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Eine mögliche Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Sommerspiele 2024 wurde am 29. November 2015 in einem Volksentscheid von einer Mehrheit der Abstimmenden (51,6 %) abgelehnt. Die Bewerbung war in Hamburg und im übrigen Deutschland umstritten.[1]

Vorgeschichte

Hamburg bewarb sich bereits 2003 um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012.

DOSB-Empfehlung

Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) empfahl am 16. März 2015, die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Sommerspiele 2024 zu unterstützen.[2] Sechs Tage später, am 21. März 2015, fasste eine außerordentliche Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main einstimmig den Beschluss, sich mit Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2024 und ggf. auch 2028 zu bewerben.

Berlin hatte sich ebenfalls beworben. Es schied in der Vorauswahl durch das DOSB-Präsidium gegen Hamburg aus und trat bei der Abstimmung nicht mehr an.[3]

Die Planungen für die Spielstätten und das Olympische Dorf in Hamburg sahen den Kleinen Grasbrook südlich der HafenCity als Zentrum der Spiele vor. Am 2. Juni 2015 wurde der damalige Planungsstand der Öffentlichkeit präsentiert.[4]

Hamburger Olympia-Bürgerschaftsreferendum

Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit änderte die Hamburgische Bürgerschaft ihr Volksabstimmungsgesetz, um ein Olympia-Bürgerschaftsreferendum durchzuführen. Dieses beschloss sie im Juni 2015. Hamburger Stimmberechtigte ab 16 Jahre konnten am 29. November 2015 mit der Vorlage: „Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2024 bewirbt.“ abstimmen. Falls dabei weniger als 20 % der Wahlberechtigten mit „Ja“ stimmen oder die Ja-Stimmen nicht überwiegen, zieht Hamburg seine Bewerbung zurück.[5][6][7]

Am 1. Advent 2015 stimmten 48,4 Prozent der Abstimmenden (314.468 Personen) für "Ja" und 51,6 Prozent mit "Nein" (335.638 Personen).[8]

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Olympia-Bewerbung-Werber sagte: "Ich hätte mir eine andere Entscheidung gewünscht, aber sie ist klar, und das Ergebnis ist zu akzeptieren."[9]

Kampagnen

Pro

„Feuer und Flamme für Hamburg 2024“ ist eine private Initiative, die für die Bewerbung geworben hat.[10] Verantwortlich für die Aktion sind die Hamburger Miniatur-Wunderland-Unternehmer Frederik Braun, Gerrit Braun und Stephan Hertz.

Die Grünen in Hamburg, die SPD Hamburg, die CDU Hamburg, die AfD Hamburg und die FDP Hamburg, also alle Fraktionen der Bürgerschaft bis auf die Linke standen hinter der Bewerbung. Auch der Hamburger SV und andere Profisportvereine warben dafür. Auch lokale Medien "warfen ihre neutrale Beobachterposition über Bord" (Der Spiegel) und warben mit Sonderbeilagen, kompletten "Olympia-Zeitungen" und pro Berichterstattung für Olympia 2024.[11]

Contra

Die Gruppe „Jugend gegen Olympia“ bildete sich aus Mitgliedern von Linkspartei und Grüner Jugend. Sie kritisierten u. a. die Aussagen der Plakate von „Hamburg 2024“. Als Gegner der Bewerbung sehen sie in den Spielen keinen Gewinn für die durchschnittlichen Hamburger. Sie befürchten durch Olympia steigende Mieten, eine stärkere soziale Spaltung der Stadt und ein „Riesengefahrengebiet“.[12]

Als einzige Bürgerschaftsfraktion lehnte Die Linke die Berwerbung ab.

Fußnoten

  1. spiegel.de 29. November 2015: Referendum: Mehrheit der Hamburger sagt Nein zu Olympia
  2. Hamburg soll Olympia nach Deutschland holen. In: tagesschau.de. Tagesschau.de, 17. März 2015, abgerufen am 3. September 2015.
  3. Einstimmig für Hamburg. In: tagesschau.de. Tagesschau.de, 21. März 2015, abgerufen am 3. September 2015.
  4. International renommierte Büros übernehmen die Masterplanung für die Olympic City. In: hamburg.de. Hamburg, 26. Mai 2015, abgerufen am 3. September 2015.
  5. Hamburg macht Weg für Olympia-Referendum frei. In: abendblatt.de. Hamburger Abendblatt, 28. Mai 2015, abgerufen am 25. Oktober 2015.
  6. Renate Pinzke: 29. November: Referendum: So stimmt Hamburg über Olympia ab. In: mopo.de. Hamburger Morgenpost, 17. Juni 2015, abgerufen am 7. November 2015.
  7. Olympia-Referendum am 29. November 2015. In: statistik-nord.de. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, abgerufen am 7. November 2015.
  8. Offizielles Ergebnis, veröffentlicht auf hamburg.de http://www.hamburg.de/olympia-referendum/4645784/abstimmungsergebnis/
  9. http://www.spiegel.de/sport/sonst/olympia-referendum-hamburg-wer-fragt-muss-mit-der-antwort-leben-a-1065170.html
  10. www.wir-sind-feuer-und-flamme.com
  11. http://www.spiegel.de/sport/sonst/olympia-referendum-hamburg-wer-fragt-muss-mit-der-antwort-leben-a-1065170.html
  12. Olympia-Gegner nehmen Plakatkampagne in Hamburg auseinander. Gastbeitrag von Jugend gegen Olympia. In: bento.de. 3. November 2015, abgerufen am 24. November 2015.
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