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Eine Bienenkugel ist ein Bienenstock, der aus einem dickwandigen, würfelförmigen Gehäuse besteht, in dem sich ein runder Brutraum befindet. Unter der Bezeichnung HOBOSphere werden entsprechende Bienenstöcke in Deutschland und Europa vertrieben.

Aufbau

Im Brutraum der Bienenkugel sind runde Rähmchen parallel zueinander aufgehängt, die wie bei einer herkömmlichen Beute auch zur Wabenkontrolle entnommen werden können. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Magazinbeuten, ist die Bienenkugel unterseitig geschlossen. Da der Brutraum kugelförmig ist, gibt es im Gegensatz zur herkömmlichen Beute keine kühlen Ecken, in denen Schwitzwasser entsteht. Gleichzeitig ist ein runder Brutraum besser zu temperieren, was sich in einem geringeren Energieverbrauch (30–40 % niedriger) der Bienen gegenüber konventionellen Bienenstöcken bemerkbar macht.[1] Durch den geschlossenen Beutenboden ist die Bienenkugel nach außen hin isoliert. Unter dem Brutraum ist eine Schublade befestigt, in die die Biene durch ein Loch am Boden des Brutraumes hineingelangen kann. In dieser „Habitatschublade“ befindet sich ein Varroagitter zur Kontrolle des Milbenbefalles sowie trockenes, morsches Totholz. Dieses Holz fungiert als Feuchtigkeitsspeicher, der größere Mengen aufnehmen kann. Die Habitatschublade kann unter anderem auch Kleinlebewesen, wie etwa Bücherskorpione beherbergen, die in der Lage sind, Symbiosen mit den Bienen einzugehen und sich zudem von Varroamilben ernähren können.[2]

Konzeption

Der Erfinder und Konstrukteur der Bienenkugel, Andreas Heidinger[3] machte die Beobachtungen, dass Bienen ungern Ecken ausbauen und dass in den heutigen Bienenstöcken eine zu hohe Feuchtigkeit herrscht, die die Entstehung von Schimmel und pathogenen Keimen begünstigt. Mit Hilfe von Computerberechnungen führte er Abkühlsimulationen in unterschiedlichen geometrischen Formen durch. Entstanden ist so die HOBOSphere, nachempfunden dem ursprünglichen Lebensraum der Honigbiene, der Baumhöhle. Mittlerweile ist die von ihm entwickelte HOBOSphere in der vierten Generation auf dem Markt. Jürgen Tautz von der Universität Würzburg hat zusammen mit HOBOS[4], Andreas Heidinger und dem Hamburger Biologen Torben Schiffer einen Forschungsansatz initiiert, der auf die Gesunderhaltung der Honigbiene abzielt. Innerhalb dieses Forschungsprojektes werden die HOBOSpheren an Universitäten, Hochschulen, Schulen, öffentlichen Einrichtungen und auch von Hobbyimkern in der Imkerei eingesetzt, in Deutschland wie auch im europäischem Ausland.

Weblinks

Einzelnachweise

  1.  Jürgen Tautz: Phänomen Honigbiene. Springer Spektrum, Berlin 2012, ISBN 978-3-8274-1845-6.
  2. Torben Schiffer, http://www.beenature-projekt.com
  3. http://www.bienenkugel.de
  4. http://www.hobos.de
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