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Gölles ist eine Manufaktur für Destillate und Essige in Riegersburg im Südosten der Steiermark, Österreich, welche im Jahr 1979 gegründet wurde.

Gölles Verkaufsraum

Verkaufsraum mit Blick in die Schnapsbrennerei Gölles

Geschichte

Am Obstgut von Gölles besaß man seit Generationen das Recht zum Betreiben einer Abfindungsbrennerei. 1979 wurde dieses von Alois Gölles wiederbelebt und somit der Grundstein für das Unternehmen gelegt. Im Jahre 1984 wurde mit der Erzeugung von Essigen, insbesondere mit der, des Balsam Apfel Essigs begonnen, welcher damals weltweit der einzige Vertreter seiner Gattung war. 1993 öffnete man den Betrieb für Besucher und errichtete die erste "Gläserne Manufaktur", welche den Interessierten Einblicke und Hintergrundinformationen zum Thema Nahrungs- und Genussmitteln erlaubte. Inzwischen haben einige hunderttausend Besucher davon Gebrauch gemacht. 1996 wurde eine Manufaktur zur Erzeugung von Essigen, die direkt aus der namensgebenden Frucht gewonnen werden, errichtet. 1999 wurde diese durch einen Lagerkeller erweitert, der mittlerweile über 1000 gebrauchte Eichenfässer fasst. Damit steht in Stang bei Riegersburg einer der größten Barriquekeller für Essig der Welt.

Im Jahr 2005 wurden die Essige der Manufaktur Gölles durch das unabhängige Institut "ACNielsen Consumer Research" mit einer Zustimmung von 72 Prozent als hochwertigste Essig-Premiummarke Österreichs bewertet.[1]

Grundlage

Die Grundlage aller Erzeugnisse sind frische Früchte, von denen jährlich über 500.000 kg verarbeitet werden. Mehr als zwei Drittel der gesamten Obstgartenfläche Österreichs befinden sich in der Steiermark.[2] Die klimatischen Voraussetzungen und die Böden des steirischen Obstlandes sind ideal für die Kultivierung von Edelobst. Im Steirischen Vulkanland findet man noch Früchte aus Streuobstlagen, wie beispielsweise die Hirschbirne, Maschansker Apfel, Kriecherl, Saubirne oder wild-gewachsene Vogelbeeren aus den Gebirgsregionen.[3]

Produktionsmethode/Charakteristik

Destillate

Alle Verarbeitungsschritte wie Waschen, Sortieren, Maischen, Entsteinen, Entsaften, kontrolliertes Vergären, Destillieren, Lagern und Abfüllen werden ausschließlich im eigenen Haus vollzogen. Von der Frucht zur Flasche kommt alles aus einer Hand. Die Destillation erfolgt nach der traditionellen Art in Kupferkesseln. Die Destillate werden nach dem doppelten Brennverfahren als Rau- und Feinbrand mindestens zwei Mal gebrannt.[4]

Datei:Flaschen Gölles.jpg

Essig

Hochwertiger Essig ist ein reines Naturprodukt und wird zu hundert Prozent aus der Frucht durch natürliche durch natürliche, zweifache Vergärung gewonnen. Bei der ersten Gärung transferiert Hefe den Fruchtzucker in Alkohol, die zweite Gärung ist die sogenannte Essigsäuregärung. Hier entsteht unter Mithilfe von Essigbakterien (Acetobacter, früher auch Essigmutter genannt) aus dem Alkohol die Essigsäure. Durch den folgenden langjährigen Reifeprozess wird die Säure gemildert und harmonisch eingebunden.[5]

Produkte

Destillate

Klare Obstbrände (z.B.: Maschansker, Kriecherl, Pfirsich, Quitte, Marille, Saubirne, Hirschbirne, Williamsbirne, Brombeere, Himbeere, Holunder, Vogelbeere, Herzkirsche) reifen für zwei bis drei Jahre in Glasballons oder Edelstahl. Dunkle Obstbrände wie Alte Zwetschke oder Alter Apfel sind mindestens acht Jahre in kleinen Fässern gelagert. Darüber hinaus werden unter dem Namen XA (Extra Alt) Reserven und einzelne Jahrgänge angeboten, welche zurück bis zum Jahrgang 1984 reichen.[6]

Essige

Neben klassischen Essigen wie Apfel oder Weinessig werden auch kreative Essige, insbesondere aus Früchten wie Himbeeren, Marillen, Quitten, Zwetschken oder Kirschen erzeugt. Eine besondere Rarität stellt der Tomaten Essig dar, welcher nach einem speziellen Verfahren direkt aus Tomaten vergoren wird. Die Balsam Essige werden aus Trauben, Birnen und Äpfeln gewonnen.[7] Im Jahre 1984 erfand Alois Gölles den Balsam-Apfel-Essig. Dafür wird der Apfelsaft durch Einkochen konzentriert und anschließend vergoren. Der, auf diese Weise gewonnene Essig, reift mindestens 8 – 10 Jahre bis er am Ende eine besondere Dichte, Süße und Komplexität gewonnen hat. Eine Extra alte Reserve daraus reift über 20 Jahre.

Literatur

  • Alois Gölles: Edelbrände – Erzeugung, Beurteilung, Verkostung. 1998, ISBN 978-3-7020-0820-8
  • Alois Gölles: Das neue Essigbrevier – Ein Handbuch für mehr Genuss mit edelsaurer Würze. 2008, ISBN 978-3-200-01218-9
  • Alois Gölles, Karl Holzapfel, Valentin Latschen, Hans Reisetbauer: Quinta Essentia – Das Buch vom Edelbrand, 2010, ISBN 978-3-200-01565-4
  • Umschau Verlag: Eine kulinarische Entdeckungsreise durch die südliche und östliche Steiermark, 2011, ISBN 978-3-86528-509-6
  • Christa Hanten, Peter Hämmerle: Das saure Milieu. 2000, ISBN 978-3-85493-023-5

Filme & Videos

Weblinks

www.goelles.at

Einzelnachweise

  1. ACNielsen Consumer Research, Premiummarken 2005
  2. http://www.statistik.at/web_de/statistiken/land_und_forstwirtschaft/agrarstruktur_flaechen_ertraege/obst/index.html
  3. http://www.format.at/articles/1305/933/351389/zu-gast-schnapsbrennern-alois-hertha-goelles, Format, Jänner 2013
  4. http://www.goelles.at/cms/index.php?page=destillate&pos=5&current=brand, Gölles Manufaktur, Edle Brände
  5. http://www.goelles.at/cms/index.php?page=essig&pos=6&current=essig, Gölles Manufaktur, Feiner Essig
  6. http://derstandard.at/2329460/Goelles-ist-Schnaps-und-ein-bisschen-mehr, Der Standard 2006
  7. http://www.foodsketches.com/en/suppliers/show-goelles-distillery--vinegar-production, Food sketches, Mai 2010
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