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In Europa findet der Buddhismus seit dem Zweiten Weltkrieg auch wegen seiner spirituellen Praxis in der Form der Meditation immer mehr Anhänger. Gleichzeitig steigt das Interesse an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Buddhismus, der Buddhismuskunde.[1]

Historische Entwicklung

Im deutschen Sprachraum begann ein erstes Interesse am Buddhismus im Zug der Aufklärung und insbesondere nach den Napoleonischen Kriegen. Arthur Schopenhauer gilt als der Pionier einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Lehren des Buddha.

Großbritannien, Frankreich, die Niederlande und Russland waren durch ihre imperialen Bestrebungen in den buddhistischen Kulturraum eingedrungen. Daher wirkten in diesen Ländern zahlreiche Pioniere des europäischen Buddhismus. Die ersten buddhistischen Bücher für ein breiteres Publikum, jenseits der akademischen, indologischen Kreise erschienen gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts bildeten sich in diesen Ländern und in Deutschland die ersten buddhistischen Organisationen und Vereine. Zunehmend traten europäische Männer und später auch Frauen in buddhistische Orden ein, um Mönch oder Nonne zu werden. Andere widmeten sich der Übersetzung buddhistischer Schriften in die Landessprache, damit diese größeren Kreisen von Buddhismusinteressierten zugänglich wurden.

Buddhistische Gelehrte aus Asien, Mönche und Lehrer kamen vereinzelt nach Europa, um vor kleinen Kreisen Interessierter ihre Vorträge zu halten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer Intensivierung dieser Trends, die sich schon zu Beginn des Jahrhunderts angedeutet hatten. Neben der Ausweitung internationaler Kontakte, insbesondere durch Kommunikation, Handel und Tourismus, müssen auch die durch kriegerische Ereignisse in Asien ausgelösten Flüchtlingsströme als fördernde Faktoren für die Ausbreitung des Buddhismus in Europa gesehen werden.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts genießen buddhistische Organisationen in einigen Ländern Europas gleiche oder annähernd gleiche Anerkennung wie das traditionelle Christentum; in anderen Ländern wird die Forderung nach gesetzlicher Anerkennung und gesellschaftlicher Gleichstellung zunehmend nachdrücklicher erhoben.

Buddhismus heute

Heute ist der Buddhismus insbesondere in den größeren Städten Mittel- und Westeuropas vertreten, im geringeren Maße auch in Südeuropa. Deutlich schwächer ist der Buddhismus in den Bereichen der christlich-orthodox geprägten Kulturen Ost- und Südosteuropas. Im deutschen Sprachraum finden sich buddhistische Gruppen und Zentren nicht nur in den größeren Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Die 1975 begründete Europäische Buddhistische Union setzt sich zum Ziel, die größeren und kleineren buddhistischen Organisationen in Europa miteinander zu vernetzen und einen Diskurs über die nachhaltige Inkulturation des Buddhismus in Europa in Gang zu bringen.

Bibliographie

Weblinks

Einzelnachweise

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