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Kultbilder oder Kultusbilder sind bildliche Darstellungen, die in religiösen Kulthandlungen eine besondere Verehrung genießen. Sie können eine Gottheit, ihr Symbol oder höhere Wesen darstellen, aber auch religiös bedeutsame Personen, Ereignisse oder Szenen.[1]

Das Kultbild im Christentum

Während in vielen früheren Kulturen und der Antike die Kultbilder oder -Statuen der Gottheit bzw. dem Verehrten gleichgesetzt und als solche angebetet wurden, lehnte das Judentum dies als Götzendienst ab. Das mosaische Bilderverbot galt auch im Frühchristentum, doch wurden hier oft Monogramme und heilige Symbole wie Kreuz, Fische, Hirte oder Lamm verwendet. Als im 3. Jahrhundert die Bilder gegenständlicher wurden, gab es wiederholte Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern (Ikonodulie) und Bilderstürmern (Ikonoklasmus). Einheitliche Regeln zur Bilderverehrung beschloss das Konzil von Nicäa (787): verehren dürfe man Darstellungen Christi, Mariä und der Heiligen, anbeten jedoch nur die Dreifaltigkeit.

In den orthodoxen Kirchen haben die Kultusbilder seither in Form der Ikonen eine wichtige Stellung im Gottesdienst. Dargestellt werden vor allem Christus und die Gottesmutter Maria, aber auch Engel, Heilige und Gestalten des Alten Testaments. Die Darstellungsform und religiöse Bedeutung der Bilder ist meist durch traditionelle Symbole der Ikonenschulen festgelegt. Die Verehrung ist üblich durch Küssen, Kniebeuge und Weihrauch. Ausdruck der Ikonenverehrung ist u.a. die Ikonostase zwischen Altar- und Gemeinderaum.

In der katholischen Kirche sind die Darstellungsformen freier und ihre Details dem jeweiligen Künstler überlassen. Die Verehrung ist weder empfohlen noch Teil des Gottesdienstes und erfolgt daher still. Die evangelische Kirche kennt i.a. keine Bilderverehrung.

Islam und Buddhismus

Der Islam lehnt bildliche Darstellungen generell ab (Bilderverbot). Die religiöse Kunst bedient sich daher vorwiegend der Ornamente. Gegenständliche Verehrung durch Küssen und Berühren genießen jedoch - besonders in der Schia - Schreine und besondere Gedenkstätten.

Auch der frühe Buddhismus lehnte jede Form der Bildverehrung strikt ab und kannte für Buddha nur symbolische Darstellungen. Eine reiche Bilderwelt entstand jedoch in Tibet, die vor allem als Hilfe zur Meditation dient.

Hinduismus

Im Hinduismus spielen neben Mandalas bildliche, detailreiche Darstellungen von Gottheiten und zur Mythologie eine große Rolle. Das Bild im Tempel oder am Hausaltar vermittelt die göttliche Anwesenheit und soll zur inneren Schau (Kontemplation) führen. Auch Zeremonien mit den Kultbildern sind gebräuchlich, etwa Fußwaschung oder Baden, Salbung, Beräucherung und Speisereichung.

Die Gottheiten werden oft mit vielen Armen oder mehreren Köpfen dargestellt, um ihre Fähigkeiten und Kräfte anzudeuten. Hinweise dazu gibt die indische Mythologie in den Schriften der Puranas. Eine sehr häufig dargestellte Göttin ist Kali; die Tempelbildnisse von Vishnu, Shiva oder Durgasind Gegenstand spezieller Riten, etwa durch Verwendung einer duftenden Blüte.

Einige Richtungen wie der Shivaismus lehnen Kultbilder und -Statuen zwar ab, akzeptieren sie aber als Gebetshilfe für das einfache Volk.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Das Kultbild in der Spätantike und im frühen Christentum abg. am 3. Oktober 2014
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