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Die Griechisch-Orthodoxe Kirche in Österreich wird durch zwei Vertreter repräsentiert. Es gibt in Österreich insgesamt etwa 19.000 griechisch-orthodoxe Gläubige.

Griechisch-Orientalische Kirche – Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel

Die weitaus größere Gruppe ist die in Österreich „griechisch-orientalisch“ genannte Gemeinschaft des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel (griechisch Ikoumenikó Patriarcheío Konstandinoupóleos Οικουμενικό Πατριαρχείο Κωνσταντινουπόλεως, auch Kirche von Konstantinopel). Die Glaubensgemeinschaft gehört zur Östlichen Orthodoxie. Die Kirche von Konstantinopel in Österreich organisiert sich heute in der Diözese der Metropolis von Austria – Exarchat für Ungarn und Mitteleuropa mit der Metropolitankathedrale Zur heiligen Dreifaltigkeit (Griechenkirche). Oberhaupt der Gläubigen ist Bartholomäus I., Diözesanmetropolit ist Erzbischof Arsenios Kardamakis.

Diese Kirche wurde schon um 1709 in Wien begründet. Sie vertrat ursprünglich die Vertreter des Osmanischen Reiches am Wiener Hof, mit der Anerkennung der nichtkatholischen Konfessionen mit dem Toleranzpatent von Kaiser Josef II. von 1782 auch diejenigen byzantinischen Gläubigen, die aus den Österreichischen Gebieten an der Militärgrenze und deren Hinterland stammten. Aus der Muttergemeinde zum Hl. Georg am Hafnersteig bildete sich schon bald nach 1782 die Gemeinde zur Hl. Dreifaltigkeit am Fleischmarkt, die die Österreicher vertrat, während an St. Georg die Osmanen vertreten waren. Beide erwarben gemeinsam Friedhofsanteile auf dem Sankt Marxer Friedhof, 1878 erhielten sie einen Teil am Zentralfriedhof.

In beiden Gemeinden wurde Gottesdienst auf griechisch gehalten, in Folge bildeten sich weitere Abspaltungen, 1860 die Serbisch-Orthodoxe Kirche und 1906 die Rumänisch-Orthodoxe Kirche, zwei von alters her unabhängige Kirchen. Trotzdem werden diese Kirchen nach dem Bundesgesetz Äußere Rechtsverhältnisse der griechisch-orientalischen Kirche von 1967 als Griechisch-orientalische Kirche in Österreich zusammengefasst.

Mit dem Untergang der K.u.k. Monarchie wollten die griechischen Gemeinden in Österreich nicht mehr den nun in Rumänien liegenden orthodoxen Zentren unterstehen, deshalb wurde 1924 eine Metropolie für Österreich und Ungarn errichtet, die jedoch nicht lange bestand,[1] erst 1963 wurde diese dauerhaft eingerichtet, und vertrat die Ostblockländer als Exarchat. Die Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit genießt seither den Status der Metropolitankathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Ihr unterstehen die Gemeinden in Österreich, Ungarn und anderen Ländern der ehemaligen K.u.k. Monarchie.

Die beiden ursprünglichen Muttergemeinden, Hl. Georg und Hl. Dreifaltigkeit, sind gleichermaßen anerkannte öffentlich-rechtliche Körperschaften, seit der Novelle des Gesetzes 2011 auch die Metropolis selbst. Hl. Georg ist der Metropolie unterstellt, vertritt aber etwa die griechisch-Orthodoxe Kirche im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich. Die Metropolis von Austria, als bisher einzig anerkannte Diözese, vertritt auch die österreichische griechisch-orientalische Gesamtorthodoxie. Die weiteren Kirchengemeinden befinden sich Kärnten, Linz, Graz,[2] Innsbruck und Bregenz.

Die Kirche umfasst in Österreich etwa 18.000 griechisch-orthodoxe Gläubige, davon 10.000 in Wien.[3][4]

Griechisch-Orthodoxe Kirche – Patriarchat von Antiochia (Antiochenische Rum-Orthodoxe Kirche)

Die Rum-Orthodoxe Kirche (griechisch Patriarchíon Andiochías Πατριαρχεῖον Ἀντιοχείας) gehört zur Orientalischen Orthodoxie. Die Gläubigen unterstehen dem Patriarchat von Antiochien und dem Patriarchen Johannes X. Die österreichische Gemeinde gehört zur Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa mit Sitz in Berlin, unter Leitung des Metropoliten Isaak Barakat. Sie steht unter Seelsorge von Erzpriester Michail Pappas, umfasst in Österreich ca. 1000 Mitglieder, hauptsächlich in Wien. Die Wiener Gemeindemitglieder feiern den Gottesdienst in der Muttergotteskirche Augarten/Gaußplatz in Leopoldstadt (2. Bezirk).

Die Gläubigen sind seit etwa den 1980er Jahren organisiert, die Pfarrei besteht seit 2002. Die Glaubensgemeinschaft ist vorerst nicht staatlich anerkannt, das heißt, sie ist als „privater“ Verein organisiert. Ihre gesetzliche Vertretung übernimmt derzeit die konstantinopolitanische Metropolis von Austria.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Institut für Theologie und Geschichte des europäischen Ostens, Uni Wien: Die griechisch-orthodoxe Gemeinde in Wien. Vorlesungsskriptum 2004 (nicht mehr zugänglich 2011: Pdf, 35 KB)
  2. um Grigorios Larentzakis, Lehrstuhl für orthodoxe und ökumenische Theologie, Gottesdienst an der Leechkirche/Universitätskirche, Griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Graz, Ökumenisches Forum Steiermark
  3. Griechisch Orthodoxe Kirche in Wien, Griechische Botschaft in Wien
  4. da nach der Volkszählung 2001 das Glaubensbekenntnis nicht mehr amtlich-statistisch erfasst wird, gibt es keine genauen Gläubigenzahlen, wenn nicht die kirche sie veröffentlicht
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