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Der Prinz im Bärenfell ist ein Kunstmärchen des dänischen Schrifstellers Hans Christian Andersen (1805–1875).

Inhalt

Des Königs kluger und schöner Sohn wird von seinem Vater in den Krieg geschickt. Er wird vom Feind entführt und eingesperrt. In einer Nacht wird er von einer lauten Stimme geweckt. Es ist der Teufel, der ihm anbietet, ihn aus dem Verlies zu befreien unter der Bedingung, dass er drei Jahre lang ein Bärenfell trägt und in dieser Zeit ein Mädchen findet, das ihn wahrhaft liebt. Der Prinz willigt in den Pakt mit den Teufel ein und erhält als Zeichen für den Vertrag einen goldenen Ring.

Als der Prinz am nächsten Morgen erwacht, macht er sich auf den Heimweg zu seines Vaters Schloss. Der Vater erkennt den Sohn jedoch nicht, da er von Kopf bis Fuß in ein Fell gehüllt ist und verbannt ihn von seinem Schloss. Der Prinz versteckt sich einen Sommer lang in einer Höhle im Wald. Da es dort im Winter zu kalt wird, geht er in die Stadt, um bei gütigen Menschen Unterschlupf zu finden. Doch alle weisen ihn ab. Verzweifelt setzt er sich in den Schnee und weint bitterlich. Ein junges Mädchen sieht ihn und erkennt sofort sein gutes Wesen. Sie nimmt ihn zu sich nach Hause und sorgt für ihn. Inzwischen sind drei Jahre vergangen. Der Prinz erzählt dem Mädchen, dass er nun fortgehen muss, aber bald zurückkommen wird. Er gibt dem Mädchen, das ihn lieb gewonnen hat, zum Abschied die Hälfte des goldenen Ringes, den ihm der Teufel gegeben hat. Als er das Haus des Mädchens verlässt, löst sich das Bärenfell und er ist ein freier Mensch.

Sofort macht er sich auf zu seinem Vater. Mit königlichen Gewänden und in einer Kutsche kehrt er zu dem Mädchen zurück, das ihn nicht wiedererkennt. Der Prinz zeigt ihr die Hälfte des goldenen Ringes, den er vor ihren Augen in zwei Stücke gebrochen hatte und der genau zu ihrer Ringhälfte passt. Sie begeben sich zusammen zum Schloss, heiraten und leben glücklich bis an ihr Ende.

Rezeption

Andersens Märchen enthält Motive aus dem Brüder-Grimm-Märchen Der Bärenhäuter.

Für das Weihnachtsprogramm 2015 wird das Kunstmärchen erstmals im Rahmen der ARD-Reihe Sechs auf einen Streich verfilmt.

Textausgaben

  • Hans Christian Andersen: Gesammelte Märchen. Bd 1 u. Bd 2. Auf Grund älterer Übersetzungen herausgegeben u. z. T. neu übersetzt von Fl. Storrer-Madelung mit einem Nachwort von Martin Bodmer. Zürich: Manesse-Verl. o.J.

Literatur

  • Ellen Klaschka, Johanna Kurz: Märchen kennenlernen, untersuchen und schreibend entdecken. Ein Unterrichtsmodell für die Klassenstufen 5 und 6. krapp & gutknecht-Verl. 2011. ISBN 3-941206-33-8
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