FANDOM


Emoya ist ein südafrikanisches Luxus-Ressort in Blomfontein im Distrikt Overberg. Bekannt wurde das Hotel 2013 weil es seinen Gästen einen solchen Aufenthalt in einem künstlich angelegten Elendsquartier anbietet. Besitzer und Manager ist der Bure Buks Westraad.

Hotel

Das Hotel ist im Stil eines Ressorts aufgebaut und bietet Safaris in das angeschlossene private „Game Reservat“ (Privates Wildtiergebiet) an. Sowohl im regulären Hotel, wie in „Shanty Town“ können jeweils rund 50 Gäste wohnen.

Künstliches Slum „Shanty Town“

„Shanty Town“ ist ein im Stil eines Slums angelegter Teil des Ressorts. Es besteht aus im Kreis angeordneten, bunt bemalten Wellblechhütten und einer einfachen Ausstattung.

Bis zu 52 Personen können in den „absolut sicheren und kinderfreundlichen“ Hütten auf dem Gelände des Ressorts unterkommen. Die Gäste haben zwar ein Plumpsklos zur Verfügung, jedoch ist die Emoya-Barackensiedlung mit Fußbodenheizung und W-Lan-Zugang ausgestattet.

In einem Beitrag einer lokalen Zeitung zur Eröffnung sagte der Besitzer des Emoya Buks Westraad, dass er extra in eine Township gehe, um dort neue Wellblechplatten gegen die gebrauchten der Bewohner zu tauschen, um eine möglichst „authentische Atmosphäre“ bieten zu können.

Reaktionen

Das Hotel selbst preist „Shanty Town“ als „einzigartige Unterkunft“ an. „Jetzt können Sie in dem sicheren Umfeld eines privaten Wildreservats erleben, wie es ist, in einem Armenviertel zu wohnen“, heißt es in einer Beschreibung auf der Hotel-Website laut dem Magazin Der Spiegel. Der Hotel-Besitzer Westraad lies sich durch die öffentliche Kritik nicht beeindrucken: der in Johannesburg ansässige Zeitung „City Press“ sagte er, „Shanty Town“ sei eine „positive Erfahrung“, die viele „profilierte Gäste“ ihren Kindern ermöglichen würden, um diesen die Umstände zu verdeutlichen, in denen sie selbst aufgewachsen seien.[1]

Der amerikanische Komiker Stephen Colbert parodierte die Idee des Hotel-Slums in seiner TV-Sendung „The Colbert Report“, indem er vorgab, ein Hotel mit Obdachlosenerlebnis in Detroit errichten zu wollen. Dort wolle er Übernachtungen in Pappkartons unter der Autobahnbrücke anbieten.

Eva-Maria Träger resümierte in einem Artikel 2013 auf Spiegel-Online: „In einem Land, in dem die Arbeitslosenquote bei offiziell 24 Prozent liegt und die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird, wirkt so ein Erlebnisangebot sehr zynisch.“[2]

Einzelnachweise

  1. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/falscher-slum-fuer-luxustouristen-in-suedafrika-a-936167.html
  2. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/falscher-slum-fuer-luxustouristen-in-suedafrika-a-936167.html
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.