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Chicago Express
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Schiffsdaten
Flagge Deutschland
Schiffstyp Containerschiff
Klasse Colombo-Express-Klasse
Rufzeichen DCUJ2
Heimathafen Hamburg
Eigner Hapag-Lloyd
Reederei Hapag-Lloyd
Bauwerft Hyundai Heavy Industries, Ulsan
Baunummer H1597
Kiellegung 4. Oktober 2005
Stapellauf 9. Dezember 2005
Übernahme Februar 2006
Indienststellung 2006
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
336,19 m (Lüa)
319 m (Lpp)
Breite 42,80 m
Seitenhöhe 24,50 m
Tiefgang max. 14,61 m
Vermessung 93.811 BRZ / 37.699 NRZ
 
Besatzung 24[1]
Maschine
Maschine 1 × MAN-Dieselmotor (Typ: 12K98ME)
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
34.500 kW (46.907 PS)
Dienst-
geschwindigkeit
20 kn (37 km/h)
Propeller 1 × Propeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 103.760 tdw
Container 8.749 TEU
Sonstiges
Klassifizierungen

DNV GL

Registrier-</br>nummern

IMO-Nr. 9295268

Die Chicago Express ist ein Containerschiff der Hapag-Lloyd und eines von insgesamt acht Schiffen der Colombo-Express-Klasse. Das Schiff gehört zu den größten Containerschiffen unter deutscher Flagge. Die Chicago Express befindet sich derzeit überwiegend auf der Transatlantik-Handelsroute.

Schulschiff

Der Chicago Express dient der Reederei auch als Schulschiff für die Ausbildung seemännischen Personals. So werden an Bord Nautische Offiziersassistenten und Schiffsmechaniker ausgebildet. Hierfür ist auf dem Schiff ein ganzes zusätzliches Deck vorgesehen, in dem sich neben den Unterkünften für 12 Kadetten auch ein separater Schulungsraum befindet. Damit verfügt die Chicago Express über sieben Wohndecks, während die Schwesterschiffe nur mit sechs ausgestattet sind.[2] Die Auszubildenden werden aber auch im Schiffsdienst, vor allem auf der Brücke, an Deck und im Maschinenraum mit eingesetzt.[3]

Tödlicher Unfall

Am 23. September 2008 musste die Chicago Express aus Hongkong auslaufen, weil sich ein Taifun näherte und der Hafen nicht sturmsicher war. Auf See geriet das Schiff in den herankommenden Taifun Hagupit. Wind und Wellen verursachten heftige Schiffsbewegungen. Um das Rollen des Schiffes zu verringern, fuhr das Schiff mit geringer Geschwindigkeit einen nordöstlichen Generalkurs, bei der man je nach Wind- und Wellenrichtung auf möglichst günstigen wechselnden Kursen den Sturm abwetterte. Dadurch gelang es zunächst, das Rollen des Schiffes von zunächst 30 auf auf etwa 20 Grad zu reduzieren. Als das Schiff am Folgetag gegen 2:45 Uhr gerade wieder nach Steuerbord rollte, wurde es von einer besonders starken Welle an der Steuerbordseite getroffen, die die Neigung des Schiffes für einige Sekunden auf etwa 44 Grad erhöhte und zu einem mehrmaligen starken Überholen führten. Mit Ausnahme des Wachoffiziers verloren alle auf der Brücke befindlichen Personen ihren Halt. Die enormen Beschleunigungswerte ließen den philippinischen Ausguck und den deutschen Kapitän mehrfach quer über die ganze Brücke schleudern. Dabei schlugen beide mehrfach an Schränken und anderen Einbauten auf. Als der Wachoffizier und der Rudergänger das Schiff wieder unter Kontrolle gebracht haben, fanden sie Kapitän und Ausguck leblos auf dem Boden der Brücke vor. Der Rudergänger erlag seinen Verletzungen noch auf der Brücke. Der Kapitän erlitt erhebliche Verletzungen und wurde einige Stunden später, nach Abflauen des Sturmes, von einem Rettungshubschrauber aus Hongkong abgeborgen und in ein Krankenhaus in Hongkong eingeliefert. Eine Untersuchung dieses Seeunfalles durch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung ergab unter Anderem, dass es keine ausreichende Anzahl von Handläufen und Griffen auf der Brücke des Schiffes gab. Des Weiteren waren die Rollbewegungen vermutlich dadurch erheblich verstärkt worden, da das Schiff in Hongkong nicht mehr vollständig beladen werden konnte. Grundsätzlich müssten auf Schiffen dieser Größenordnung mehr Maßnahmen ergriffen werden, Rollbewegungen zu verringern, da die Beschleunigungswerte auf der Brücke sehr hoch sind.[4]

Bilder

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ein Schiff mit Doppelfunktion, Pressemitteilung der Hapag Lloyd AG, 1. September 2006, Abgerufen am 29. Oktober 2016
  2. Ein Schiff mit Doppelfunktion, Pressemitteilung der Hapag Lloyd AG, 1. September 2006, Abgerufen am 29. Oktober 2016
  3. Erstmals auf Großer Fahrt auf www.dvz.de vom 14. März 2013, abgerufen am 29. Oktober 2016
  4. Tödlicher Personenunfall an Bord des CMS Chicago Express während des Taifuns „Hagupit“ am 24. September 2008 im Seegebiet vor Hongkong, Untersuchungsbericht 510/08, Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung, 1. November 2009 (PDF-Datei, 2,1 MB).
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