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Das Jeghrdut-Kloster (armenisch Եղրդուտի վանք Yeghrduti vank), war ein armenisches Kloster im westlichen Teil der heutigen Provinz Muş in der Türkei, etwa 22 km nordwestlich der Stadt Muş selbst. Es diente bis zum Völkermord an den Armeniern ab 1915 als Kloster und wurde im Jahre 1920 von der türkischen Armee zerstört.

Etymologie

Das Jeghrdut-Kloster leitet seinen Namen vom Kraut "yeghird" ab, das in diesem Gebiet wächst. Das Kloster wurde ursprünglich Myuronaman oder Shish-Yougho genannt. Auf Armenisch bedeutet Myuron oder Meron Myrrhe, und Myuronaman wird in Behälter einer Myrrhe übersetzt. Die armenisch-apostolische Kirche verwendete Myrrhe für mehrere Jahrhunderte, um die sakramentalen Chrisams für die Taufe und Beerdigungsriten vorzubereiten. Daher bedeutet der Name Jeghrdut, der Ort der Myrrhebehälter.
Das Jeghrdut-Kloster hat auch 2 weitere Namen:

  1. Surb Howannes Wank (armenisch Սուրբ Հովհաննես վանք, Kloster des Sankt Johannes).
  2. Artzwaberi Surb Nschan (armenisch Արծվաբերի Ս. Նշան, Heiliges Zeichen erbracht vom Adler).

Äußeres

Das Jeghrdut-Kloster bestand aus vier Kirchen:

  • Johanneskirche (Surp-Hovannes-Kirche (Hauptkirche im Zentrum)
  • Muttergottekirche (Surb Astvatsatsin (vom Süden aus angegliedert)
  • Gregorskirche (Surp-Grigor-Lusaworitsch (vom Nordwesten an angegliedert)
  • Stephanskirche (Surp Stepanos (angegliedert vom Süden an die Grigor-Lusaworitsch-Kirche)

Das Jeghrdut-Kloster hatte eine Baustruktur, deren größe derjenigen des Sankt-Karabet-Klosters bei Mus ähnelte.

Geschichte

Gemäß dem Abt Zenob Glak wurden in den Wäldern des Jeghrdut mehrere christliche Relikte aus dem Bezirk Taron des antiken Königreichs Armenien aus der Regentschaftszeit des Königs Trdat gefunden. Es war an jedem Ort, an dem das Jeghrdut-Kloster erbaut wurde. Im Mittelalter wurde das Jeghrdut-Kloster ein Zentrum des Jeghrdut-Ordens und sammelte reiche Reserven an Myrrhe an. Während des 15. und 16. Jahrhunderts war Jeghrdut einer von Armeniens Zentren der Bildung. Das Repositorium Matenadaran in Jerewan enthält mindestens zwanzig handgeschriebene Bücher, die aus dem Jeghrdut-Kloster stammen. Im 17. and 18th Jahrhundert hatte das Kloster eine prestigeträchtige Schule und breite Herrenhäuser. Im Jahre 1650 renovierte der Priester Grigor Mschzi (Gregor aus Muş) das Jeghrdut-Kloster und fügte ein neues zweistöckiges Gebäude an, und im Jahre 1828 baute Pater Ghazar (Lazarus) einen Glockenturm an. 1866 beschädigte ein Erdbeben das Kloster. Doch im 19. Jahrhundert wurde das Kloster wieder repariert und 1870 wurde die Schule durch die Bemühungen des Katholikos Garegin Srvandztyan wiedereröffnet. 1909 unterrichtete die Schule zahlreiche Schüler, darunter vierzig Waisenkinder. Das Jeghrdut-Kloster wurde während des Völkermords an den Armeniern ab 1915 beschädigt und zahlreiche anwohnende Armenier wurden von den Türken im Jeghrdut-Kloster umgebracht.

Legenden

Gemäß einem weitverbreiteten populären Volksglauben besaß das antike Königreich Armenien westlich des Tales von Muş im Bezirk Taron eine Waldfläche ebenbürtig dem Garten Eden, das Jeghrdut hieß. Im Volksglauben wird angenommen, dass ältere Männer, die aus dem Muş-Tal hierherkommen und einige Zeit in dieser Gegend der irdischen Schönheit verbringen, zwanzig Jahre jünger werden.

Heutiger Zustand

Das Kloster diente von dem 3. Jahrhundert nach Christus an bis zum Völkermord an den Armeniern ab 1915 als Kloster und wurde Jahre später, im Jahre 1920, von den türkischen Streitkräften vollständig zerstört.

Weblinks

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