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Leandra Ulsamer (* 20. September 1932 in Würzburg) ist eine deutsche Franziskanerin aus dem Orden der Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu. Bekanntheit erlangte sie als Leiterin des Kräutergartens im Kloster Oberzell bei Würzburg.

Leben

Leandra Ulsamer wurde 1932 als drittes von neun Kindern in eine religiöse, unpolitische Würzburger Kaufmannsfamilie geboren. Nach eigenen Aussagen wurde sie während der Schulzeit aufgrund ihrer Religiosität benachteiligt.[1] Mit 18 Jahren trat sie 1951 in das Kloster Oberzell ein.[2] Als Erzieherin arbeitete sie im Auftrag des Ordens mit Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen, u.a. 14 Jahre im Antonia-Werr-Zentrum St. Ludwig (Wipfeld). Ende der 1980er kehrte sie in das Mutterhaus des Ordens nach Oberzell zurück, wo sie die Klosterbibliothek übernahm und wenig später einen Kräutergarten anlegte.[2] Anfangs lediglich zum Anbau von Kräutern für die Zubereitung von Tees gedacht, wuchs der Garten schnell zu einem der größten[3] und schönsten[4] Kräutergärten in Deutschland.

Über die Apothekerin Katharina Mantel, die regelmäßig bei der Gartenarbeit half, entwickelte sich ein Kontakt zum Würzburger Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer, der zu einer engen Zusammenarbeit mit der 1999 gegründeten Forschergruppe Klostermedizin führte.[5] Sr. Leandra und ihr Garten standen nachfolgend im Zentrum der Berichterstattung über die Erforschung der Epoche der Klostermedizin durch die Universität Würzburg, was dem Garten und seiner Leiterin überregionale Bekanntheit bescherte. Die Frankfurter Rundschau[3], Die Welt[6], der Deutschlandfunk[7], vielfach der Bayerische Rundfunk[8], die Frauenzeitschrift Bild der Frau[9], das Internetportal Katholisch.de[10] und Kirche in Bayern[11] berichteten neben zahlreichen anderen Medien über Sr. Leandra und ihren Garten.

Der Kräutergarten

Sr. Leandras Garten verzichtet im Gegensatz zu historischen Vorbildern vollkommen auf Beete. Die einzelnen Pflanzen, insbesondere Lavendelarten, Ringelblume, Melisse und Minzen, sind nicht streng voneinander getrennt, sondern finden sich oftmals über den ganzen Garten verteilt. Bis zu einem gewissen Grad lässt Sr. Leandra die Pflanzen selbst entscheiden, wo sie am liebsten wachsen möchten. Neben Heilkräutern finden sich auch Zierpflanzen wie verschiedene Rosen, Sonnenstern und Tagetes.

Durch den Garten führen unregelmäßige, mit Dachschiefern bedeckte Wege. Zum Main hin begrenzt eine Steinmauer den Garten, die im Sommer großflächig mit Kapuzinerkresse überwuchert ist. Schiefertafeln dienen auch zur Beschreibung einzelner Pflanzen und deren Heilwirkung. Aufgelockert wird dies durch große Steine, Baumstümpfe und weitere Tafeln, auf denen Verse aus dem Sonnengesang des hl. Franziskus zitiert werden.[12][13]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Schwester Leandra – die Seele des Kräutergartens im Kloster Oberzell. Ausführliches Interview im Würzburger Anzeiger, Oktober 2013 (S. 8ff.)
  2. 2,0 2,1 Mit Heilkräutern kennt sie sich aus. Porträt in der Main-Post, 1. August 2004
  3. 3,0 3,1 Heilung aus Gottes Kräutergarten. In: Frankfurter Rundschau, 13. August 2010
  4. Klostergärten in Deutschland. In: Brigitte Woman, Mai 2012
  5. „Kräuter sind wieder aktuell“ Interview mit Johannes Gottfried Mayer auf katholisch.de
  6. Die Kraft der Kräuter. In: Die Welt, 10. November 2001
  7. Die Pflanzen eines Klostergartens. Reportage im Deutschlandfunk, 10. April 2012
  8. u.a. Faszination Wissen: Heilen wie im Mittelalter – Die Geheimnisse der Klostermedizin. Erstausstrahlung am 11. Dezember 2011
  9. Die 25 besten Heilpflanzen gegen Erkältung. In: Bild der Frau, 17. September 2010
  10. Was Kräuter Gutes tun. Reportage auf katholisch.de
  11. Klostermedizin wiederentdeckt. Bericht von Kirche in Bayern, Juli 2013
  12. Czygan et al. 2009, S. 96ff.
  13. Mayer 2013, S. 8ff.
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