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Eberhard Heller (* 7. Juni 1942 in Nümbrecht) ist ein deutscher Philosoph und Fotograf.

Leben

Geboren wurde Eberhard Heller in Nümbrecht als Sohn des Landwirtschaftsberaters Anton Heller und seiner Ehefrau Helene, geb. Reimer. Er verbrachte seine Kindheit mit seinen vier Brüdern in Hilders / Rhön. Nach dem Besuch des dortigen humanistischen Gymnasiums von 1952 bis 1956 und der Rabanus-Maurus-Schule in Fulda (ab 1956) bestand er am 21. März 1961 das Abitur. Anschließend absolvierte er einen dreijährigen freiwilligen Militärdienst an den Standorten Amberg, Hamburg, wo er die Offiziersschule besuchte, Feldafing (Fernmeldeschule) und Frankenberg/Eder; Ernennung zum Leutnant am 4. März 1963.

Im Mai 1964 wurde er an der philosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Studium der Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte und Soziologie immatrikuliert. Am 25. Februar 1974 wurde er mit einer Dissertation über Johann Gottlieb Fichtes Interpersonalitätstheorie zum Dr. phil. promoviert.

Seit 31. August 1974 ist er mit Ursula Heller, geb. Blicker, verheiratet; sie haben drei Kinder. Die Familie wohnt seit 1995 in der oberbayerischen Gemeinde Egling.

Wirken

Ab Mai 1974 war Heller zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Fr. Hr. Jacobi-Ausgabe,[1] ab dem 1. Oktober 1976 Mitarbeiter und Mitherausgeber der von der Deutschen-Forschungs-Gemeinschaft geförderten K. L. Reinhold-Korrespondenz-Ausgabe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien.[2] Heller schied im Herbst 1984 zwar als wissenschaftlicher Mitarbeiter aus, blieb aber Mitherausgeber der Ausgabe. Vom Januar 1988 bis 2005 war er als technischer Redakteur und Lektor bei verschiedenen Münchner Firmen tätig. Im Juni 2005 schied Heller aus dem aktiven Berufsleben aus.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Heller seit 1975 (mit einer Unterbrechung) Vorsitzender des Freundeskreises der Una Voce e.V., München, und Redakteur der vom Freundeskreis herausgegebenen Zeitschrift EINSICHT,[3] die sich auf dem Fundament des Depositum fidei kritisch mit den Bestimmungen des II. Vatikanums und den durch es eingeleiteten Reformen auseinandersetzt. Der Freundeskreis der Una Voce e.V. wurde 1966 in München zur Bewahrung des kath. Glaubens und zur theologischen Analyse des nach-konziliaren Prozesses gegründet, wobei er zu der Ansicht gelangt, dass die durch die Beschlüsse des II. Vatikanums eingeleiteten Reformen in Wahrheit als Revolution zu bewerten sind mit dem Ziel, die durch Christus geoffenbarte Heilswahrheit zu verändern und die Kirche ihres absoluten Charakters als Heilsinstitution zu berauben. In der EINSICHT erschienen von Heller zahlreiche Artikel zu religions-philosophischen Problemen und zu aktuellen kirchlichen Fragen, so z.B. das Interview mit Werner Olles „Zur derzeitigen Situation der Kirche“.[4] Auf Hellers Initiative erschienen in der EINSICHT als Sondernummern auch Hefte, die nicht unmittelbar Bezug auf die kirchliche Entwicklung nahmen. Bei all diesen Bemühungen war die Installation der Zeitschrift im Internet von entscheidender Bedeutung, weil durch die Verbreitung auf dieser Plattform ein wesentlich größeres Publikum angesprochen werden konnte als vorher durch die bloße Printversion.

In enger Beziehung zu seinem kirchlichen Engagement stand auch sein Eintreten für das Leben der Ungeborenen. Wegen der Lebensrechtsituation in Deutschland, die die Abtreibung zwar als Unrecht ansah, aber nicht als solches strafrechtlich verfolgte, half Heller ab 1986 die Zentrums-Partei, die sich primär um die Rechte der Ungeborenen bemühte, in Bayern zu reanimieren. Zeitweise war er deren Landes-Vorsitzender. Als solcher nahm er auch an der Europa-Wahl 1989 teil. In einem Schreiben, das er an alle deutschen Bischöfe richtete, kritisierte er, die katholische Kirche sei durch das Ausstellen von Beratungsscheinen in die staatliche Abtreibungsmaschinerie involviert, ein Vorwurf, den er bereits in der EINSICHT vom Sept. 1986, Nr. 3 erhoben hatte.

2005 veröffentlichte er in EINSICHT einen Nachruf auf den 1978 wegen seiner antisemitischen Schrift Söhne der Finsternis (in der auch Holocaustleugner zitiert werden) suspendierten ehemaligen Religionslehrer Manfred Adler, in dem er diesen als „Bekämpfer der Freimaurerei“ würdigte und dessen Entlassung als „Pressekampagne“ bezeichnete.

Heller ist seit 1961 photographisch tätig. Sein Interesse gilt der Städte- und Landschaftsfotografie. In den letzten Jahren hat er sich immer stärker der Naturfotografie gewidmet.

Werke

  • Eberhard Heller: Die Theorie der Interpersonalität im Spätwerk J. G. Fichtes. München 1974. (Dissertation)
  • Karl Leonhard Reinhold – Korrespondenz.
    • Band 1, hrsg. von Reinhard Lauth, Eberhard Heller und Kurt Hiller, Stuttgart/ Bad Cannstatt 1983, ISBN 3-7728-0827-1.
    • Band 2, hrsg. von Faustino Fabianelli, Eberhard Heller, Kurt Hiller, Reinhard Lauth, Ives Radrizzani und Wolfgang Schrader, Stuttgart/ Bad Cannstatt 2007, ISBN 978-3-7728-0828-9.
    • Band 3, hrsg. von Faustino Fabianelli, Eberhard Heller, Kurt Hiller, Reinhard Lauth, Ives Radrizzani und Wolfgang Schrader, Stuttgart/ Bad Cannstatt 2011, ISBN 978-3-7728-0829-6.
  • Celle qui pleure - Notre Dame de La Salette – Die, die weint – Unsere liebe Frau von La Salette hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Eberhard Heller, aus dem Französischen übersetzt von Bertha Diehl, München 1983[5]
  • Goechhausen: Enthüllung des Systems der Weltbürger-Republik. (Rom 1786), versehen mit einer Einführung von Eberhard Heller, Reprint, München 1993 (EINSICHT- Sonderdruck)
  • Misericordias Domini in aeternum cantabo. - Autobiographie von Mgr. Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc, Erzbischof von Hué, hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Eberhard Heller, übersetzt von Elisabeth Meurer, Egling 2005[6]

Photographische Publikationen

Neben berufsbedingter technischer Photographie entstanden Bild-Beiträge für verschiedene Zeitschriften (u.a. Merian, Einsicht), für die Reinhold-Korrespondenz-Ausgabe und für verschiedene PR-Gesellschaften (u.a. Münchner Messegesellschaft).

  • Eberhard Heller, Jürgen Arnold und Walter Bretschneider: Bildband Praga., STEI, Verona 1969
  • Eberhard Heller: 1989 Jahreskalender Nymphenburg im Wandel des Jahres. für die Münchener Hypothekenbank eG
  • Eberhard Heller: 1991 Jahreskalender München - rund um den Marienplatz. für die Münchener Hypothekenbank eG
  • Eberhard Heller: 2001 Jahreskalender Venedig und seine Kirchen. in SW für den Freundeskreis der Una Voce
  • Magdalena S. Gmehling (Lyrik), Eberhard Heller (Photographie): Bildband An den Wassern der Vergänglichkeit. 2010, ISBN 978-3-00-032206-8.

Ausstellungen

Bereits von 1968 bis 1972 stellte Heller seine Photos über Prag und Venedig in kleinerem Rahmen in München, Bonn und Schwennebach/Dillingen aus.

  • Sept./Okt. 2007: Faszination Wasser & Venedig - Einzelausstellung in Neuburg an der Donau
  • Nov./Dez. 2007: Faszination Wasser - Gruppenausstellung in Wolfratshausen
  • Sept./Okt. 2008: Faszination Wasser - Einzelausstellung in Fulda
  • Febr./April 2009: Faszination Wasser - Ausstellung im Umweltzentrum Fulda
  • Aug./Sept. 2010: Faszination Wasser - Gruppenausstellung in Landsberg/Lech, Säulenhalle
  • 2. - 29. April 2011: Faszination Wasser - Einzelausstellung in Westerland/Sylt, Stadtgalerie Alte Post”
  • 18. April - 31. Juni 2011: Faszination Wasser - Einzelausstellung im Rathaus Weilheim/Obb
  • 18. Juni - 2. Juli 2011: Faszination Wasser - Einzelausstellung im Rempter des Rathauses von Hammelburg
  • 5. - 26. Oktober 2011: Faszination Wasser – Einzelausstellung im Kunstforum Römerschanz München-Grünwald[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. erschienen im Frommann-Holzboog-Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt, 1981 ff. (ISBN 978-3-7728-1366-5)
  2. „Karl Leonhard Reinhold – Korrespondenz“, siehe #Werke
  3. Impressum auf einsicht-aktuell.de, abgerufen am 19. März 2012
  4. http://www.einsicht-aktuell.de/index.php?svar=5&artikel_id=112&searchkey=Werner%20Olles
  5. Celle qui pleure auf einsicht-aktuell.de
  6. Misericordias Domini in aeternum cantabo auf einsicht-aktuell.de
  7. Reizende Magie in den Spiegelungen des Wassers. In: merkur-online.de, 6. Oktober 2011, abgerufen am 20. März 2012



Fairytale kdmconfig Profil: Heller, Eberhard
Beruf deutscher Philosoph und Fotograf
Persönliche Daten
Geburtsdatum 7. Juni 1942
Geburtsort Nümbrecht
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