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Festivus [ˈfɛstɪvəs] ist ein Feiertag in den USA, der keine historischen Wurzeln hat und am 23. Dezember begangen wird. Die Festivus-Zeremonie wurde 1997 für die Episode The Strike der amerikanischen Sitcom Seinfeld als humoristischer Gegenentwurf zum klassischen Weihnachtsfest in der Familie erfunden und beworben als „festival for the rest-of-us“.[1] Merkmale sind das Aufstellen einer einfachen Metallstange (Festivus Pole) an Stelle des Weihnachtsbaums, das Äußern von Klagen über Ärger und Enttäuschungen, welche einem die beim gemeinsamen Abendessen anwesenden Familienmitglieder bereitet haben (Airing of Grievances) sowie ein Kräftemessen zwischen dem Familienoberhaupt und einem von diesem ausgewählten Tischgenossen (Feats of Strength).[2]

Herkunft und Wirkung

Die Festivus-Zeremonie, wie sie der Drehbuchautor Dan O'Keefe für die Seinfeld-Episode geschrieben hat, wurde ursprünglich von seinem Vater, dem Journalisten Daniel L. O'Keefe, in den 1960er Jahren als Feier für seine Familie erfunden.[3][4] Als Anti-Fest hat sie seit der Erstausstrahlung der Episode viele Anhänger gefunden und wurde vor allem in den USA als „konsumkritische Alternative zum klassischen Weihnachtsfest“ übernommen.[5] Von den Elementen der fiktiven Version wurde vor allem das Aufstellen der Stange über den ursprünglichen Kontext hinaus aufgegriffen,[6][7][8] zum Teil auch als Kritik an der öffentlichen Ausstellung religiöser Symbole.[9]

Festivus ist seitdem wie Chrismukkah unter Leuten populär geworden, die nach einer säkularen Alternative zu den Weihnachtsfeiern suchen, darunter viele amerikanische Juden der jungen Generation.[10] Im Dezember 2004 erschien in der Chicago Tribune eine Artikel-Serie, in der die Popularität von Chrismukkah und Festivus verglichen wurde. Festivus ging dabei als Gewinner hervor, weil es jede religiöse Bedeutung vermeide. Der Autor schlussfolgerte, Festivus sei eine „holiday party where you can invite atheists and agnostics“.[11]

Weiterführende Literatur

  • Ilona Mikkonen, Domen Bajdeb: Happy Festivus! Parody as Playful Consumer Resistance. In: Consumption Markets & Culture 16:4, 2013, S. 311-337 (doi:10.1080/10253866.2012.662832).
  • Mark Nelson: Festivus! The Book. A Complete Guide to the Holiday for the Rest of Us. CreateSpace, San Bernardino, CA 2015, ISBN 978-1-5115-5639-2
  • Eric Shouse, Bernard Timberg: A Festivus for the Restivus: Jewish-American Comedians Respond to Christmas as the National American Holiday. In: Humor 25:2, 2012, S. 133–153 (doi:10.1515/humor-2012-0008).
  • Allen Salkin: Festivus: The Holiday for the Rest of Us, Grand Central Publishing, 2005, ISBN 978-0-446-69674-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Joshua Eli Plaut: Chrismukkha and Festivus: Holidays for the Rest of Us, in: ders.: A Kosher Christmas, ebd.
  2. Eric Michael Mazur: Judaism, in: John C. Lyden, Eric Michael Mazur: The Routledge Companion to Religion and Popular Culture, Routledge 2015, ISBN 978-0-415-63866-1, S. 489
  3. Daniel L. O'Keefe. Obituary, The New York Times, 17. September 2012
  4. Joshua Eli Plau, ebd. S. 157
  5. FRÖHLICHE WEIH... – ÄH – FEIERTAGE!, De Gruyter Adventskalender 2014
  6. Governor Doyle's 'Festivus' Pole. In: Wisconsin Historical Society vom 13. Dezember 2007. Abgerufen am 26. Dezember 2015 (englisch).
  7. Festivus: The Google easter egg for the rest of us. In: The National Post vom 12. Dezember 2012. Abgerufen am 26. Dezember 2015 (englisch).
  8. Allen Salkin: Fooey to the World: Festivus Is Come. In: The New York Times vom 19. Dezember 2004. Abgerufen am 26. Dezember 2015 (englisch).
  9. Brendan Farrington: Festivus For The Rest Of Us! Florida Atheist Successfully Puts Up Beer Can Pole Display. In: The Huffington Post vom 12. November 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2015 (englisch).
  10. Joshua Eli Plaut: Chrismukkha and Festivus: Holidays for the Rest of Us, in: ders.: A Kosher Christmas, Rutgers University Press 2012, ISBN 978-0-8135-5380-1, S. 138/156f. (Rezension des Buches: Sunday Book Review, The New York Times); Plaut ist Historiker, Kulturanthropologe und Rabbi der Metropolitan Synagogue in Manhattan Website Jewish Book Council
  11. Joshua Eli Plaut, ebd. S. 159. Eigene Übersetzung: Festivus ist eine Festtagsparty, zu der man Atheisten und Agnostiker einladen kann.
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