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Das große Buch der Mystiker ist eine Ansammlung von Texten christlicher Mystiker. Sie umfasst Werke von der Spätantike bis hin zum 19. Jahrhundert. Die Zeugnisse der Frauenmystik sind ebenso vertreten, wie lateinische Schriften über grundlegende religiöse Gotteserfahrungen. Herausgegeben wurde das Buch von Diane von Weltzien, Übersetzerin von spirituellen Texten, und dem Buchautor und früheren Journalisten Wulfing von Rohr. Beide sind neben ihrer Autorentätigkeit auf dem Gebiet des ganzheitlichen Heilens tätig.[1] Wulfing von Rohr ist darüber hinaus als Astrologe, Übersetzer, Sachbuchautor, Herausgeber, Redakteur und Yogalehrer tätig.[2] Die Erstausgabe dieser Anthologie erschien im Mai 1993.

Inhaltsübersicht

Das Buch beginnt mit zwei Vorworten der Autoren Diane von Weltzien und Wulfing von Rohr.

Augustinus

Augustinus (* 354; † 430) war ein Astrologe und Manichäer, er gilt als wichtiger Kirchenlehrer des Abendlandes und war von 395 an Bischof von Hippo. Seine Lehren begründeten sich auf eigene mystische Erfahrungen.

  • Gebet zu Gott der Wahrheit ist ein sehr persönliches Gebet in dem die besondere Position Gottes als allwissende Macht und Schöpfer allen Seins dargestellt wird. Ein kleiner Auszug aus dem Gebet:

„Gott, der du nichts Böses schaffst und das Sein erschaffst, um das Nichts, den Abgrund alles Bösen, zu verhüten, […] Dich ruf ich an, Weisheit-Gott, in dem und aus dem und durch den wahr ist alles, was da Wahres ist. Weisheit-Gott, in dem und aus dem und durch den weise ist alles, was da Weisheit hat.“

Augustinus: Gebet zu Gott der Wahrheit[3]:S. 17/18

Dionysius Areopagitas

Der Grieche Dionysius Areopagitas lebte wahrscheinlich im 5. Jahrhundert und trug den Namen eines von Paulus getauften Apostelschülers. Seine Schriften übten auf spätere Theologen wie beispielsweise Thomas von Aquin eine starke Anziehung aus und sie bedienten sich daraus, um eigene Gedankenkomplexe daraus zu errichten.

  • Vom Guten zum Licht ist ein Text, der in 14 Abschnitten von der Identifikation Gottes als das Gute über die göttliche Ordnung, das Sein bis zum Licht der Erkenntnis und der Liebe und Zuneigung zurück zum Guten als ein endloser Kreislauf beschrieben wird.[3]:S. 22–34.

Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux (* 1090; † 1153) war Gründer des Klosters Clairvaux und fungierte als Vermittler zwischen den weltlichen Fürsten und den kirchlichen Würdenträgern. Seine Mystik gilt als sehr realistisch, wobei er sich in seinen Predigten besonders oft dem Hohelied der Liebe gewidmet hat.[3]:S. 35.

Hauptartikel: Bernhard von Clairvaux
  • Aus den Predigten über das „Hohelied“ ist eine Sammlung mehrerer Predigten des Bernhard von Clairvaux.
    • Drei Orte der Begegnung mit Gott (23. Predigt) und erzählt zunächst von einem Ort, der voller Unruhe, Erwartung und Wissbegierde ist. Als zweites folgt die Begegnung mit Gott als dem Richter über Gut und Böse und schließlich wird von der Ruhe und der liebevollen Gnade berichtet, die jenen gewährt wird, die ihm mit Ehrfurcht begegnen und seine Gebote befolgen.
    • Die Sprache der Liebe (67. Predigt) hat die Zuneigung zweier Liebender zum Thema, das sich an einem Satz aus dem Hohelied (Hld. 2,16) orientiert: „Mein Geliebter ist mein, und ich bin seins“.
    • Wie der Mensch mit Gott eins werden kann (71. Predigt). Clairvaux bezeichnet hier die Vereinigung des Menschen mit Gott als ein gegenseitiges Sich-Essen und beschreibt es so als gegenseitiges Geben und nehmen. Zeigt Unterschiede in der Einheit von Mensch und Gott zu Gott-Vatre und Gott-Sohn oder Einheit uns Einssein auf.

Franz von Assisi

Franz von Assisi (* 1182; † 1226) trennte sich 1208 nach einem Bekehrungserlebnis von allen weltlichen Gütern und zog als Bettelmönch durch die Lande. Bald schon folgten ihm viele Anhänger, für die er neue Ordens- und Lebensregeln aufstellte. Er gründete mehrere Orden, sein Leben war geprägt von Selbstlosigkeit und bedingungsloser Liebe zu Gott.[3]:S. 51.

  • Die Ermahnungsworte des Franz von Assisi beinhalten
    • Von dem Leibe des Herrn; Von dem Laster des Eigenwillens; Von dem vollkommenen und dem unvollkommenen Gehorsam; Daß neimand sich das Amt eines Obern anmaßen soll; Daß niemand sich rühmen soll außer im Kreuze des Herrn; Von der Nachfolge des Herrn; Daß die Wissenschaft mit guten Werken verbunden sein soll; Die Sünde der Scheelsucht soll man meiden; Von der Nächstenliebe; Von der körperlichen Abtötung; Daß niemand sich durch böses Beispiel verführen lassen soll; Wie der Geist des Herrn erkannt wird; Von der Geduld; Von der Armut des Geistes; Von den Friedfertigen; Von der Reinheit des Herzens; Von dem demütigen Diener Gottes; Von dem Mitleid mit dem Nächsten; Von dem glücklichen und dem unglücklichen Knechte; Von dem guten und demütigen Ordensmann; Von dem glücklichen und dem eitlen Ordensmann; Von dem leichtsinnigen und dem geschwätzigen Ordensmanne; Von der wahren Zurechtweisung; Von der wahren Demut; Von der wahren Liebe; Daß die Diener Gottes die Kleriker ehren sollen; Von den Tugenden, welche die Laster vertreiben; Das man das Gute verbergen soll, um es nicht zu verlieren.

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (* 1098; † 1179) verfasste zunächst als Benediktiner-Nonne und später als Äbtissin zahlreiche mystische, visionäre, religiöse, wissenschaftliche und medizinische Texte. Darüber hinaus korrespondierte sie mit kirchlichen und weltlichen Würdenträgern ihrer Zeit.[3]:S. 63.

Hauptartikel: Hildegard von Bingen
  • Wisse die Wege – Aus Briefen und „Scivias“

Briefe:

  • Hildegard an Abt Bernhard von Clairvaux und die Rückantwort zum Thema Krieg im Namen Christi gegen die Heiden und die Suche nach Schutz, Sicherheit und Seelenfrieden.
  • Hildegard an Papst Anastasius IV. über die Erschaffung der Welt, das Laster und das Böse.
  • Hildegard an König Konrad III.; Ratschläge für die Regierung und über die Fürsorgepflichten eines Königs für sein Volk und die Ermahnung sich nicht von Gott abzuwenden. Dieser Text gilt als ihre erster „prophetischer“ Brief.

„Und wiederum spricht Er, der alles weiß, zu Dir, o König: Wenn du dies hörst, o Mensch, reiß dich zusammen gegen deinen Eigenwillen und bessere dich, damit du geläutert in die Zeiten gelangst, in denen du über deine Tage nicht mehr zu erröten brauchst.“

Hildegard von Bingen: Hildegard an König Konrad III.[3]:S. 69/70.
  • Hildegard an Kaiser Friedrich I.; Vier Briefe und die Antwort auf den Ersten. Hildegard preist den Kaiser als ruhmreichen Fürsten und warnt ihn vor der Strafe Gottes, falls er vom rechten Weg abkomme und wünscht ihm Gottes Segen. Friedrich antwortet ihr im Bewusstsein seiner besonderen Stellung als römischer Kaiser von Gottes Gnade. Der letzte Brief ist nur kurz und lautet.

„Der da IST, spricht: Die Widerspenstigen zerstöre Ich, und den Widerstand derer, die #Mir# trotzen, zermalme Ich durch Mich selbst. Wehe, wehe diesem bösen Tun der Frevler, die mich verachten! Das höre, König, wenn du leben willst! Sonst wird Mein Schwert dich durchbohren!“

Hildegard von Bingen: Hildegard an Kaiser Friedrich I.[3]:S. 75.

„Scivias“

  • Der Abschnitt beginnt mit einer Vorrede in der Hildegard von Bingen über ihre himmlische Offenbarung und das ihr erschienene Gesicht aus dem Licht und der Stimme Gottes berichtet.
    • Der Leuchtende gibt die ausführliche Beschreibung dieser Vision und den einzelnen Elementen des gesehenen als Erklärung durch Gott selbst.
    • Mensch und Kosmos beschreibt die Größe und Allmacht Gottes, seiner Güte und Führung für die Gläubigen und seinem verzehrenden Feuer für jene die sich vom wahren Glauben abwenden.
    • Die Engel ist eine bildhafte Umschreibung für ihre Vision von geflügelten Geschöpfen, die menschliche Gesichter besitzen, aber ihre wahre Gestalt nicht erkennen lassen. Diese himmlischen Wesen seinen von Gott dazu bestimmt den Menschen in ihren Nöten beizustehen und sein Wort zu verkünden. Hildegard berichtet über zwei Gruppen von Engeln, die zweite sind die Erzengel, die von solcher Klarheit sind, dass es nicht möglich ist sie anzuschauen. „Gotteslob und dienendes Mitwirken beim Werk der Erlösung ist Aufgabe der Engel. Sie dürfen trösten, helfen, mahnen, sie sollen Führer und Vorbild sein.“ (<templatestyles src="Person/styles.css" />Hildegard von Bingen: Das große Buch der Mystiker. (S. 94–100.))
    • Der Erlöser vermittelt die Botschaft vom erscheinen des incarnierten Erlösers in menschlicher Gestalt.

Mechthild von Magdeburg

Mechthild von Magdeburg (wahrscheinlich * 1210; † 1285) war eine so genannte Begine und verbrachte ihren Lebensabend n einem Zisterzienserkloster. Ihre Werke sind inhaltlich und stilistisch durch kosmische Visionen, ihr Leben als Braut Gottes und ihre kindliche Unbefangenheit geprägt.[3]:S. 110.

  • Das fließende Licht der Gottheit unterteilt sich in mehrere kleine Abschnitte, ähnlich wie Erzählungen aufgebaut, die viele Dialoge enthalten.
    • Vom Himmelreich und den neuen Chötren und wer den leeren Raum füllen wird; Vom Thron der Apostel, Sankt Marien und Christ. Vom Lohn der Prediger, Märtyrer und Jungfrauen, und von den ungetauften Kindern. Mechthild erzählt vom Auffahren der Seele zu den Engeln und dem Land in dem sie leben bis hin zu den ungetauften Kindern unter fünf Jahren.
    • Wie die Seele klagt, daß sie keine Messe und keine Tageszeiten hört. Wie Gott sie lobt in zehn Dingen. Hier sind die kurzen Texte in Reimform verfasst.
    • Willst du Gott recht nachfahren, dann mußt du sieben Dinge haben; Von sieben offensichtlichen Feinden unserer Seligkeit, die siebenfachen Schaden anrichten; Von den sieben Dingen, die jeder Priester haben soll.
    • Von dem Anfang aller Dinge, die Gott aus der Minne erschaffen hat; Von der Passion der minnenden Seele, die sie für Gott erleidet. Wie sie aufersteht und in den Himmel fährt; Zwischen Gott und der minnenden Seele sind alle Dinge schön.
    • Von sechzehn Arten der Minne; Von zwanzig falschen Tugenden. Wer darinnen wohnt lebt in der Lüge; Mit acht Tugenden geh zu Gottes Tisch. Mit Lösepfändern löst ein Mensch siebzigtausend Seelen aus dem greulichen Fegefeuer, das mannigfaltig ist.
    • Von Propheten, die dies Buch erleuchten; Von den drei Teilen der Hölle. Wie Luzifer und sechzehn verschiedene Leute gequält werden. Ihnen wird keine Hilfe. Von Luzifers Kleid.
    • Von Gottes Barmherzigkeit, von seiner Versuchung und Gerechtigkeit; Die Kraft des Begehrens nimmt die Worte. Jungfrauen kann Gott nicht entbehren. Gottes Angesicht, seine Umarmung und Lust überwindet tausend Tode.

Mechthild von Hackeborn

Mechthild von Hackeborn (* 1241; † 1299) war eine adlige Zisterzienserin und in Helfta eine Vertraute der heiligen Gertrud und Bekannte von Mechthild von Magdeburg. Sie vermittelte ihren Ordensschwestern ihre Offenbarungen während ihrer acht langen Krankheitsjahre. Gertrud und eine weitere Mitschwester zeichneten ihre Lehren auf, so dass sie für die Nachwelt erhalten blieben.[3]:S. 145.

  • Das Wandlungswunder der Liebe
    • Rechtfertigung der Heiligung über Maria und den Palsm [29,5] „Lob sagt unserem Gott, ihr seine Heiligen alle!“
    • An des Menschen Statt; Inbegriff des Lobes; Die fließende Lampe; Seine Liebe rudert auf; Der Mantel der Natur; Verwandlung unseres Unwerts; Rosen aus dürrem Holz; Wandlung vergeblicher Tränen; Gott wirkt in unserer Ohnmacht; Ergänzung durch Lob; Lieber umsonst; Lieber die Liebe; Gott mäßigt sich in uns; Als habest du alle Liebe; Die Gnade weitergeben; Gott fruchten; Strömend im Herzen.

Angela von Foligno

Angela von Foligno (* 1248; † 1309) wurde 1291 zum Glauben bekehrt und in den Dritten Orden des heiligen Franziskus aufgenommen. Sie durchlebte große Leiden, ihre Lebensberichte wurden von ihrem Beichtvater schriftlich festgehalten.[3]:S. 160.

  • Von fünf Tröstungen spricht Angela von Foligno in ihrem Text, die sie durch die Erkenntnis der gebenedeiten Vereinigung aus Gott und den Menschen in Form von Christuns erfahren hat.

Gertrud die Große von Helfta

Gertrud die Große von Helfta (* 1256; † 1302) kam schon als fünfjährige ins Kloster Helfta. Mit fünfundzwanzig Jahren machte sie ihre ersten mystischen Erfahrungen. Ihre Schriften wurden durch die Werke von Mechthild von Magdeburg und Dionysius Areopagita beeinflusst.[3]:S. 174.

  • Gesandter der göttlichen Liebe ist ein Bericht den Gertrud von Helfta verfasste, nachdem sie auf dem Weg zu einer Kranken plötzlich eine Erleuchtung hatte, die sie sogleich auf ihrer Tafel aufzeichnete.

Meister Eckehart

Meister Eckehart (* 1260; ~ † 1327–1328) trat zunächst als Achtzehnjähriger in den Dominikanerorden ein und wurde Prior im Kloster Erfurt. Er besuchte mehrmals die Universität in Paris und wurde 1314 Prior des Straßburger Dominikanerklosters. 1326 wurde ein Inquisitionsverfahren wegen glaubensgefährdenen Schriften gegen ihn eröffnet, er starb noch vor Beendigung des Prozesses. Im asiatischen Raum gilt Meister Eckehart hingegen, aufgrund seines kühnen forschenden Geistes und seines klaren Stils als ein „Buddha des Westens“.[3]:S. 193.

  • Deutsche Predigten und Traktate
    • „Selig sind die Armen im Geiste, das Himmelreich ist ihrer.“ [Predigt zu Matth. 5,3]
    • Vom allerjkräftigsten Gebet und vom allerhöchsten Werk; Von ungelassenen Leuten, die voll Eigenwillen sind; Vom Nutzen des Lassens, das man innerlich und äußerlich vollziehen soll; Beachte was das Wesen und den Grund gut macht; Von der Abgeschiedenheit und vom Besitz Gottes; Von zweierlei Reue; Von der wahren Zuversicht und von der Hoffnung; Vonzweierlei Gewissheit des ewigen Lebens; Gott Vater, Gott Sohn, Leben; Geburt des Menschen, Menschentum; Weib, Maria, Seele; Von der Freude der Einheit und der Heimkehr.

Heinrich Seuse

Heinrich Seuse (* 1295; † 1366) trat schon als Dreizehnjähriger als Novize in das Dominikanerkloster Konstanz ein, er studierte bei Meister Eckehart, unternahm lange Reisen. Stets kehrte er nach Konstanz zurück, ehe er nach Ulm versetzt wurde. Er gilt als besonders feinfühliger Vertreter der deutschen Mystik.[3]:S. 217.

  • Aus dem „Büchlein der ewigen Weisheit“
    • Wie etliche Menschen von Gott, ohne es zu wissen, gelenkt werden; Warum Gott es seinen Freunden so übel in der Zeit ergehen läßt [Jer. 12,1-2]; Von maßloser Freude des Himmelreichs; Vom unermeßlichen Adel zeitlichen Leidens;Wie man innerlich leben soll.

Johannes Tauler

Johannes Tauler (* 1300; † 1361) trat schon früh in das Straßburger Dominikanerkloster ein. Vermutlich war er ein Schüler von Meister Eckehart, da dessen Einfluss in seinen eigenen Schriften deutlich zu Tage tritt. Seine Lehre ist durch Bildhaftigkeit und tiefe Eindringlichkeit ermutigend und von tiefer Innerlichkeit und Kraft durchdrungen.[3]:S. 235.

  • Drei Predigten von Licht und Liebe
    • „Ein Kind ist uns geboren, und ein Sohn ist uns geschenkt.“ [Jes. 9,5]; Diese Predigt handelt von den drei Kräften der Seele und der Überwindung des Eigensinns in Wollen, Begehren und Wirken.
    • „Das Himmelreich gleicht einem Hausvater…“ [Matth. 20,1]; Dieser an das Mattheusevangelium angelehnte Text soll den Menschen lehren immer weiter aufzusteigen ohne zu Verweilen.
    • „Ich bin das Licht der Welt, spricht der Herr.“ [Joh. 8,12] lehrt sich auf die Ursprünge zu besinnen, zeigt die Schwierigkeiten auf und beschreibt die Unterschiede zwischen dem wahren und dem falschen Glauben an Gott.

„Der Franckforter“

Es ist weder bekannt wann dieses Werk entstanden ist noch wer es verfasst hat. Experten datieren es ins 14. Jahrhundert; der Autor soll aus dem Deutschherrenhaus zu Frankfurt stammen. Martin Luther hat den Text erstmals 1518 vollständig veröffentlicht.[3]:S. 254.

  • Theologia Deutsch
    • Wie man das Christusleben nicht ablegen, sondern es fördern und damit umgehn soll bis an den Tod; Wie Gott ein wahres, einiges, vollkommenes Gut ist, und wie er ein Licht ist und alle Tugend, und wie man das allerhöchste, beste Gut am allerliebsten haben soll; Soll der Mensch zum Besten gelangen, so muß er seinen Eigenwillen lassen, und wer dem Menschen hilft und seinem Eigenwillen, der hilft ihm zum Allerhöchsten; Wie in einem vergotteten Menschen wahre, tiefe, seinshafte Demütigkeit sei und geistliche Armut; Wie nichts anders wider Gott sei als Sünde, und was Sünde sei; Wie Gott ordnung, Regel, Maß und dergleichen in den Kreaturen haben will, da er es ohne Kreatur nicht haben kann; und von viererlei Menschen, die Ordnung, Gesetze und Regeln üben und damit umgehen; Eine Frage, ob man Gott erkennen könne, ohne ihn zu lieben, und wie es zweierlei Licht und Liebe gibt: wahre und falsche; Woran man einen wahren, vergotteten Menschen erkennen kann, und was zu ihm gehört, und was einem falschen Licht oder einem falschen freien Geist auch zugehöre; Wie nichts anderes wider Gott sei denn Eigenwille, und wer sein Bestes sucht als das Seine, der findet es nicht, und wie der Mensch von sich selber nichts Gutes weiß oder vermag; Wie man etliches von göttlicher Wahrheit zuvor glauben muß, ehe man kommt zu einem wahren Wissen und Erfahren.

Juliana von Norwich

Über das Leben der Juliana von Norwich (* 1342; † 1423) ist wenig bekannt, jedoch besaß sie die Kunst, Tiefe auf einfache und anschauliche Art zu erklären.[3]:S. 271.

  • Offenbarungen von göttlicher Liebe
    • Wir alle sind eins in der Liebe; Alles, was getan wird, ist wohlgetan; „Sieh, wie ich dich geliebt habe“; Einiges über das Gebet; Du wirst voll Freude und Seligkeit sein;

Caterina von Siena

Caterina von Siena (* 1347; † 1380) gilt als kirchliche Reformerin und ihre Gebete gelten als Erhebungen des Geistes zu Gott und eine Vereinigung von Liebe und Erkenntnis.[3]:S. 282.

  • Meditative Gebete aus dem „Dialogo della Provvidenza“ enthält zehn Gebete.

Thomas von Kempen

Thomas von Kempen (* 1379; † 1471) gilt als Vertreter der „neuen Frömmigkeit“, der nach seiner Heimatstadt Kempen benannt wurde.[3]:S. 298.

  • Ausruf der Seele
    • Von der Betrachtung des menschlichen Elends; Vom Gedanken an den Tod; Von der inneren Umkehr; Von der demütigen Unterordnung; Von gütigen und friedfertigen Menschen; Vom lauteren Herzen und vom einfältigen Wollen; Von der Wachsamkeit über sich selbst; Vom Glück des guten Gewissens; All unser Hoffen und Vertrauen soll Gott allein gelten.

Ignatius von Loyola

Der spanische Offizoier Ignatius von Loyola (* 1491; † 1556) war der Begründer des Jesuiten-Ordens. Nach schweren Verwundungen erlebte er eine religiöse Einkehr, die er in seinen „Spirituellen Übungen“ niedergeschrieben hat. Er zeichnete sich durch geistige Tiefe und eine besondere Fähigkeit zur Menschenführung aus.[3]:S. 315.

  • Wir wollen in allen Dingen Gott suchen und finden
    • Was ist geistliches Leben?; Wir sollen in allen Dingen Gott suchen und finden.

Niklaus von Flüe

Niklaus von Flüe (* 1417; † 1487) wurde volkstümlich als „Bruder Klaus“ bezeichnet, er war ein Bauer, Richter und Ratsherr aus der Schweiz und wurde 1467 im Ranft zum Einsiedler. Aufgrund seiner moralischen Autorität gilt wurde er zu einem gefragten Ratgeber und Vermittler bei Streitigkeiten.[3]:S. 320.

  • Wir sind nur Gast auf Erden
    • Lilienvision; Antwort aus der Wolke; Besuch der drei Männer; Der singende Pilger; Des Himmel Dank für Mitleiden; Brunnenvision.

Teresa von Avila

Teresa von Avila (* 1515; † 1582) war eine Reformatorin des Karmelitenordens. Ihre Schriften hatten außerhalb der christlichen Literatur einigen Einfluss. Ihr Denken und ihr Lebensmotto waren die Freundschaft mit Gott und den Mitmenschen, insbesondere mit den leidenden und benachteiligten.[3]:S. 328.

  • Gotteserfahrung und Leben ist ein Beitrag über die Gegensätze vom Leben Teresas für Gott und ihrem Leben in dieser Welt.

Johannes vom Kreuz

Johannes vom Kreuz (* 1542; † 1591) stammte aus ärmsten Verhältnissen und fand als Fray Juan de Satnta Matia Aufnahme im Santa Ana Kloster in Medina del Campo. Er begegnete Teresa von Avila und reformierte daraufhin den Orden der Karmeliten. Er wurde zu einem der herausragendsten Kirchenlehrer seiner Zeit.[3]:S. 346.

  • Geistliche Weisungen
    • Weisungen an einen Ordensgeistlichen zur Erlangung der Vollkommenheit;
    • Vorsichtsregeln (den Karmelitinnen zu Beas gegeben); Gegen die Welt; Gegen den Dämon; Gegen das Fleisch.
    • Weisungen der Liebe

Franz von Sales

Franz von Sales (* 1567; †1622) war ein Jurist aus einer angesehenen Familie und wurde später Bischof von Genf. Er gilt als Anhänger der früheren Gegenreformation.[3]:S. 363.

  • Über die Gottesliebe
    • Das Größte aber ist die Liebe; Vorsehung; Leben quillt aus Liebe; Hoffnung; Gute Werke; Beharrlichkeit; Das Ziel; Gottvereinigung; Die entscheidende Wahl.

Jakob Böhme

Der Schuhmacher Jakob Böhme (* 1575; † 1624) war der erste Mystiker, der seine Texte in deutscher Sprache verfasste und wurde daher als „Philosophus Teutonicus“ bezeichnet. Seine Schriften hatten Einfluss auf die deutsche Romantik, den Idealismus und das europäische Denken.[3]:S. 380.

  • Aus dem seraphinischen Blumengärtlein
    • Das umgewandte Auge; Von sechs theosophischen Punkten; Von sechs mystischen Punkten; Vom irdischen und himmlischen Mysterium.

Angelus Silesius

Angelus Silesius (*1624; † 1677), gebürtig Johannes Scheffler, stammte ursprünglich aus Polen. Er trat als ehemaliger Lutheraner 1653 der katholischen Kirche bei, da die Evangelisten für seine mystischen Offenbarungen kein ausreichendes Verständnis aufbrachten. Er bewirkte mit seinem geistigen und finanziellen Vermögen viele gute Werke.[3]:S. 380.

  • Aus dem „Cherubinischen Wandersmann“ ist eine Sammlung von Sinnsprüchen wie beispielsweise

„Ich bin so groß wie Gott, er ist wie ich so klein, er kann nicht über mich, ich unter ihm nicht sein.“ oder „Wer nichts begehrt, nichts hat, nichts weiß, nichts liebt, nichts will, der hat, der weiß, begehrt und liebt noch immer mehr.“ (<templatestyles src="Person/styles.css" />Angelus Silesius: Das große Buch der Mystiker, (S. 396/397)

Emanuel Swedenborg

Emanuel Swedenborg (* 1688; † 1772) war ein schwedischer Naturphilosoph und Theologe. Von Johann Wolfgang von Goethe wurde er als „der gewürdigte Seher unserer Zeit“ und Honoré de Balzac als „Buddha des Nordens“ bezeichnet.[3]:S. 413.

  • Die Geisterwelt oder der Zustand des Menschen nach dem Tode

Jakob Lorber

Der aus Graz stammende Jakob Lorber (* 1800; † 1864) galt als neuzeitlicher Prophet, aus dem der göttliche Geist sprach.[3]:S. 440.

  • Die geistige Sonne
    • Die geistige Sonne – ein Gnadenfunke aus dem Herrn; Die ganze Natur – ein Evangelium der Ordnung Gottes; Die Uhr – ein Entsprechungsbild der Sonne; Die natürliche und die geistige Sonne – Unterschied ihrer Erscheinlichkeit; Vom Reiche Gottes im Menschen; Die ureigentümliche Gott-Sonne; Erklärung der persönlich wesentlichen Allgegenwart des Herrn; Vorbereitungzum Vatertisch; Das Geheimnis des wahren Friedens.
    • Das Reich Gottes

Literatur

  • Diane von Weltzien, Wulfing von Rohr: Das große Buch der Mystiker. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2005, ISBN 3-442-21618-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Das große Buch der Mystiker, Buch und Herausgeber
  2. Wulfing von Rohr in der Deutschen Nationalbibliothek
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 3,11 3,12 3,13 3,14 3,15 3,16 3,17 3,18 3,19 3,20 3,21 3,22 3,23 3,24 3,25 3,26 Das große Buch der Mystiker.
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