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August Endruschat auch Endruschat-Waldberg;[1] (* 6. November 1899 in Waldberg, Kreis Ragnit; † 24. August 1990 in Berlin) war ein deutscher Landschaftsmaler.

Leben

Endruschat besuchte von 1929 bis 1935 die Kunstgewerbeschule in Berlin-Charlottenburg. Er war Mitglied des Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler und erhielt als Auszeichnung die Ehrenurkunde des Senats von Berlin. Seine Studienreisen führten ihn nach Ostpreußen, Norddeutschland und in den Schwarzwald. Beliebteste Motive waren Landschaften aller Regionen, wobei es ihm besonders die Waldgebiete und Seen in Ostpreußen, dem Schwarzwald und Brandenburg angetan hatten.

Ausstellungen erfolgten in Berlin, Paris, Köln, Bad Tölz und in Grafenhausen/Schwarzwald. Er beteiligte sich auch an einer Ausstellung, die Industriegebäude in Berlin zum Inhalt hatte z.B. Kraftwerk Lichterfelde.

Biographische Daten

August Endruschat wurde als Sohn eines Bauern geboren. Als Kleinkind erkrankt er an Knochen-TBC und musste am linken Fuß operiert werden. Das Bein blieb zeitlebens schwächer und führt zu einem leicht hinkenden Gang. Er wurde im ersten Weltkrieg zusammen mit dem älteren Bruder Johannes Endruschat und den Eltern nach Russland verschleppt. Als sie in ihr Heimatdorf zurückkehten, war der Hof zerstört und musste neu aufgebaut werden. Danach begann August Endruschat in Frauenburg /Ostpr. eine Lehre als Sattler und Polsterer. Er schloss sie mit der Gesellenprüfung ab.

Die Mutter stirbt früh. Er ging nach Berlin, und fand Arbeit als Wagenwäscher bei der BVG. Er ließ sich erst als Schaffner und anschließend als Straßenbahnführer ausbilden. Nebenher besucht er Kurse auf der Meisterschule für das Kunsthandwerk. 1930 nutzt er eine Reise mit seiner Verlobten zu deren Eltern in einem schlesischen Dorf zu zahlreichen Ölstudien. Sein Skizzenbuch enthält wunderschöne Bleistift-Porträtskizzen. 1934 kann er Anna Scharff endlich heiraten. Kennengelernt haben die beiden sich schon im Mai 1929 und Weihnachten verlobt – aber die Wohnungsnot war sehr groß. Die energische Anna hat keine Lust, ihre Ehe im Untermietzimmer ihres Verlobten zu beginnen. (Die Wirtin ließ nachts ihre Schlafzimmertür offen, falls der stramme Untermieter etwas brauchen sollte...) So stellte Anna ein Ultimatum: entweder August findet eine Wohnung oder sie löst die Verlobung! Verzweifelt wendet August sich an einen Pfarrer, mit dem er befreundet ist. Der schickt ihn zu einer Siedlungsgesellschaft und mit den Ersparnissen, die Anna in ihrer guten Stelle beim Grafen Matuschka hatte anlegen können, erwerben die beiden die letzte Parzelle im Siedlungsgebiet von Johannisthal. Im Juli 1934 ist endlich das Haus fertig und sie feiern Hochzeit. 1935 kommt der erste Sohn zur Welt, wird zum Kummer der Eheleute aber nur drei Wochen alt.

Denn inzwischen haben die Eheleute eine kleine Tochter. Seit 1933 sind die Nationalsozialisten an der Macht. August Endruschat ist ein gläubiger Katholik, aktiv im Gesellenverein Adolf Kolping und denkt gar nicht daran, sich dieser politischen Richtung anzuschließen. So bekommt er Schwierigkeiten. Aus politischen Gründen wird er von den Nazis dienstverpflichtet, zu ständigem Nachtdienst gezwungen und kündigt daraufhin aus gesundheitlichen Gründen: 1938 wird der zweite Sohn geboren. Er bekommt eine Bürostelle bei der Lehrenprüfstelle der Luftfahrt. Neben allen beruflichen und häuslichen Aktivitäten malt und zeichnet er und verkauft Bilder. Sein Lieblingsthema sind Landschaften – und am liebsten ist ihm Ostpreußen. Die Kurische Nehrung mit der Steilküste und die mächtigen Elche, Kiefern und Dünen, die Memel lassen ihn nicht los.

Erst nach dem Eintritt in den Ruhestand kann er sich voll der Malerei widmen und malt vorwiegend Berliner Motive nach der Natur und greift Themen aus seiner ostpreußischen Heimat auf. Aber auch etliche Reisen, z. B. in den Schwarzwald, regen ihn zu Gemälden an.

Er starb am 24. August 1990 in Berlin-Lankwitz. Sein Grab befindet sich auf dem Städtischen Friedhof, Langestr. 1 in Lichterfelde. Sein Grabmal ist insofern eine Besonderheit, als es aus einem Stück einer der Labradorsäulen der benachbarten Kirche Mater Dolorosa gestaltet wurde: Beim Wiederaufbau der im August 1943 nach einem Bombenangriff ausgebrannten Kirche, entfernte man die Säulen aus dem Eingangsbereich und baute stattdessen eine Glaswand ein. August Endruschat transportierte Teile dieser zerbrochenen Säulen auf sein nahegelegenes Grundstück in der Kurfürstenstraße und stellte sie in seinem Garten auf. Nach seinem Tod gestalteten die Kinder den Garten nach ihren Wünschen um. Weil die vielen Säulenteile störten entstand die Idee, aus dem Material, zu dem der Vater doch eine sehr enge Beziehung gehabt hatte, einen Grabstein machen zu lassen. Verschiedene Steinmetze winkten ab weil sie keine Steinsäge besaßen. Die Firma Merck an der Malteser Straße in Lankwitz fand den Gedanken, die Säule zu zersägen. Merck jun. schlug vor, nur eine Inschrift mit den Daten von August Endruschat auf dem Säulenschaft anzubringen und ihn auf eine graue Platte zu stellen. So geschah es dann auch. Die flankierenden „Kissensteine“ gehören zu den Gräbern seiner Frau Anna, geb. Scharff und Cäcilie Scharff, der Schwester seiner Frau. Alle drei lebten nach der Flucht Cäcilies aus Ost-Berlin viele Jahre zusammen in einem Haushalt in Lankwitz. Bis heute ist es ein Rätsel, wie es August Endruschat geschafft haben mag, den schweren Stein auf sein Grundstück zu transportieren. Als der Steinmetz den Stein aus dem Garten abholte, waren drei Männer nötig, um ihn auf den Lastwagen zu heben…

Ausstellungen

  • 1976: Gruppenausstellung gemeinsam mit Ruth Rieger (* 1931), Jutta (Hildegard) Wolters (1921–1987) und Walter Bewersdorf (1903–1981)[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Das Ostpreußenblatt, S. 14. Februar 1976 — Folge 7 — Seite 9, abgerufen am 13. Mai 2014
  2. Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins., abgerufen am 13. Mai 2014


Fairytale kdmconfig Profil: Endruschat, August
Beruf deutscher Landschaftsmaler
Persönliche Daten
Geburtsdatum 6. November 1899
Geburtsort Waldberg, Kreis Ragnit
Sterbedatum 24. August 1990
Sterbeort Berlin
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