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Ferdinand Selgrad (* 15. April 1927 in Neunkirchen) ist ein deutscher Glas- und Wandmaler, Maler[1] sowie Mosaikkünstler der auch in Bronze arbeitet. Sein bisheriges Schaffen umfasst mehr als 80 Werke, die sich über das Saarland hinaus im Bundesgebiet wiederfinden.

Leben

Nach seiner Schulausbildung besuchte Selgrad von 1942 bis 1944 die Meisterschule des Deutschen Handwerks in Kaiserslautern, um in Innendekoration, Malerei und Raumgestaltung ausgebildet zu werden.

Als Gründungsschüler der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken in der Meisterklasse des Malers Boris Kleint und Schüler von Karl Kunz in Elementarlehre und visueller Kommunikation von 1946 bis 1949 besuchte er von 1949 bis 1950 die Klasse für Glasfenstergestaltung, Mosaik und Fresko bei Jacques Chevallier an der École des Arts Appliques à l'Industrie in Paris. Widersprüchlich dazu gibt der Architekt Rudolf Maria Birtel an, Selgrad während dessen Studienaufenthalts in Paris 1952 kennengelernt zu haben.[2]

Nach dem Abschluss entwarf er zahlreiche Glasfenster, Mosaike, Reliefs und Wandmalereien für Sakral- und Profanbauten.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war er von 1969 bis 1992 als Kunsterzieher am Gymnasium am Steinwald tätig.

Arbeiten und Entwürfe

Ausstattung von Profanbauten

  • 1960: „Hl. Christophorus”, 1960 als farbiges Mosaik an der Hüttenbergstraße 37 in Neunkirchen ausgeführt und steht seit 2007 als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz[3]
  • 1964: Drei Rundbogenfenster in der unter Denkmalschutz stehenden Bergwerksdirektion Saarbrücken als Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks von Luisenthal [4]
  • 1967: Lagerhalle mit Bürogebäude, Garage, KFZ-Werkstatt und Tankstelle an der Liststraße in Neunkirchen für Fritz Ringling nach dem Entwurf von Rudolf Maria Birtel und dem ausgeführten farbigen Betonrelief von Ferdinand Selgrad, Spiesen
  • 1970: Mehrfamilienwohnhaus mit Arztpraxis in Neunkirchen, Bürgermeister Ludwigstraße 2, für Dr. med. Heinz Weinkauf nach den Plänen des Architekten Rudolf Maria Birtel, Betonglasfenster entworfen durch Ferdinand Selgrad, Betonsanierung 1988

Ausstattung von Sakralbauten

  • 1957-1959: Errichtung der katholischen Filialkirche St. Barbara, Neunkirchen-Heinitz nach den Plänen von Peter Böhr, Mayen, mit von Ferdinand Selgrad gestalteten Barbarafenster (Betonglasfenster)[5]
  • 1959: Filialkirche (Kapelle) Maria Königin, Vierherrenborn, Bauherr: Katholische Pfarrgemeinde Zerf, Tabernakel, Kerzenhalter und Sandsteinrelief: Ferdinand Selgrad
  • 1966: Betonglasfenster der katholischen Kirche St. Barbara in Emmersweiler
  • 1966-1968: Pfarrkirche St. Menas in Kapellen-Stolzenfels 1966 bis 1968 Neubau eines Windfanges und liturgische Neugestaltung, Tabernakel, Tabernakelgitter, Lesepult (in Bronze) und Betonglasfenster im Windfang durch Ferdinand Selgrad aus Spiesen-Elversberg ausgeführt
  • 1967: Ev. Heilig-Geist-Kirche (20. Jahrhundert) in Dudweiler nach den Plänen der Architekten Rudolf und laus Krüger und mit Betonverglasungen nach Entwürfen von Selgrad durch die Pariser Glaserei J. Barillet 1967 ausgeführt[6]
  • 1968: Kapelle im Knappschaftskrankenhaus, Neunkirchen für die Saarknappschaft der Rheinische Landeskirche in Düsseldorf, Bischöfliches Ordinariat Trier, Neueinrichtung Antepentium: versteinerter Baumstamm, ca. 2 Mill. Jahre alt, Tabernakel und Kreuz in Aluminiumguss ausgeführt
  • 1968-1970: Bruderkirche in Düsseldorf nach den Plänen der Architekten Rudolf und laus Krüger mit Glasmalereien von Selgrad[7]
  • 1970: Katholische Pfarrkirche Mariä Geburt in Ottweiler, Wilhelm-Heinrichstraße 21
  • 1997: Drei Fenster im Chorraum der evangelischen Kirche in Wiebelskirchen

Ausstellungen

  • 2013: Rathausgallerie, Neunkirchen
  • 2013: „Zwischen Figuration und Abstraktion“, Städtische Galerie Neunkirchen [8]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zwischen Figuration und Abstraktion – Glas und Leinwand, abgerufen am 25. Januar 2014
  2. "Marlen Dittmann im Gespräch mit Rudolf Maria Birtel" Interview Architektur - Online Ausgabe, S. 8, abgerufen am 24. Januar 2014
  3. Farbfotografien und Beschreibung, abgerufen am 24. Januar 2014
  4. Unseren toten Bergleuten, abgerufen am 24. Januar 2014
  5. Ein Ort gelebter Ökomene, abgerufen am 24. Januar 2014
  6. Zart getöntes Licht prägt die Kirchenatmosphäre, abgerufen am 25. Januar 2014
  7. Die Bruderkirche in Düsseldorf, abgerufen am 25. Januar 2014
  8. Heike Jungmann: Stets auf der Suche nach Perfektion. In: Saarbrücker Zeitung vom 29. November 2013



Fairytale kdmconfig Profil: Selgrad, Ferdinand
Beruf deutscher Glas- und Wandmaler sowie Mosaikkünstler
Persönliche Daten
Geburtsdatum 15. April 1927
Geburtsort Neunkirchen
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