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Bibelgriechisch oder auch Koine-Griechisch ist der Name des Altgriechisch-Examens, ähnlich dem lateinischen Latinum und dem hebräischen Hebraicum, also der Nachweis von Kenntnissen des Altgriechischen in mindestens ausreichendem Maß.

Das Bibelgriechisch bestätigt in der Regel die erfolgreiche Teilnahme an Altgriechischunterricht mit der Abschlussnote „ausreichend“ (5 Punkte) oder besser. Aufgrund der relativen Seltenheit des Altgriechischunterrichts an heutigen Schulen wird das Bibelgriechisch als Vorstufe zum Graecum in der Regel in den ersten Semestern des Studiums erworben. Zur Vorbereitung werden von Universitäten semesterbegleitende Sprachkurse (in der Regel über zwei oder drei Semester) angeboten. Weitere Vorbereitungsmöglichkeiten bieten unter anderem die Vorseminare der Kirchen. Der Erwerb des Bibelgriechisch ist dabei in etwa gleich aufwendig wie der des Hebraicums, da bei beiden grundlegende Kenntnisse der Schrift und Sprache vorausgesetzt werden. In der Regel wird in der Klausur die Übersetzung einer mittelschweren Passage aus den Synoptikern verlangt, in einzelnen Fakultäten kommt noch eine mündliche Prüfung hinzu. Da es sich um eine universitäre Prüfung handelt, kann der Schein Bibelgriechisch zwar wiederholt werden, er wird aber nicht wie das staatliche Graecum an jeder Fakultät anerkannt.

Im frühen 20. Jahrhundert, mit weit verbreiteter humanistischer Bildung in Deutschland, wurden Griechisch- und Lateinkenntnisse von jedem Studenten erwartet. Heutzutage dagegen ist der Erwerb des Griechischen vor allem in den Fächern evangelische und katholische Theologie, Philosophie, Romanistik sowie in allen altertumswissenschaftlichen Studienfächern wie Latein, Alter Geschichte und Archäologie eine wichtige Studienvoraussetzung.

Siehe auch

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