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Juristische Elternschaft bezeichnet die rechtliche Festlegung, wer als Mutter und wer als Vater eines Kindes gilt; sie kann sich von der biologischen und der sozialen Elternschaft unterscheiden. Juristische Elternschaft besteht auch durch Adoption einer Person „an Kindes statt“. Als juristische Elternschaft wird die Elternrolle von Müttern und Vätern dann bezeichnet, wenn sie von der Gesetzgebung des jeweiligen Staates anerkannt wird.

In der Regel wird die juristische Elternschaft nach der Geburt eines Kindes seiner Mutter und ihrem Ehemann zugesprochen, als juristischer Vater kann in den meisten Staaten auch der biologische Vater benannt werden. Darüber hinaus kann ein Mann durch eine Vaterschaftsanerkennung zum juristischen Vater eines Kindes werden, unabhängig davon, ob es sein biologisches Kind ist. Abhängig von den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes kann die juristische Elternschaft unter Umständen auch von zwei Müttern, von zwei Vätern, oder von mehr als zwei Elternteilen wahrgenommen werden.[1]

Mit der juristischen Elternschaft sind bestimmte Rechte verbunden, beispielsweise das Sorgerecht. Die juristische Elternschaft begründet zugleich die Unterhaltspflicht und darüber hinaus auch die sittliche Pflicht, für den Unterhalt des Kindes bis zum Abschluss einer seiner Neigung entsprechenden Ausbildung aufzukommen.

Deutschland

Im Bürgerlichen Gesetzbuch legt § 1591 fest: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat“;[2] dies gilt auch für das Austragen einer fremden Eizelle (siehe Eizellspende). Als Vater eines Kindes gilt grundsätzlich der mit der Mutter verheiratete Mann, oder der Mann, der seine Vaterschaft anerkannt hat, solange dies nicht erfolgreich angefochten wurde (§§ 1592 ff.).[3]

Die Pflicht zum Kindesunterhalt besteht für einen nur biologischen Vater nicht. Seine Möglichkeit, auch juristischer Vater werden zu können, wurde 2001 durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts ermöglicht.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Frankfurter Rundschau: Zwei Mütter und ein Baby. 6. Januar 2007, S. 14.
  2. Deutsches Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 1591 Mutterschaft.
  3. Deutsches Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 1592 Vaterschaft: „Vater eines Kindes ist der Mann, 1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist, 2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder 3. dessen Vaterschaft […] gerichtlich festgestellt ist.“ Sowie folgende Paragraphen.
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