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Die Brauerei Kaltenbrunn war eine historische Bierbrauerei im Süden Tirols (im heutigen Südtirol), die ihren Namen vom Herstellungsort bezog. Sie entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und produzierte bis Anfang des 20. Jahrhunderts eigenes Bier.

Geschichte

Der Name Kaltenbrunn wird bereits im ersten Urbar Tirols als „Hof zu Kaltenbrunnen“ im Gemeindegebiet von Aldein[1] erwähnt. Die eigentliche Quelle, die „Fontana frigida“, befindet sich gegenüber auf dem Gebiet der Generalgemeinde Fleims.

Der Unternehmer Giuseppe Cirillo Rizzoli unterbreitet am 10. Juni 1860 der Generalgemeinde Fleims ein Gesuch zum Ankauf des Grundes rund um diese Quelle zwecks Errichtung einer Bierbrauerei. Das k. u. k. Bezirksamt gab dazu die Unbedenklichkeitserklärung. Der Kaufvertrag wurde am 18. Februar 1861 unterzeichnet.[2] Bereits Ende 1862 wurde mit ersten Brauversuchen begonnen. 1863 läuft die Produktion voll an. Zur Brauerei gehörte auch ein Gastbetrieb mit Postamt.

Auf Cirillo Rizzoli folgt als Inhaber sein Sohn Respicio und dann dessen Sohn Giuseppe. Nach einem verheerenden Großbrand im Jahre 1903 sah dieser sich gezwungen, die Anlagen 1905 an Josef Kräutner von der Brauerei Blumau zu verkaufen. Dieser trat 1906 seinen Besitz an die „Genossenschaft Bierbrauerei Blumau“ ab. Zur Gesamtproduktion jener Zeit von 16.000 hl[3] leistet auch Kaltenbrunn seinen Beitrag.

Mit Ende des Ersten Weltkrieges stellte die Brauerei in Kaltenbrunn ihre Produktion ein. Die Anlagen sind zum einen Teil geplündert und zum anderen total beschädigt worden. Kaltenbrunn wurde Ende 1918 an Josef Gallmetzer (Wastl) verkauft. Dieser gab den Besitz 1925 an seine Vettern Josef und Anton Gallmetzer (Pitschl) ab. Das Hauptgebäude wurde nur mehr als Gastbetrieb genutzt. Der dazugehörige landwirtschaftliche Teil wird weiter bewirtschaftet. Eine Kolonialwarenhandlung, später Gemischtwarenhandlung, kam dazu.

Das Gasthaus und die Gemischtwarenhandlung werden heute noch betrieben. Von der Brauerei existieren noch der Keller und der Lagerraum.

Einzelnachweise

  1. Landesarchiv Bozen
  2. Archiv Generalgemeinde Fleims
  3. Brauerei Journal – hg. von Speckmann 1. Juli 1987
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