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Elisabeth Sigmund

Elisabeth Sigmund

Elisabeth Sigmund (* 25. Oktober 1914 in Wien; † 20. Dezember 2013 in Albershausen) war eine österreichische Kosmetologin.[1] Sie begann bereits in den 1930ern, ihre eigene Naturkosmetik auf Heilpflanzenbasis zu kreieren und kann als Pionierin der Naturkosmetik bezeichnet werden. Hautpflege kam für sie einer Therapie gleich und beinhaltete immer den gesundheitspflegerischen Aspekt. Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sie im eigenen Kosmetikstudio in Stockholm, später war sie Mitbegründerin der WALA Heilmittel GmbH, aus der die Dr. Hauschka Kosmetik entstand.

Ausbildung

Nach zwei Semestern Medizinstudium in Wien entschied sie sich dafür, Kosmetologin zu werden. Ihre erste Ausbildung erfuhr sie beim Wiener Kosmetikinstitut Pessl. Sie beschäftigte sich mit den Theorien Rudolf Steiners und versuchte, eigene Kosmetik auf Basis von Heilpflanzen zu kreieren. Sie bildete sich im Selbststudium fort und ging in der Zeit bis 1939 auch nach Paris, um das Handwerk der Kosmetikentwicklung in einem Kosmetiklabor zu lernen.

Tätigkeit in Schweden

1948 wanderte Sigmund nach Schweden aus. Sie baute ein festes Sortiment von Kosmetika auf. Wichtig bei der Entwicklung ihrer Kosmetiklinie waren Elisabeth Sigmund mehrere Punkte:

  • Die Nachtpflege sollte fettfrei sein, damit die Haut frei atmen und über Nacht Stoffwechselprodukte ungehindert ausscheiden kann.
  • Die Haut teilte sie nicht in Hauttypen ein. Ihre Kosmetik sollte für jeden Hauttyp die hauteigenen Regenerationskräfte anregen.
  • Hautpflege kam für sie einer Therapie gleich und beinhaltete immer den gesundheitspflegerischen Aspekt.
  • Ihre Kosmetik sollte ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen und auf keinen Fall isolierte Wirkstoffe beinhalten. Sie verarbeitete immer ganze Pflanzenteile. Diesen Gedanken hatte sie aus der Anthroposophie übernommen, deren wissenschaftlicher Ansatz bei der Ausarbeitung ihrer Produkte eine wesentliche Rolle spielte.

Sie eröffnete in Stockholm ihr eigenes Kosmetikstudio. Dort arbeitet sie nach einer ganzheitlichen Behandlungsmethode, die eine Gesichtsgymnastik nach Drobil umfasste. [2] Reine Gesichtsmassagen lehnte sie jedoch ab und entwickelte mit Emil Vodder eine Alternativbehandlung, die auf der manuellen Lymphdrainage basierte und Hautstimulationen mit einem Pinsel verwendete. Eine Studienreise nach Indien brachte sie mit ayurvedischen Konzepten in Berührung.


Zusammenarbeit mit WALA

Rudolf Hauschka, der Begründer der WALA, gewann Anfang der 1960er Jahre Elisabeth Sigmund für die Entwicklung einer Reihe von Kosmetik-Präparaten. In einer intensiven Entwicklungsphase von 1963 bis 1967 erarbeitete Elisabeth Sigmund zusammen mit den Mitarbeitern der WALA diese neue „WALA“-Kosmetik.[3] 1967 kam die neue Kosmetiklinie unter dem Namen „Heilende Kosmetik nach Elisabeth Sigmund“ auf dem Markt. Sie wurde später in „Dr.Hauschka Kosmetik-Präparate nach Elisabeth Sigmund“ und schließlich in „Dr.Hauschka Kosmetik“ umbenannt.[4]

1969 zog Sigmund wieder nach Deutschland. Sie beteiligte sich an der weiteren Produktweiterentwicklung, insbesondere entwickelte sie anthroposophisch begründete Gesichtspflege- und Akne-Präparate.[5] 1971 begann Elisabeth Sigmund damit, Kosmetikerinnen in ihrer speziellen Behandlungsmethode auszubilden, die sie in Schweden in ihrem Kosmetikstudio entwickelt und erprobt hatte.

Elisabeth Sigmund hielt kosmetische Vorträge und widmete sich ihren weiteren Studien. Im Jahr 2001 brachte sie das Buch „Aus der Kulturgeschichte der Kosmetik“ in Eigenproduktion heraus. Es beschreibt die medizinischen und kosmetischen Gebräuche der Azteken, Maja und Inka.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nachruf abg. am 11. Juli 2014
  2. Rudolf Drobil: Gesichts-Gymnastik. Ein Leitfaden zur ergänzenden Wiederherstellungsarbeit am Gesichte nach Verletzungen und eine Anleitung zu einer aktiven kosmetischen Arbeitsmethode als Behandlung bei nachlassendem Tonus der Gesichtsmuskulatur und als Vorbehandlung kosmetischer Operationen. Maudrich-Verlag 1951
  3. Bodo von Plato: Anthroposophie im 20. Jahrhundert: Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts. Verlag am Goetheanum, 2003, S. 1046, ISBN 978-3-7235-1199-2
  4. Florian Langescheidt (Hrsg.): Deutsche Standards - Marken des Jahrhunderts: Die Königsklasse deutscher Produkte und Dienstleistungen in Wort und Bild - von Aspirin bis Zeiss. Gabler Verlag, 15. Auflage 2006, S. 134, ISBN 978-3-8349-0436-2
  5. Franziska Roemer: Therapiekonzepte der anthroposophischen Medizin. Karl F. Haug Verlag, 2014, p. 7.1, ISBN 978-3-8304-7708-2


Fairytale kdmconfig Profil: Sigmund, Elisabeth
Beruf österreichische Kosmetologin
Persönliche Daten
Geburtsdatum 25. Oktober 1914
Geburtsort Wien
Sterbedatum 20. Dezember 2013
Sterbeort Albershausen
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