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Infanterie-Regiment Nr. 373
Aktiv 2. August 1915 bis 1. September 1918
Land Königreich Preußen
Streitkräfte Preußische Armee
Truppengattung Infanterie
Grobgliederung 10. Landwehr-Division
225. Division
Herkunft der Soldaten Königsberg bzw. Ostpreußen
Kommandeur
Oberst des
Regiments
Wilhelm von Dücker

Das Infanterie-Regiment Nr. 373 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Geschichte

Am 2. August 1915 wurde der Verband gemäß Weisung des Kriegsministeriums durch das Stellvertretende Generalkommando des I. Armee-Korps bei der 10. Landwehr-Division durch zwei Bataillone aufgestellt und mit der Etatisierung an der Ostfront eingesetzt.

Diese wurden aus folgenden Ersatz-Bataillonen gebildet:

Hinzu kam noch eine MG-Kompanie. Das somit noch nicht vollständige Regiment unterstützt zunächst die 10. Landwehr-Division im Stellungskampf in den Polesien. Erst im November 1916 wurde das III. Bataillon gebildet und das Regiment mit zwei weitere MG-Kompanien verstärkt. Vom 12. Dezember 1916 an war das Regiment der 225. Division unterstellt und nahm an den Kämpfen in Rumänien teil. Dieser Unterstellung blieb bis zur Auflösung bestehen. Dass es sich bei dem Regiment aber nach wie vor um eine ostpreußisches handelte, mag die Tatsache verdeutlichen, dass die 3. Ersatz-MG-Kompanie des I. Armee-Korps in Königsberg nicht nur den Ersatz dieses Regiments bedienen musste, sondern auch des Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ (2. Ostpreußisches) Nr. 3, des Infanterie-Regiments Nr. 377, Füsilier-Regiments „Graf Roon“ (Ostpreußisches) Nr. 33 und des Infanterie-Regiments Nr. 615. Letztere wurde zwar aufgestellt, aber nicht mehr mobilisiert.

Am 8. August 1918, dem Schwarzen Tag des deutschen Heeres, dem Auftakt der Schlacht bei Amiens befanden sich weite Teile der MGK des Regimentes in der Ausbildungsschule der 255. Infanterie-Division, mit Verstärkung der Regimenter RIR 18 und RIR 217, in etwa 500 Mann. Zum Schutz des Divisionsstabes, der im Stollenlager in der Mulde südöstlich Harbonnières lag, besetzten sie gegen 10 Uhr vormittags den Bahndamm südöstlich des Dorfes. [1]

Am 21. August 1918 mit der beginnenden Schlacht bei Albert, erhielt Oberstleutnant Wilhelm von Dücker (1871–1941) den Befehl, mit seinem Regiment und weiteren unterstellten Truppen Albert zu erstürmen und die Lage wieder herzustellen. Aber das IR 373 war abgekämpft; Oberstleutnant von Dücker gelang es mit aufgegriffenen Truppensplitter, vorgefundenen Geschütze und Pionieren, trotz drohender Tankumfassung durch überraschenden Angriff das Dorf Pozières zu stürmen. Damit wurde dem 2. Armee aus der drohenden Einkreisung, befreit. Wilhelm von Dücker erhielt dafür am 29. August 1918 den Pour le Mérite.

Am 1. September 1918 wurde das Regiment aufgelöst und die verbliebenen Truppenteile auf andere Verbände verteilt. Das I. Bataillon wurde dem Füsilier-Regiment „Graf Roon“ (Ostpreußisches) Nr. 33 gegeben, das II. zwischen den Reserve-Infanterie-Regimentern Nr. 1 und Nr. 3 aufgeteilt. Das III. Bataillon kam zum Infanterie-Regiment „Graf Dönhoff“ (7. Ostpreußisches) Nr. 44 und die 10. Kompanie wurde als 1. Kompanie in das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 59 eingegliedert.

Einzelnachweise

  1. Kaum angelangt, taucht auch schon der erste Tank auf; er fuhr querfeldein. Hptm. d. R. Jahnecke, (Führer der M.G.K. der Schule), welcher mit Lt. d. R. Jahnecke, R.J.R. 217, und einen Sergeanten des gleichen Regts. auf Patrouille war, mit einem l.M.G. (08/15, Anm. d. V.) ausgerüstet, nahm den Tank sofort unter Feuer, indem sie bi auf wenige Meter heranließen. Schon nach wenigen Schüssen mit der S.m.K.-Mun (Vollmantelgeschosse, Anm. d. V.) stand der Tank und fing auch bald darauf an zu brennen. 3 Mann Besatzung entstiegen dem Tank. Eine im letzten Moment abgelassene Taube, konnte abgeschossen werden, hatte aber keine Meldung bei sich. Gefangene und Taube wurden mit entsprechender Meldung der Div. übersandt. Ein zweiter Tank wurde ebenfalls brennend erledigt, 2 weitere konnten zum stehen gebracht werden. Desgleichen wurde ein Flieger von der Schule abgeschossen. An der Abwehr der beiden letztgenannten Tanks beteiligten sich Mannschaften des Gren. Regts. 2. Gegen Mittag wurden kurz hintereinander 2 engl. Kav. -Patrouillen vernichtet. Infanterie hielt sich in weiterer Entfernung. Anschluss rechts Gren.Regt.2, links I.R. 376. 9.30 abds. kam Befehl, dass I.R. 376 direkt Anschluss an Gren.Regt. 2 nehmen sollte. Die Schule ging zunächst 800 m zurück auf eine beherrschende Höhe zwischen Vanvillers und Rosieres und übernachtete dann in einem Hohlweg südl. Framerville in Unterständen.|Kriegstageb.II./373 Hans Schulze: Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 217 im Weltkriege, Magdeburg 1932, S. 231.

Literatur

  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 334.

Weitere Regimenter

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