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Der Roman Indigo des mehrfach ausgezeichneten österreichischen Autors Clemens Setz erschien im September 2012 und wurde aufgrund des provokanten Themas und der originellen Verwerbung mehrfacher Erzählstränge von Kritik und Leserschaft gelobt. Setz bezieht sich in seinem Buch auf ein umstrittenes esoterischen Konzept, das vor allem in den 90er Jahren diskutiert wurde (Indigo-Kinder).

Handlung

Das Buch erzählt die Recherche des jungen Mathematiklehrers Clemens Setz, der an einer seltsamen Internatsschule für Kinder arbeitet, die Helinau im Norden der Steiermark. Hier werden Kindern unterrichtet, die an einer rätselhaften Krankheit leiden, dem Indigo-Syndrom. Wer einem der Kinder zu nahe kommt, erleidet Übelkeit, Brechreiz Schwindel, heftige Kopfschmerzen. Der Mathematiklehrer Setz entdeckt, dass die Indigo-Kinder "reloziert" werden: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen davongefahren. Als er beginnt, Nachforschungen anzustellen, wird er aus dem Schuldienst entlassen.

Daneben erfährt der Leser die Geschichte eines ehemaligen Schülers in Helinau, Robert Tätzel, bei dem die Symptome der Indigo-Krankheit im Alter an Intensität verloren haben. Dieser Handlungsstrang wird zwar parallel zu Setz' Recherche erzählt, spielt aber etwa 15 Jahre in der Zukunft. Tätzel stößt in den Zeitungen auf einen aufsehnerregenden Strafprozess, in dem sein ehemaliger Mathematiklehrer Clemens Setz vom Vorwurf freigesprochen wurde, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben. Er macht sich auf die Suche nach seinem alten Lehrer, um ihn um die weit zurückliegenden Vorgänge in Helinau zu erzählen.

Letztendlich bleibt die Suche der beiden Protagonisten ohne Erfolg.

Erzähltechnik

Clemens Setz vermischt in dem Roman Fakten mit Fiktion. So tritt der Autor selbst als Protagonist in Erscheinung und wird im Klappentext selbst als Krankheitsleidender der Indigo-Belastung bezeichnet. Der Leser partizipiert an der Recherche der Hauptfigur, indem Setz zwischen den Handlungssträngen unterschiedliche tagebuchartige Ausschnitte seiner Mappen, die er nach den Gesprächen mit unterschiedlichen Personen, die ihm dabei helfen sollen, das Indigo-Syndrom komplett zu begreifen, in den Text einwebt. Hierbei handelt es sich um Ausschnitte aus fingierten historischen Kalendergeschichten, angeblichen philosophischen Abhandlungen, diversen Fotografien und Medizinprotokollen. Damit soll dem Leser glaubhaft gemacht werden, dass die Indigo-Krankheit tatsächlich existiert.

Zwei Handlungsstränge, zwischen denen 15 Jahre liegt, werden immer in abwechselnden Kapiteln erzählt. Dies macht es nicht einfach, die Erzählung komplett zu rekonstruieren.

Sprache

Setz verwendet eine einfache Sprache und greift vor allem auf zahlreiche Dialoge zurück, die abrupt abbrechen. Weiterhin wimmelt der Roman von unzähligen intertextuellen Anspielungen auf die Weltliteratur, Musik, Filme, Serien und Comics.

Buchausgaben

Literatur

  • Jens Jessen: Kinder zum Kotzen" In: Die Zeit, 4. Oktober 2012.
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