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Erhard Ludwig Kurt Wachsmann (* 6. Mai 1886 in Doktorowo, Kreis Grätz, Provinz Posen; † 31. August 1944 in Ružinov) war ein deutscher Jurist und Staatsbeamter.

Leben und Tätigkeit

Wachsmann war ein Sohn des preußischen Landgerichtsdirektors Adolph Wachsmann und seiner Ehefrau Elisabeth, geborene Schwinning. Nach dem Schulbesuch studierte Wachsmann Rechtswissenschaften. Nach dem Bestehen des Ersten Juristischen Staatsexamens begann er 1909 den Juristischen Vorbereitungsdienst als Gerichtsreferendar. 1910 promovierte er mit einer Arbeit über eine Spezialfrage des bürgerlichen Rechts zum Dr. jur. 1914 folgte die Große Juristische Staatsprüfung und die Ernennung zum Gerichtsassessor.

Ab 1915 nahm Wachsmann am Ersten Weltkrieg teil. 1917 wurde er zum Kriegsgerichtsrat in Lötzen und zum Polizeirichter in Riga ernannt. 1918 folgte die Beförderung zum Bezirksrichter ebendort.

Nach dem Krieg trat Wachsmann als Hilfsarbeiter in das Landespolizeiamt Berlin ein. Später im selben Jahr wechselte er als Regierungsassessor ins Reichsfinanzministerium, wo er 1920 zum Regierungsrat befördert und dem Finanzminister Matthias Erzberger als persönlicher Referent zur Seite gestellt wurde. 1922 folgte die Beförderung zum Oberregierungsrat und 1924 die Beförderung zum Ministerialrat.

Als der bisherige Reichsfinanzminister Hans Luther 1925 zum Reichskanzler ernannt wurde, nahm er Wachsmann als persönlichen Vertrauensmann mit in die Reichskanzlei, wo dieser fortan den Posten eines Referenten einnahm.[1]

Im Oktober 1926 kehrte Wachsmann als Ministerialrat in das Reichsfinanzministerium zurück, wo er 1928 zum Ministerialdirigenten befördert wurde. 1930 wechselte er als Abteilungsleiter ins Reichsernährungsministerium.

In den Jahren 1930 bis 1931 amtierte Wachsmann als Vertreter des Reichskommissars für die Osthilfe in der Oststelle der Reichskanzlei. 1932 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt, jedoch noch im selben Jahr als kommissarischer Leiter des Landesfinanzamtes Schleswig Holstein reaktiviert.

Um 1935 ist Wachsmann als Mitglied des Vorstands der Deutschen Finanzierungsinstitut AG nachweisbar. Ferner war er zu dieser Zeit Direktor der Tilgungskasse für gewerbliche Kredite (Tilka) und Mitglied des Aufsichtsrates der Ersten Böhmischen Kunstseidenfabrik AG.

Wachsmann wurde am 31. August 1944 zusammen mit seiner Ehefrau und siebzig weiteren Personen infolge des russisch-tschechoslowakischen Aufstandes in Rosenheim erschossen.

Schriften

  • Ist die Eintragungsbewilligung des § 19 G.B.O. eine Verfügung im Sinne des bürgerlichen Rechts?, 1910.

Literatur

  • Peter Christian Witt: „Konservativismus als 'Überparteilichkeit'. Die Beamten der Reichskanzlei zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik 1900-1933“, in: Dirk Stegmann (Hrsg.): Deutscher Konservatismus im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Fritz Fischer zum 75. Geburtstag und zum 50. Doktorjubiläum, Berlin 1983, S. 277.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Edmund Clingan: The Lives of Hans Luther, 1879-1962. German Chancellor, Reichsbank President, and Hitler's Ambassador', Lanham 2010, S. 56.



Fairytale kdmconfig Profil: Wachsmann, Kurt
Namen Wachsmann, Erhard Ludwig Kurt (vollständiger Name)
Beruf deutscher Jurist und Staatsbeamter
Persönliche Daten
Geburtsdatum 6. Mai 1886
Geburtsort Doktorowo, Kreis Grätz, Provinz Posen
Sterbedatum 31. August 1944
Sterbeort Ružinov
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