u.a. das Fernsehmagazin Monitor[1] (WDR) über Austritte von prominenten AfD-Mitgliedern und Funktionsträgern der Partei; oft waren es eher liberale Mitglieder, die der AfD aufgrund eines wahrgenommenen „Rechtsrucks“ den Rücken kehrten.[2][3][4] Etwa der Rechtsextremismusforscher Alexander Häusler (2015) macht in einer Studie einen „Rechtstrend an der Basis der Partei“ aus.[5] Zudem sieht er sie seit Beginn an geprägt von „massiven Querelen und Richtungskämpfen“.[6] Der Verein Weckruf 2015 um AfD-Europaabgeordnete wurde öffentlich dahingehend interpretiert, dass er den möglichen Austritt von Gleichgesinnten ebnen solle.[7] Nach dpa-Informationen gebe es nach dem Parteitag der AfD in Essen (Juli 2015) Anzeichen für einen „gemeinschaftlichen Austritt“ von sogenannten Lucke-Anhängern.[8] Bernd Lucke sprach selbst von einem „wahrscheinlichen“ Austritt.[9] Nach dem Parteitag kündigte Joachim Starbatty seinen Austritt an und trat mit sofortiger Wirkung vom Vorsitz des Beirates zurück.[10] Auch die Europaabgeordneten Ulrike Trebesius[11] und Bernd Kölmel[12] gaben bekannt, der Partei den Rücken kehren zu wollen. Auch Uwe Zimmermann, Vorstandssprecher der AfD Rheinland-Pfalz, kündigte seinen Austritt an.[13]

Personen

Sonstige Gründe

Ausrichtung der Partei

  • Michaela Merz, ehemalige Landessprecherin der AfD-Thüringen und Mitglied des Bundesvorstandes; Austritt im September 2014: „liberale[] Philosophien haben in der AfD keine Bedeutung mehr“[16][17]
  • Sebastian Moll, Oktober 2014: „die AfD in die Tradition der deutschnationalen Bewegung und der NSDAP“[18]
  • Alexander Dilger, ehemaliger Landessprecher der AfD-Nordrhein-Westfalen; Austritt im Juli 2015, „da diese Partei leider unrettbar gescheitert und für seriöse Bürger keine Alternative mehr ist.“[19]
  • Hans-Olaf Henkel, Mitglied des Europäischen Parlaments; Austritt am 5. Juli 2015: „Mit der Wahl Petrys zur alleinigen Parteisprecherin hat sich die Mehrheit der in Essen anwesenden Parteimitglieder nicht nur für einen scharfen Rechtskurs, sondern auch für Pöbelei, Protest und dem Verbreiten von Vorurteilen entschieden“[9]

Einzelnachweise

  1. Achim Pollmeier, Kim Otto, Peter Onneken: Alternative für Deutschland – Wie eine Partei immer stärker nach rechts kippt. 11. September 2014.
  2. Christoph Asche: AfD: Ex-Parteifunktionär rechnet mit der AfD ab. huffingtonpost.de, 1. August 2014.
  3. AfD-Vize-Landeschefin Klingel wirft hin, SWR Fernsehen, 21. Januar 2015.
  4. Jürgen Zurheide: "Für mich als Liberale deutlich zu weit rechts". Deutschlandfunk, 13. September 2014.
  5. Alexander Häusler, Rainer Roeser: Die rechten ›Mut‹-Bürger. Entstehung, Entwicklung, Personal & Positionen der »Alternative für Deutschland«. VSA, Hamburg 2015, ISBN 978-3-89965-640-4, S. 86.
  6. Alexander Häusler, Rainer Roeser: Die rechten ›Mut‹-Bürger. Entstehung, Entwicklung, Personal & Positionen der »Alternative für Deutschland«. VSA, Hamburg 2015, ISBN 978-3-89965-640-4, S. 7.
  7. Susanne Betz: AfD bricht auseinander. B5 aktuell, 19. Mai 2015.
  8. dpa: Lucke-Anhänger beraten über kollektiven Austritt aus der AfD. faz.net, 5. Juli 2015.
  9. 9,0 9,1 Henkel verlässt die AfD. heute.de, 5. Juli 2015.
  10. Tübinger Professor enttäuscht über Kurs und Stil der AfD. tagblatt.de, 5. Juli 2015.
  11. Peter Höver: Lucke vs. Petry: AfD in SH in Turbulenzen. shz.de, 6. Juli 2015.
  12. Austrittswelle erfasst die AfD. faz.net, 6. Juli 2015.
  13. Rolf Seydewitz: Rheinland-pfälzischer AfD-Chef Zimmermann will aus der Partei austreten. volksfreund.de, 6. Juli 2015.
  14. Marcus Janz: Ex-Abgeordneter fehlte acht Monate im Landtag - keine Sanktionen, HNA, 10. März 2014.
  15. AfD-Ratsherr Menno Aden tritt EBB bei - SPD bricht Gespräche ab. WAZ, 5. Juni 2014.
  16. maboh: AfD: Enttäuschte Funktionärin entlarvt eigene Partei. huffingtonpost.de, 16. September 2014.
  17. Begründung zum Austritt aus der AfD. blog.michaelamerz.com, 15. September 2015.
  18. Günther Lachmann: „Oben gibt es die Professoren, unten die Proleten“. Theologe Sebastian Moll hielt es nur sechs Monate in der AfD. Jetzt steigt er aus. In: Die Welt, 10. Oktober 2014, Nr. 236, S. 6.
  19. Alexander Dilger: Petrys Pyrrhussieg und mein AfD-Austritt. alexanderdilger.wordpress.com, 4. Juli 2015.
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