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Bei einem Legionär handelt es sich um einen Sportler, der seiner professionellen sportlichen Tätigkeit außerhalb seines Heimatlandes nachgeht. Die Bezeichnung wird dabei fast ausschließlich für Spieler von Mannschaftssportarten verwendet. Viele Profis werden in ihrem Gastland eingebürgert, um für die Nationalmannschaft spielen zu können.

Je höher der Stellenwert einer Sportart in einem Land ist und je stärker diese im internationalen Vergleich besetzt ist, desto größer ist auch das Ansehen und oft auch das Einkommen der Sportler. Daher ist es für ausländische Spieler interessant, in einer Mannschaft in einem dieser Länder unterzukommen. Paradebeispiele sind hier die typischen US-amerikanischen Ballsportarten wie American Football, Baseball und Basketball.

Legionäre sind oft fester Bestandteil der Nationalmannschaft ihres Herkunftslandes. Dies galt jedoch nicht immer, die ersten im Ausland spielenden Profis blieben noch aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft betraf dies beispielsweise Emil Walter als Berufsspieler, als dies noch dem Ethos des DFB widersprach, später Oskar Rohr aus politischen Gründen sowie Bert Trautmann, Ludwig Janda und Horst Buhtz, bei denen eher technische Gründe einem Einsatz im Wege standen, weil Länderspieltermine noch nicht international abgestimmt wurden. Horst Szymaniak war nach seinem Wechsel zu Catania Calcio 1961 der erste Italien-Legionär in der Nationalelf, noch in den 1960er Jahren folgten Helmut Haller, Albert Brülls und Karl-Heinz Schnellinger.

Auch für die Verhältnisse ihres Heimatlandes weniger begabte Spieler können als Legionär im Ausland in Erscheinung treten, wenn das spielerische Niveau ihres Heimatlandes über dem der meisten Länder liegt. Somit reichen sie als Spieler zwar mit ihrer Begabung nicht an die Besten ihres Landes heran, heben sich aber vom Durchschnitt des Ziellandes dennoch ab. Dies gilt insbesondere für die über 5000 Brasilianer in ausländischen Ligen. Nach Angaben des brasilianischen Fußballbundes CBF sind alleine im Jahr 2008 1176 Spieler ins Ausland gewechselt.[1]

Für den Anstieg der Fußball-Legionäre in Europa ab der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre ist vor allem das Bosman-Urteil verantwortlich.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Philipp Selldorf: Ein Brasilianer? Nein, danke!, Süddeutsche Zeitung vom 3. Februar 2009.
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