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Als Brandanschlag in Gerstungen bezeichnet man einen Brandanschlag auf eine künftige Flüchtlingsunterkunft in Gerstungen im Wartburgkreis am 11. September 2015. Das private Einfamilienhaus hatte die Eigentümerin als Wohnraum für Flüchtlinge angeboten.

Hintergrund

Wie die Thüringer Landtagsabgeordneten Katharina König (Linke) mitteilte, hatte die Eigentümerin des leerstehneden Hauses bei Facebook kundgetan, dass sie in ihrem Haus syrische Flüchtlinge aufnehmen wolle. König verwies nach dem Anschlag auf ein Posting der Frau, in dem diese geschrieben habe: "Da ich am Wochenende im Flüchtlingsheim war und die vorherrschenden Zustände gesehen habe, habe ich mich dazu entschlossen, mein sowieso im Moment unbewohntes Haus als Wohnraum für syrische Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen." Nachdem die Frau dies am angekündigt hatte, erhielt sie neben viel Zustimmung und auch teils ausländerfeindliche Kommentare. Unter anderem warf man ihr indirekt vor, sie bereichere sich, da sie pro Tag und Flüchtling 22 Euro erhalte. Das wies sie zurück.

In Gerstungen hatte sich Anfang 2015 eine Bürgerwehr gegründet. Zu ihr gehören laut ihrer Selbstdarstellung ganz normale Bürger unserer Gemeinde und Umgebung, deren Vertrauen in die Sicherheitskräfte erschüttert wurde. Ihr Sprecher nannte der Süddeutschen Zeitung die wachsende Zahl von Asylbewerbern als Grund für eine angebliche Zunahme von Kriminalität und Bettelei.[1]

Wenige Tage vor dem Anschlag wurden in Rockensußra im Kyffhäuserkreis drei leerstehende Wohngebäude niedergebrannt. In ihnen sollten Asylbewerber untergebracht werden. Kurz darauf wurde ein Haus in Bleicherode angezündet. Insgesamt gab es in Thüringen seit Anfang 2015 bis zu dem Anschlag 22 Angriffe auf Asylunterkünfte.

Anschlag

Das Feuer in dem unbewohnten Haus war in der Nacht zum 11. September 2015 um 3 Uhr von einem Zeugen entdeckt worden. Der Zeuge alamierte Feuerwehr und Polizei. Dennoch entstand ein Schaden von 25.000 Euro. Die Kriminalpolizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aud. Die Ermittlungen übernahm die Staatsschutz-Abteilung des Landeskriminalamts Thüringen.

Reaktionen

Der Gerstunger Bürgermeister Werner Hartung erklärte nach dem Anschlag, er wolle nicht vorschnell urteilen, wenn es jedoch einen fremdenfeindlichen Hintergrund für die Tat gebe, dann wäre das ganz schlimm.[2]

Bodo Ramelow der Ministerpräsident Thüringens verurteilte die mutmaßliche Brandstiftung in Gerstungen scharf. "Das sind feige Terroristen, die so etwas machen", sagte er am Tag nach dem Brand.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-09/thueringen-gerstungen-brand-asylbewerber-buergerwehr
  2. http://www.focus.de/regional/thueringen/kriminalitaet-ramelow-aeussert-sich-zu-mutmasslichem-brandanschlag_id_4940630.html
  3. http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/brand-einfamilienhaus-gerstungen100.html
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