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Jesiden [von persisch ized »Engelwesen«], Jeziden [-z-], Yeziden [-z-], Anhänger einer monotheistischen Glaubensgemeinschaft unter Kurden, ehedem ansässig u. a. im Norden des Irak; sie bekennen sich zu einem Glauben mit synkretistischen Zügen, der Elemente verschiedener Religionen des Nahen Ostens enthält. Die Jesiden werden oft fälschlich als »Teufelsbeter« bezeichnet, verneinen sie doch die Existenz des Teufels. Sie verehren den Pfauenengel als Oberhaupt von sieben heiligen Wesen, denen Gott die Leitung der Welt anvertraut hat. Sie glauben an Seelenwanderung und heiraten nur innerhalb ihrer Gemeinschaft. Ausschließlich Kinder beiderseits jesidischer Ehepartner können neue Mitglieder dieser Gemeinschaft werden. Konversion zum Jesidentum ist nicht möglich. Die jesidische Gesellschaft ist durch eine Gliederung in drei Kasten gekennzeichnet. Glaubensinhalte werden weitgehend geheim gehalten und mündlich tradiert. Religiöses Zentrum und Ziel einer jährlichen Wallfahrt ist das Grabmal des Sufi-Scheichs Adi Ibn Musafir († 1162) in Lalesch (nordöstlich von Mosul). Die Zahl der Jesiden wird weltweit auf 300 000 bis 750 000 geschätzt; davon leben in Deutschland etwa 40 000 bis 60 000 Gläubige, im restlichen Europa vermutlich noch einmal ebenso viele. Zunehmende Diskriminierung und Verfolgung in den Unruhe- und Kriegsgebieten des Nahen Ostens haben in den vergangenen Jahren zu vermehrter Migration der Jesiden ins Ausland geführt.

Werke

Weiterführende Literatur

B. Açıkyıldız: The Yezidis: The History of a Community, Culture and Religion (London / New York 2010);

C. Issa: Das Yezidentum – Religion und Leben (2007).

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